Dr. Stefan Perschke Osnabrücker Richter erhält Bundesverdienstkreuz

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Osnabrück. Dr. Stefan Perschke, Vorsitzender Richter am Landgericht Osnabrück, ist für sein ehrenamtliches Engagement für die Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden. Am Dienstag überreichte ihm Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, stellvertretend für Bundespräsident Joachim Gauck, die Auszeichnung im Friedenssaal des Rathauses.

Für seine Arbeit als ehrenamtlicher Bundesvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke sprach Oberbürgermeister Wolfgang Griesert dem 52-jährigen Juristen seinen größten Respekt aus. Er betonte, wie schnell Unfälle oder die Diagnose einer Krankheit Menschen aus der Bahn werfen können und nichts mehr perfekt erscheine. In solchen Situation sei das Mit- und Füreinander besonders wichtig. Selbsthilfeorganisationen wie die Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke böten Rückhalt und Unterstützung.

Perschke selber ist von Geburt an an Muskelschwund (Spinale Muskelatrophie) erkrankt und in seiner Beweglichkeit sehr eingeschränkt. Er wisse daher sehr genau, welche technischen und zeitlichen Aufwände eine Erkrankung wie diese im Alltag benötige und wo Betroffene auch auf Hilfe angewiesen seien, sagte Griesert. Der 52-Jährige sei allein schon angesichts seines Berufsweges ein Vorbild dafür, wie Erkrankte trotz aller Umstände ein sehr erfolgreiches Leben führen könnten. Daneben bringe er ein „außerordentliches Maß an Energie“ für die ehrenamtliche Arbeit in der DGM auf, lobte das Stadtoberhaupt

„Es ging nur, weil ich nicht allein war.“

„Es ging nur, weil ich nicht allein war“, betonte Perschke. Die Auszeichnung sehe er als Würdigung für das gesamte Engagement der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke. Er freue sich, dass das Thema Muskelerkrankung mit der Auszeichnung, wie auch schon durch die sogenannte Ice Bucket Challenge im Sommer 2014, wieder mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt werde.

In seiner Rede dankte er seiner Familie, den technischen und persönlichen Helfern, seiner Krankengymnastin, allen Weggefährten sowie den Mitarbeitern der DGM. Speziell erwähnte er Horst Ganter, den Bundesgeschäftsführer und den ehemaligen Vorstand um die Ehrenvorsitzende Anne Kreiling, die ihn auch für das Verdienstkreuz vorgeschlagen hatte.

Juristische Karriere

Stefan Perschke ist seit 1993 Mitglied in der DGM. Seit 2005 gehört er dem Bundesvorstand an, dessen Vorsitz er 2008 übernahm. Ohne Horst Ganter, der ihm immer ein Rückhalt gewesen sei, hätte er diese Aufgabe nicht angenommen, betonte Perschke. Beruflich war der 52-Jährige nach dem Jura-Studium in Osnabrück und Berkeley zunächst bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück und dann am Amts- und am Landgericht Osnabrück tätig. 2009 wechselte er ans Oberlandesgericht Oldenburg, bis er 2015 als Vorsitzenden Richter an das Osnabrücker Landgericht zurückkehrte.

Größte Selbsthilfeorganisation

In Deutschland seien rund 100.000 Menschen von einer der mehr als 800 Formen der neuromuskulären Erkrankungen betroffen. Die Mehrzahl davon kommt sehr selten vor und ist meist genetisch bedingt. Als größte Selbsthilfeorganisation ihrer Art in Deutschland betreibt die DGM Aufklärung in der Öffentlichkeit und berät Erkrankte. Darüber hinaus fördert die Gesellschaft die wissenschaftliche Forschung und setzt sich in gesundheits- und sozialpolitischen Belangen ein. Am Klinikum Osnabrück richtete die DGM Anfang des Jahres eine Beratungsstelle für Muskelerkrankte ein.


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