Eye-Tracking-Untersuchung Osnabrücker Forscher analysieren Besucherblicke in Parks

Von dpa

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Landschaftsarchitekten der Hochschule Osnabrück gehen neue Wege, um das Besucherverhalten in Parkanlagen zu analysieren. Foto: Hassan MahramzadehLandschaftsarchitekten der Hochschule Osnabrück gehen neue Wege, um das Besucherverhalten in Parkanlagen zu analysieren. Foto: Hassan Mahramzadeh

Hannover. Durch die Herrenhäuser Gärten laufen zur Zeit Menschen mit seltsamen Brillen auf der Nase. Dabei handelt es sich um Eye-Tracking-Geräte, die sonst in der Markt- und Medienforschung eingesetzt werden.

Landschaftsarchitekten der Hochschule Osnabrück gehen neue Wege, um das Besucherverhalten in Parkanlagen zu analysieren. Noch bis Sonntag werden Freiwillige in den Herrenhäuser Gärten in Hannover mit einer sogenannten Eye-Tracking-Brille ausgestattet, die während des Spaziergangs durch die Barockanlage das Blickfeld des Trägers filmt und seine Augenbewegungen aufzeichnet. Dank des technischen Fortschritts sei es seit kurzem möglich, die Brillen unter freiem Himmel einzusetzen, sagte Studienleiter Dirk Junker am Freitag. „Wir wissen von keinem vergleichbaren Versuch, sind also Pioniere“, betonte der Osnabrücker Professor.

Die Brille zeichnet auch die Geräusche der Umgebung und die Gespräche der Parkbesucher auf. Mit einer speziellen Auswertungs-Software werden die verschiedenen Eindrücke dann anonymisiert analysiert. Ziel ist es, in sechs Tagen insgesamt 50 Besucher mit dem Eye-Tracking-System auszustatten. Sie werden zudem vor und nach dem halbstündigen Rundgang mit der Brille von Studenten befragt. Erste Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen.

„Der Spruch „Was guckst du?“ bekommt hier eine völlig neue Bedeutung“, sagte Gartendirektor Ronald Clark. „Wir sind schon ganz gespannt darauf, was die Besucher sich anschauen und ob und wie sie unsere Informationen wahrnehmen.“

Nach den Gärten in Hannover sollen weitere Anlagen untersucht werden, unter anderem der bekannte englische Landschaftsgarten in Stourhead. Auch mit Japan ist eine Kooperation angepeilt. Untersucht werden soll auch die Bedeutung des Spazierengehens in Garten- und Parkanlagen. „Der Hauptgrund für einen Besuch ist heute, man möchte entspannen“, sagte Junker. Das Projekt wird mit 60 000 Euro von der Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur unterstützt.

Die Eye-Tracking-Methode kommt bisher vor allem in der Markt- und Medienforschung zum Einsatz. So wird beispielsweise das Verhalten von Kunden im Supermarkt analysiert.


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