Musikfestival „Goldene Säge“ „Kaffeehaus Blues Projekt“ hat die schrägsten Texte

Von Robert Schäfer


Osnabrück. Im Innenhof des Haus der Jugend ist mit der Preisvergabe das Osnabrücker Straßenmusikfestival „Die Goldene Säge“ beendet worden.

Schräge Töne, seltsame Texte, ein Auftreten zum Davonlaufen – die Gründe, warum Musiker mit der „Goldenen Säge“ ausgezeichnet werden, können vielfältig sein. Seit 22 Jahren wird am ersten Samstag im August in der Stadt Straßenmusik gemacht. Das Festival des Fokus e.V. hat sich zu einer festen Institution im Osnabrücker Kultursommer entwickelt. Musiker aus nah und fern spielen den ganzen Tag in der Großen Straße und werden bewertet. Das Abschlusskonzert im Innenhof des Haus der Jugend bildet traditionell den Höhepunkt des Tages.

„Urform der Straßenmusik“

In diesem Jahr ging die „Goldene Säge“ an das „Kaffeehaus Blues Projekt“. Es ist weniger die Qualität ihrer Musik, sondern vielmehr die schrägen Texte, die dem Ensemble die fragwürdige Ehre bescherten. So berichtet Sänger Lutz darin schon mal aus seinem Leben. „Fett, feist und schwabbelig“, sei er, singt er beispielsweise. Lutz war allerdings auch der Letzte der Gruppe. „Wir haben ja nicht gewusst, dass wir gewinnen“, meinte er. Die anderen seien daher schon abgereist. Aber auch allein konnte er das Publikum unterhalten.

Mitteralterliche Musik

Neben dem Hauptpreis gab es noch fünf weitere Preise. Bei der Vergabe ist die Jury traditionell sehr frei und erfindet im Zweifel auch schnell mal eine oder mehrere neue Kategorien, wie Moderator Markus Riemann zugab. Mit dem Publikumspreis wurde in diesem Jahr das Quintett „Forum Porcina“ ausgezeichnet. Die Musikanten bezeichnen sich selbst als „Urform der Straßenmusik“. Auf ihren Trommeln und Dudelsäcken spielen sie mittelalterliche Musik. Ganz andere Wege geht das Ensemble „Los Elegantos“ aus Melle. Ruhiger und mit instrumentalem Feingefühl widmet sich das Trio einer jazzigen, mit Worldmusic, Klezmer und Chanson angereicherten Musik, die sie sichtlich lieben und leben.

Aus dem Alltag junger Menschen

Den kurzfristig eingeführten Kooperationspreis erhielten die drei Liedermacher Markus Sommer, William Wormser und Jakob Heymann. Eigentlich waren alle drei allein angereist, hatten sich dann aber vor Ort spontan zusammengetan. Einzeln und zusammen konnten sie Publikum und Jury gleichermaßen mit ihrer geistreichen Musik aus dem Alltag junger Menschen überzeugen.

Rock, Pop und Klassik

In der Kategorie Duo konnten „Eight Strings on Fire“ den Preis für sich entscheiden. Die beiden Violinisten, die sich beim gemeinsamen Musizieren in einem Orchester kennengelernt haben, verbinden bei ihrer Performance gekonnt Rock, Pop und Klassik. Ihre virtuose Leichtigkeit riss nicht nur das Publikum des Abschlusskonzerts zu wahren Begeisterungsstürmen hin, sondern fanden mit der Band „Kerry Gold“ auch gleich neue Kooperationspartner. Die Gruppe hatte mit ihrem folkigen Rock den zweiten Ensemble-Preis erhalten und den Abend dann im Jam mit den „Eight Strings on Fire“ verbracht. Mit ihrem gemeinsamen Auftritt endete das diesjährige Straßenmusikfest.


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