Beratungsstelle im Amtsgericht Anwälte bieten in Osnabrück neuen Service an

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In diesem Zimmer im Amtsgericht werden ab August Rechtsanwälte Hilfesuchende beraten können. Darüber freuen sich (v.l.): Thomas Veen, Fritz Graf, Stefanie Otte und Michael Kodde. Foto: Egmont SeilerIn diesem Zimmer im Amtsgericht werden ab August Rechtsanwälte Hilfesuchende beraten können. Darüber freuen sich (v.l.): Thomas Veen, Fritz Graf, Stefanie Otte und Michael Kodde. Foto: Egmont Seiler

Osnabrück. Recht haben und Recht bekommen sind zwei verschiedene Seiten der selben Medaille. Die neue anwaltliche Beratungsstelle im Osnabrücker Amtsgericht soll dazu beitragen, dass das Rechtbekommen etwas einfacher wird.

Angesprochen von der anwaltlichen Beratungsstelle im Amtsgericht am Kollegienwall sind vor allem jene, die sich keinen Rechtsanwalt zu üblichen Honorarsätzen leisten können. Für sie stellt das Amtsgericht nach Prüfung einen Berechtigungsschein für Beratungshilfe aus. Das Land übernimmt in diesen Fällen die anwaltlichen Beratungskosten.

Das ist nicht neu. Dass aber Ratsuchende direkt im Amtsgericht an zwei Tagen in der Woche einen Anwalt finden können, der ihnen hilft, ist ein niedersachsenweites Novum. Möglich geworden ist es durch die enge Kooperation zwischen dem Amtsgericht auf der einen Seite und der Rechtsanwaltskammer im Oberlandesgerichtsbezirk Oldenburg auf der anderen.

Die anwaltliche Beratungsstelle wurde bei ihrer offiziellen Eröffnung am Dienstag von allen Gästen als vorbildlich gelobt. Stefanie Otte, Staatssekretärin im niedersächsischen Justizministerium, sieht in der Einrichtung einen weiteren Baustein in dem Bemühen ihres Ministeriums „eine bürgernahe und bürgerfreundliche Justiz“ zu installieren. Mit der Einrichtung stelle die Justiz in Osnabrück einmal mehr unter Beweis, dass sie immer bereit sei, Neues auszuprobieren.

Der Vizepräsident des Oberlandesgerichts Oldenburg, Michael Kodde, betonte, Richter und Anwälte nähmen in Verfahren unterschiedliche Aufgaben wahr, aber „wir sind keine Gegner“. Insofern sei es vorbildlich, dass Rechtsanwälte und Richter nun unter einem Dach arbeiteten.

Hausherr Thomas Veen sprach von etwa 3500 Berechtigungsscheinen für Beratungshilfe, die das Gericht jährlich ausstelle, davon etwa 1800 direkt vor Ort. „Das sind die Menschen, die wir erreichen wollen“, so der Präsident des Amtsgerichts. Die Beratungsstelle sei die logische Fortsetzung des Justizservices, der vor zweieinhalb Jahren am Amtsgericht eingerichtet worden sei. Beide Einrichtungen dienten primär dem Ziel, Zugangshürden zum Recht abzubauen. Veen hofft nun, dass der neue Service schnell in der Öffentlichkeit bekannt wird und so eine möglichst große Nachfrage erfährt.

Für die personelle Ausstattung ist gesorgt. Etwa 20 Rechtsanwälte haben sich bereit erklärt, abwechselnd an zwei Tagen in der Woche im Amtsgericht präsent zu sein. Über diese Resonanz unter den Kollegen freute sich auch der Präsident der Rechtsanwaltskammer im Oberlandesgerichtsbezirk Oldenburg, Fritz Graf. Es sei wichtig, auch Menschen Zugang zu ihrem Recht zu verschaffen, die wirtschaftlich nicht gut gestellt seien. Das Osnabrücker Modell solle dementsprechend auch kein Unikat sein. Vielmehr stellte Graf in Aussicht, dass sei Kammer auch anderen Amtsgerichten unterstützend zur Seite stehen werde, die einen Beratungsdienst einrichten wollen.

Die anwaltliche Beratungsstelle ist zunächst zweimal wöchentlich besetzt, und zwar montags

und donnerstags während der Öffnungszeiten des Justizservices, montags von 8.30

Uhr bis 12.30 Uhr sowie donnerstags von 12. Uhr bis 16 Uhr.


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