Initiative rettet Lebensmittel Foodsaver Osnabrück stellen dritten Fair-Teiler auf


Osnabrück. Lebensmittel wegzuwerfen geht vielen Menschen gegen den Strich. Alleine in Deutschland werden jährlich bis zu 20 Millionen Tonnen genießbarer Lebensmittel entsorgt. Um diesem Negativtrend entgegenzuwirken gibt es in Osnabrück zwei „Fair-Teiler“, an denen sich jeder bedienen kann. Ein weiterer Standort folgt im August.

„Wir wollen etwas gegen die Verschwendung von Lebensmitteln unternehmen“, sagt Anika Girotto – Lebensmittelretterin in Osnabrück. Mehrmals täglich sammelt sie mit anderen Foodsavern Lebensmittel ein , die sonst von Supermärkten oder Obst- und Gemüsehändlern entsorgt werden würden. Diese bringen sie anschließend zu den Fair-Teilern am alten Güterbahnhof an der Petersburg und zum Christus König Pfarrhaus in der Bramstraße im Stadtteil Haste, wo sie zum Verzehr aufbewahrt werden.

Das Angebot richtet sich an alle Bürger, die sich an den Fair-Teilern bedienen oder selbst noch genießbare Ware anbieten können, heißt es vonseiten der Foodsaver. Die Nachfrage nach den kostenlosen Lebensmitteln ist groß. „Manchmal warten die Leute schon auf uns, wenn wir die neue Ware anliefern. Spätestens nach 60 Minuten sind die meisten Lebensmittel vergriffen“, sagt Sanne Triebkorn von den Foodsavern. Zu den „Kunden“ gehören vor allem Studenten und ältere Menschen aber auch sozial schwächer gestellte Personen, die sich häufig nur begrenzt frische Lebensmittel leisten können.

80 Prozent der angebotenen Waren sind Obst und Gemüse aber auch Milchprodukte, Quark, Joghurt sowie vegane Produkte sind in den Kühlschränken zu finden. Wichtigstes Kriterium sei die Genießbarkeit der Produkte. „Wir bieten nur die Waren an, die wir auch selber verzehren würden“, sagt Anika Girotto. Auch die Sauberkeit der Fair-Teiler sei maßgeblich, um die Haltbarkeit der Lebensmittel zu gewährleisten.

Auf Unterstützung angewiesen

Bei ihrer täglichen Arbeit sind die Lebensmittelretter auf die Unterstützung von Kooperationspartnern angewiesen, die zum einen Lebensmittel für die Fair-Teiler bereitstellen und zum anderen Standorte für die öffentlichen Kühlschränke anbieten. „Partner zu finden, die mit uns zusammenarbeiten, stellt für uns das größte Problem dar“, sagt Anika Girotto. Die Suche nach neuen Standorten sei besonders kompliziert, da mögliche Kooperationspartner Angst hätten vor Vandalismus und Verschmutzung.

Außerdem sei es problematisch, dass die Kühlschränke an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr zugänglich sind, was ausdrücklich gewünscht, aber für viele Einrichtungen ein Hindernis ist. Aktuell kooperieren die Lebensmittelretter mit sieben Betrieben aus Osnabrück, darunter Supermärkte, Bioläden, Obst- und Gemüsehändler sowie eine Pilzzucht und ein Geflügellieferant. Eine Konkurrenz zu anderen Einrichtungen wie der Osnabrücker Tafel gibt es nicht. Im Gegenteil: „Wenn die Tafel und wir bei dem gleichen Betrieb unsere Waren holen, hat die Tafel Vorrang“, sagt Anika Girotto. Dies sei selbstverständlich, da die Tafel hilfsbedürftige Menschen unterstützt, die auf Lebensmittel angewiesen seien.

Dritter Fair-Teiler kommt Mitte August

In den kommenden Wochen wird zudem ein dritter Fair-Teiler im Stadtteil Wüste aufgestellt. Laut den Foodsavern Osnabrück wird dieser auf dem Grundstück der Hochschule Osnabrück, an der Rehmstraße Ecke Parkstraße installiert. Für den neuen Standort sind die Lebensmittelretter noch auf der Suche nach neuen Kooperationspartnern, die entsprechende Waren zum Verzehr anbieten.

Darüber hinaus würden sich Anika Girotto und Sanne Triebkorn über „Nachwuchs“ bei den Foodsavern Osnabrück freuen, auch um den eigenen Arbeitsaufwand zu reduzieren. Interessierte können sich vor Ort bei den Lebensmittelrettern informieren. Die Foodsaver treffen sich alle zwei Wochen im Haus der Jugend. Nächster Treff ist am Dienstag, 16. August um 18 Uhr. Weitere Informationen finden Sie auf der Facebook-Seite der Foodsaver Osnabrück.


0 Kommentare