Wissenschaftlicher Austausch Hochschule Osnabrück mit türkischen Unis eng verzahnt

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Die Hochschule Osnabrück pflegt aktive Kooperationen mit insgesamt fünf türkischen Universitäten in Istanbul, Canakkale, Konya und Isparta. Foto: ColourboxDie Hochschule Osnabrück pflegt aktive Kooperationen mit insgesamt fünf türkischen Universitäten in Istanbul, Canakkale, Konya und Isparta. Foto: Colourbox

Osnabrück. Die Hochschule Osnabrück beklagt eine „massive und substanzielle Verletzung der Autonomie der türkischen Hochschulen“. Es gebe mehrere Kooperationen mit türkischen Universitäten. Noch habe sich das rigorose Vorgehen der Regierung Erdogan auf den wissenschaftlichen Austausch aber nicht ausgewirkt.

Aktive Kooperationen bestehen aktuell mit insgesamt fünf Hochschulen in Istanbul, Canakkale, Konya und Isparta. „Eine Veränderung der Zusammenarbeit ist bisher nicht feststellbar“, teilte die Hochschule Osnabrück am Mittwoch auf Nachfrage mit. Weder seien zurzeit Wissenschaftler mit türkischer Staatsangehörigkeit an der Hochschule Osnabrück beschäftigt, noch seien Aufenthalte Osnabrücker Wissenschaftler in der Türkei bekannt.

Zig türkische Studenten

Anders bei den Studenten: Im Sommersemester 2016 seien 54 Studenten an der Hochschule Osnabrück eingeschrieben, deren erste Staatsbürgerschaft türkisch ist. Darunter seien Gaststudenten, aber auch solche, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland erworben haben. In der Statistik nicht berücksichtigt würden Personen, deren zweite Staatsbürgerschaft türkisch ist. „Die Zahlen sind mit denen der Vorjahre vergleichbar, sodass hier aktuell keine Auswirkungen wahrzunehmen sind“, heißt es. Demnach waren im Wintersemester 2014/15 genau 59 Studenten mit türkischer Staatsbürgerschaft immatrikuliert, im Wintersemester 2015/16 waren es 63.

Umgekehrt seien im Sommersemester 2016 vier Studenten der Hochschule Osnabrück für ein komplettes Auslandssemester in der Türkei gewesen. Zurzeit befinde sich keiner dort. Einer plane jedoch, zum Wintersemester 2016/17 in die Türkei zu gehen. Ob es bei dem Vorhaben bleibt, sei der Hochschule nicht bekannt.

Offizielle Protestnoten

Was die politischen Ereignisse in der Türkei angeht, speziell den Umgang mit Wissenschaftlern, schließe sich die Hochschule Osnabrück offiziellen Protestnoten der Hochschulrektoren-Konferenz und des Deutschen Akadamischen Austauschdienstes (DAAD) an. DAAD-Präsidentin Margret Wintermantel hatte bereits am 20. Juli ihre „große Sorge“ über die aktuelle Situation in der Türkei zum Ausdruck gebracht.

„Wir arbeiten seit vielen Jahren eng und vertrauensvoll mit Wissenschaftlern sowie Universitäten in der Türkei zusammen. Die massive und substanzielle Verletzung der Autonomie der türkischen Hochschulen ist nicht hinnehmbar. Wissenschaftliche Freiheit und offener, auch kritischer Diskurs sind Grundvoraussetzungen für eine funktionierende Demokratie und wissenschaftlichen Fortschritt.“ Weiter heißt es, die massenhaften Suspendierungen und Entlassungen von gewählten Universitätsvertretern und Funktionsträgern sowie das Reiseverbot für türkische Akademiker seien inakzeptabel.


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