Der rote Faden Osnabrücker hat das Training zum Beruf gemacht


Osnabrück. Der 49-jährige Thorsten Kröner hat als Versicherungsmakler gearbeitet, als Model, Garten- und Landschaftsbauer und als Caterer, bis er endlich seinen Traum verwirklichen konnte.

Was zieht sich wie ein roter Faden durch Ihr Leben? Dieser Frage gehen wir seit mehr als zwei Jahren in unserer Porträtreihe nach. Gleichzeitig verfolgen wir den roten Faden, der sich durch die Stadt zieht und Menschen verbindet, die einander schätzen, bewundern, interessant oder überraschend finden. Die Menschen, die an dieser Stelle porträtiert wurden, haben immer selbst entschieden, an wen sie den roten Faden weitergeben.

Als Letzter nimmt jetzt der 49-jährige Thorsten Kröner den Faden auf. Er hat als Versicherungsmakler gearbeitet, als Model, Garten- und Landschaftsbauer und als Caterer, bis er endlich seinen Traum verwirklichen konnte.

„Personal Trainer“

Thorsten Kröner schmunzelt, wenn er an die Anfänge seines neuen beruflichen Lebens denkt. „Was machst du?“, fragten seine Freunde verwundert, „du trainierst Personal?“ Vor 16 Jahren hat er angefangen als „Personal Trainer“ zu arbeiten – englisch ausgesprochen. Das heißt, er ist persönlicher Sporttrainer und hilft seinen Kunden buchstäblich auf die Sprünge: Laufen, Konditionstraining, Fitnessgymnastik, Krafttraining, ganz individuell auf den jeweiligen Kunden zugeschnitten. „Der Begriff Personal Trainer wurde damals durch Fernsehsendungen wie ,Germanys Next Top Model‘ und ,Deutschland sucht den Superstar‘ populär“, erklärt er. Und für ihn war das der Beruf, in dem er endlich glücklich wurde. Zugleich war es ein Schritt zurück zu seinen Wurzeln, denn im Sport war er schon als Jugendlicher erfolgreich.

Chance verpasst

Fußball war seine Welt. Thorsten Kröner spielte beim SV Rasensport in Osnabrück und hätte Karriere machen können, nachdem Talentscouts auf ihn aufmerksam worden waren. „Doch damals hatte ich Muffe, Osnabrück zu verlassen,“ gesteht er heute, „da habe ich eine Chance verpasst.“ Stattdessen blieb er in Osnabrück, heiratete, bekam zwei Töchter und wurde Versicherungsmakler, um die Familie zu ernähren. „Ich war immer ein guter Berater, doch ein schlechter Verkäufer,“ erzählt Thorsten Kröner im Rückblick. Glücklich war er damals nicht.

Bis er auf die Idee kam, den Sport zu seinem Beruf zu machen. Er war inzwischen Amateur-Fußballtrainer. Freunde und Familie schüttelten den Kopf. Sein Vater sagte ihm: „Arbeit ist da, um Geld zu verdienen, dein Hobby machst du hinterher.“ Doch für Thorsten Kröner stand sein Weg fest. Und seine Eltern hielten zu ihm. „Sie haben mir immer zur Seite gestanden und mir Halt gegeben“, sagt der heute 49-Jährige und fügt hinzu: „Wenn ich mir eine Familie aussuchen könnte, dann würde ich mir diese Familie aussuchen.“

Es war noch eine Durststrecke, bis er sich seinen Traum erfüllen konnte. Er arbeitete als Model für Unterwäsche, ackerte als Landschaftsgärtner, servierte Essen als Caterer, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Heute ist er angekommen, wo er hinwollte. Nach vielen Trainerlizenzen und Ausbildungen im psychologischen und physiologischen Bereich, arbeitet er als Trainer und Berater. So kombiniert er Sport und psychologische Hilfestellung und hat schon vielen Menschen in ihren Lebenskrisen geholfen.

Er wundert sich

Heute sagt Thorsten Kröner von sich, dass er glücklich ist. Zum zweiten Mal verheiratet, hat er zwei kleine Kinder, eine Tochter und einen Sohn, die beiden erwachsenen Töchter aus erster Ehe und einen Beruf, über den er sich manchmal selbst noch wundert: „Abends denke ich manchmal, es kommt mir gar nicht vor wie Arbeit. Es gibt Leute, die bezahlen mich dafür, dass ich mit ihnen zusammen trainiere.“

Und dass er selbst viel trainiert, sieht man ihm deutlich an. Zum Schluss bleibt noch die Frage, mit Blick auf seine Oberarme: „ Kommt das alles nur vom Sport?“ Da lacht er: „Ja klar, vom Sport und ausgewogener Ernährung. Etwas anderes kommt bei mir nicht in Frage.“


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