Arbeitsprozess in der Galerie „hase29“ Eigene Akzente in einer lebhaften Aktionswoche

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Kunstform oder Sport: Fabiana Dombrowski gibt einen Poledance-Workshop für die Besucher der Galerie. Foto: David EbenerKunstform oder Sport: Fabiana Dombrowski gibt einen Poledance-Workshop für die Besucher der Galerie. Foto: David Ebener

Osnabrück. Fünf Tage lang dürfen Besucher im Kunstraum Hase29 aktiv an performativen Aktionen von 20 Kunststudierenden aus Münster teilnehmen, die hier zum Oberthema „Zeit“ arbeiten. Zum Auftakt der Aktionswoche mit dem Titel „Ein Versuch, sich zu einigen“ wurde der Raum per Rollschuh „erfahren“.

Zwei anonyme, weiß gekleidete Rollschuhläuferinnen suchen sich ihren Weg an Besuchern vorbei, weichen Pfeilern aus, verschmelzen mit den weißen Wänden und dem grau melierten Fußboden. In den hautengen Ganzkörperanzügen agieren Sarah Jupe und Frederike Brenseler. Sie gehören zur Klasse des niederländischen Künstlers Henk Visch an der Kunstakademie Münster, die sich vorgenommen hat, den Raum an der Hasestraße eine Woche lang künstlerisch zu okkupieren. „Von allen fünf Performances, an denen die Besucher teilhaben sollen, werden Dinge übrig bleiben, die später zu Exponaten einer Ausstellung werden“, sagt Studentin Laura Mareen Lagemann. Es soll eine Art demokratischer Prozess sein, die ganz unterschiedlichen Aktionen zu einer Ausstellung wachsen zu lassen , hinter der dann alle stehen können – inklusive Professor Visch, der den Studierenden nicht reinredet.

„Ich werde auf einer zehn Meter langen Papierbahn einen Comic zeichnen“, sagt Pia Voß, die am Dienstag zwischen 14 und 17 Uhr ihr öffentliches Atelier eröffnet.

Besucher dürfen sie mit Bemerkungen und Geschichten inspirieren. „Es ist ein Experiment. Vor Publikum habe ich meine Comics bisher noch nicht gezeichnet“, sagt sie. Malerisch wird Nomin Altankhuyag in Aktion treten. Sie will ein abstraktes Bild an die Wand malen, das nur aus schwarzen Umrissen besteht. Besucher dürfen am Donnerstagnachmittag zum Pinsel greifen und die so entstandenen Binnenflächen farblich gestalten: „Fülle mein Leben mit Farbe“ hat die Studentin ihre Performance betitelt. Körpereinsatz seitens der Besucher ist am Mittwoch gefragt. Kosmetischen Salben und Cremes können angetestet werden.

Über Wirkung und Ingredienzien bewahren sie (noch) Stillschweigen. Schließlich geht es am Freitag an die Stange: Poledance, eher aus Rotlicht-Etablissements bekannt, wird seit einiger Zeit als Sportart unterrichtet – und jetzt zur Kunstform, wenn Fabiana Dombrowski einen Poledance-Workshop veranstaltet, an dem Besucher teilnehmen können.

Hier weiterlesen: Neues Programm der Stadtgalerie - Christoph Seidel im Interview.


Programm der Aktionswoche in der Hasestraße 29 und weitere Informationen unter wwwhase29.de

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