„Region braucht Großereignis“ Schlossgarten-Openair: 2017 dritter Tag mit Robin Schulz?

Von Wolfgang Elbers

Traumhafte Konzertlocation, die diesmal 12000 Besuchern Platz bietet: der Schlossgarten im Osnabrücker Zentrum. Im kommenden Jahr könnte es in Kooperation mit der Stadt einen dritten Konzerttag mit Robin Schulz geben. Foto: Archiv/EbenerTraumhafte Konzertlocation, die diesmal 12000 Besuchern Platz bietet: der Schlossgarten im Osnabrücker Zentrum. Im kommenden Jahr könnte es in Kooperation mit der Stadt einen dritten Konzerttag mit Robin Schulz geben. Foto: Archiv/Ebener

Osnabrück. Am kommenden Wochenende wird die Kapazitätsgrenze beim Schlossgarten-Openair getestet, wenn am Freitag 12.000 Zuschauer für eine ausverkaufte Location bei Rea Garvey und Mark Forster sorgen und es Samstag für die Cro-Show nur noch Restkarten an der Abendkasse gibt. 2017 könnte es noch mal eine Steigerung geben.

Es bestehen Vorüberlegungen für einen dritten Tag – mit Robin Schulz als Headliner eines Friedenskonzerts, das in Kooperation mit der Stadt stattfinden könnte. Der Veranstalter des Schlossgarten-Openairs Rüdiger Scholz, der seit fast 30 Jahren im Konzertbusiness ist: „Das wäre ein tolles Finale, Osnabrücks in der Champions-League der angesagtesten DJs spielenden Weltstar im Schlossgarten auftreten zu lassen. Ein besseres Ambiente gibt es nicht.“

Seit Ende 2015 Kontakt zu Robin Schulz

Den Kontakt zum Management von Robin Schulz wegen eines Auftritts in der Heimatstadt gebe es seit Ende vergangenen Jahres. Aber es seien für eine mögliche Verlängerung noch sehr viele Fragen abzuklären. Zum Beispiel müssten Stadtverwaltung und Ratsgremien hierfür grünes Licht geben.

Der Festivalmacher, dessen Firma Goldrush die Kapazität der Schlossgarten-Fläche für die zweite Veranstaltungs-Auflage von 10000 auf rund 12000 Besucher erweitert hat: „Wir hoffen, dass im nächsten Jahr ein weiterer Schritt möglich ist, um das Openair über die Region hinaus als Marke zu etablieren.“

Nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr scheint jetzt einiges einfacher: Der Ticketverkauf zeigt für Veranstalter Scholz: „Die Region braucht so ein Konzert-Großereignis.In Stadt und Landkreis hat so ein Highlight, dass Stars in der Stadt spielen, die bei der 3300er Kapazität der Osnabrück-Halle sonst in der Regel hier nicht zu erleben sind, bis vor einem Jahr gefehlt.“ Der Schlossgarten, mit seiner von hohen Bäumen umrahmten Grün-Fläche sei einfach eine Location, wie es sie bundesweit ganz selten gebe.

Welchen Top-Ruf das Openair durch den Traumstart im Vorjahr genießt, bei dem vom Wetter bis zu den Bands alles passte, wird auch dadurch deutlich, dass die großen Tour-Veranstalter inzwischen die Agentur Goldrush kontakten, welche Bands für das Festival-Line-up 2017 möglich wären. Denn bei den Planungen großer Acts gibt es rund zwölf Monate Vorlauf. Zu den ersten Namen, die für die dritte Schlossgarten-Auflage auf dem Buchungsradar sind, zählen unter anderem Söhne Mannheims, Silbermond oder die Simple Minds.

Bei der zweiten Auflage am kommenden Wochenende wird bei der Infrastruktur auf dem Festivalgelände noch mal aufgestockt: Es gibt eine zusätzliche Sound-Line sowie eine zweite Video-Wall am Mixer, damit bei rund 12000 Leuten auf dem Gelände auch die Besucher im hinteren Bereich guten Sound und optimale Sicht auf das Bühnengeschehen haben.

IHK: Halbe Million zusätzlicher Umsatz für Osnabrück

Die Ausstrahlung, die das Festival für die Stadt hat, wird auch durch Zahlen der Industrie- und Handelskammer bestätigt. Der für die Bereiche Standortentwicklung und Tourismus zuständige Falk Hassenpflug: „Mehrere Hotels haben uns gemeldet, dass sie sehr gut gefüllt beziehungsweise zum Teil voll sind. Das lässt auf das bevorstehende Event und einen positiven touristischen Effekt schließen.“ Besonderes Plus für Osnabrück: Der Veranstaltungsort befinde sich unmittelbar im Zentrum und lade daher dazu ein, vorher beziehungsweise nach Konzertende die Gastro-Angebote zu nutzen.

Er setzt darauf, dass sich das Schlossgarten-Openair weiter im norddeutschen Raum etabliert: „Die Location ist einfach top, und das Angebot zieht vor allem viele junge Leute in die Stadt. Da kann richtig was wachsen.“ Momentan kämen die meisten Besucher sicher aus dem regionalen Umkreis, aber in den zwei Tagen komme zusätzlicher Umsatz von rund einer halbe Million Euro nach Osnabrück.

Hassenpflug: „Es gibt Berechnungen, was Konzert- und Festivalbesucher vor Ort ausgeben. Das liegt im Schnitt bei mehr als 20 Euro pro Nase pro Veranstaltungstag, und hier handelt es sich eher um konservative Annahmen.“ Allein die Tatsache, dass sich mehr als zehn Lokale in fußläufiger Entfernung zum Schlossgarten befänden, mache die Effekte deutlich.

Veranstalter Rüdiger Scholz sieht für die Stadt noch einiges an Potenzial im Schlossgarten-Openair. Aber zunächst konzentriert er sich ganz darauf, dass der Premiere eine erfolgreiche Zweitauflage folgt: „Die Voraussetzungen sind gut, aber bis der zweite Abend gelaufen ist, sind alle unter Hochspannung.“