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7500 Kilometer für den guten Zweck Osnabrückerinnen starten bei Rallye quer durch Europa

Von Sebastian Philipp, Sebastian Philipp | 13.06.2018, 11:30 Uhr

Für Christine Nordmeyer und Jana Führer ist im Juli der Weg das Ziel: Die beiden Osnabrückerinnen sind Teilnehmer der Charity-Rallye „20 Nations“, die sie einmal quer durch Europa führt. Wichtigstes Crewmitglied des Teams für die rund 7500 Kilometer lange Strecke ist Passat Helga.

Die Spielregeln sind einfach: Am 7. Juli starten knapp drei Dutzend Teams von Bremen aus zu einer Tour durch 20 Länder Europas, bei der weder GPS-Geräte erlaubt sind, noch die Benutzung von Autobahnen. 16 Tage haben die Teilnehmer Zeit, um mit ihren mindestens 20 Jahre alten Boliden die grob abgesteckte Route zu fahren. Jedes Team muss außerdem mindestens 555 Euro für den guten Zweck sammeln – entweder aus eigener Tasche oder mit Hilfe von Sponsoren.

230.000 Kilometer auf dem Buckel

Während viele Osnabrücker die Weltmeisterschaft vor dem Fernseher verbringen oder ihren Sommer am Pool im Mittelmeerurlaub, machen sich Führer und Nordmeyer also im kommenden Monat auf den Weg durch Europa – und zwar mit Helga, dem VW Passat aus dem Jahr 1996. Beachtliche 230.000 Kilometer hat der Benziner auf dem Buckel, den sich die beiden Mitglieder des Teams „Pathfinder“ im vergangenen Jahr eigens für die Rallye angeschafft haben. Viel Arbeit steckt in dem schon leicht betagten Automobil, das Nordmeyer teils in Eigenarbeit auf Vordermann gebracht hat. „Eigentlich schraube ich eher an Motorrädern. Vieles habe ich mir selber beigebracht, andere Arbeiten wie die Überholung des Motors haben Sponsoren übernommen“, sagt die Osnabrückerin.

Quer durch 20 Staaten

Die ungefähre Route ist Führer und Nordmeyer schon bekannt, konkret wird es jedoch erst, wenn kurz vor dem Start das Roadbook ausgegeben wird, eine Art Info-Mappe für die Rallyewagen-Besatzungen. Grundsätzlich ist den Teilnehmer aber freigestellt, wie sie von A nach B kommen – nur Autobahnen sind tabu. Navigiert wird noch ganz analog mit Karten aus Papier. Während Führer sich vor allem auf Transsilvanien freut, wollte Nordmeyer immer schon ans Schwarze Meer. Beides liegt entlang der Route, die von Bremen aus unter anderem durch die Benelux-Länder, Italien, den Balkan, Tschechien und Polen zurück in die Hansestadt führt.

Zwar fahren die beiden Freundinnen hauptsächlich aus Abenteuerlust, ein wichtiger Aspekt ist den Osnabrückerinnen aber auch der Charity-Gedanke. Eine Handvoll Sponsoren unterstützte das Team bereits bei der Aufbereitung von Helga, und auch der Sprit für die 7500 Kilometer muss bezahlt werden. Dennoch soll ein Großteil der Sponsorengelder später an das Projekt „Kinderbewegungsstadt“ unter anderem der Bürgerstiftung Osnabrück gehen. „Wir wollen die Projektbetreiber darin unterstützen, Schwimmkurse für Kinder ins Leben zu rufen. Das ist mir als Rettungsschwimmerin ein besonderes Anliegen“, erklärt Nordmeyer.

Hält Helga durch?

Passat Helga dient den beiden nicht nur als fahrender Untersatz, sondern auch als Quartier. Nordmeyer hat dafür einen Holzaufbau gebaut, der tagsüber die Taschen fixiert und auf dem nachts geschlafen werden kann. Die größten Ängste gelten daher weniger möglichen Kontakten mit wilden Tieren wie Bären, sondern sind eher technischer Natur. „Wir haben Helga überholen lassen, aber wer weiß?“, fragt Nordmeyer mit Blick auf den Kombi, der am Ende der Tour nicht mehr weit von der Viertelmillion-Marke entfernt sein wird. Für den Fall der Fälle fahre aber ein Servicewagen der Veranstalter mit, die übrigens ebenfalls aus Osnabrück stammen.

Jana Führer und Christine Nordmeyer wollen während der Tour in ihrem Blog auf www.team-pathfinder.de über den aktuellen Stand berichten. Die beiden Osnabrückerinnen sind außerdem weiter auf der Suche nach Sponsoren. Kontakt zum Team per E-Mail an info@team-pathfinder.de.