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Uraufführung im Stadtgaleriecafé Theaterstück „Brenn, lichterloh!“ im Stadtgaleriecafé uraufgeführt Theaterstück „Brenn, lichterloh!“: Die Suche nach dem eigenen Weg

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Sandra Berg und Janina Steinbrink (Mitte) verwandelten das Stadtgaleriecafé in eine psychologische Kampfarena. Foto: Hermann PentermannSandra Berg und Janina Steinbrink (Mitte) verwandelten das Stadtgaleriecafé in eine psychologische Kampfarena. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. „Ich falle tief!“ Von drei Studentenjobs und der Trennung ihres Freundes schwer mitgenommen, sinkt Kellnerin Judith (Janina Steinbrink) mitten im Café zu Boden. Die lesbische Martina (Sandra Berg), die ohne ihre „Derzeitbeziehung“ allein an einem Tisch ihren 40. Geburtstag feiert, hat kein Verständnis für dieses unprofessionelle Verhalten, während sich der schüchterne Erik (Stephan Grösche) hilfsbereit der geschwächten Judith annimmt.

Um unbefriedigende Lebenssituationen, Trennungen und das Finden des eigenen Weges geht es in dem Theaterstück „Brenn, lichterloh!“, das am Samstag im Stadtgaleriecafé uraufgeführt wurde. Geschrieben und inszeniert wurde es von Darsteller Stephan Grösche, der in Düsseldorf als Heilerziehungspfleger und Theaterpädagoge tätig ist und bereits beim Schreiben des Stücks das Stadtgaleriecafé seiner früheren Heimatstadt Osnabrück vor Augen hatte.

Wie in einer psychologischen Kampfarena wirkte die Spielfläche in der Mitte des Cafés, in der sich Grösche und seine zwei Osnabrücker Mitspielerinnen durch mehrere Szenen und insgesamt 15 verschiedene Rollen spielten. Durch Musikeinspielungen und rasche Kostüm- und Requisitenwechsel gelang den drei Amateurspielern ein glaubwürdiger Blick in die Lebensumstände der Protagonisten. Geradezu kleinbürgerlichen Mief verbreitete etwa Sandra Berg, wenn sie als Eriks kranke Mutter in Kittelschürze und mit grauer Oma-Perücke über ihr Leben lamentierte. Janina Steinbrink zeigte sich im Part der unbedarften Judith oder als Eriks behinderter jüngerer Bruder von ihrer kindlichen Seite, während Stephan Grösche als Erik bis zur seelischen Schmerzgrenze bemüht ist, es allen recht zu machen.

In beklemmend wie sensibel dargestellten Szenen, in denen sich Gegenwart und Vergangenheit abwechseln, wird zudem deutlich, wie wichtig es ist, sich nicht wie Judith in bunte Scheinwelten zu verlieren. Anders als Erik und Martina wird sie es am Ende nicht schaffen, ihren eigenen Weg zu finden. Da nützt auch die Weisheit der Katze aus ihrem Lieblingsbuch „Alice im Wunderland“ nicht viel: „Nicht alles, was man sät, will man ernten.“

Weitere Aufführungen:Freitag, den 4. Mai, und Samstag, den 5. Mai 2012, jeweils 19.30 Uhr im Stadtgaleriecafé


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