Wieder Sonntagsreinigung Osnabrück will keine Ratten in der Innenstadt

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Osnabrück. Der Osnabrücker Service-Betrieb (OSB) will zur Straßenreinigung am Sonntag zurückkehren. Das Rechtsamt sagt: Die Straßen müssen gefegt werden, um Gefahren abzuwenden. Eine Gefahr könnten Ratten sein.

Die Osnabrücker Innenstadt läuft aktuell nicht Gefahr, von Ratten überrannt zu werden. Aber die ungeliebten Nager könnten sich in der Stadt ausbreiten, wenn ihnen am Wochenende weiterhin der Tisch reich gedeckt wird. Sie laben sich am Müll, den gedankenlose Passanten auf die Straße fallen lassen und der am Wochenende liegen bleibt, weil der Osnabrücker Service-Betriebbes (OSB) die Sonntagsreinigung einstellen musste. Doch nach der Sommerpause sollen die Sonntagsfeger wieder ausschwärmen, wie OSB-Chef Axel Raue sagt.

Kehrtwende

Es wäre der Ausstieg aus dem Ausstieg: Anfang des Jahres hatte der OSB aus finanziellen, aber vor allem rechtlichen Gründen den Reinigungsgang am Sonntag in der Großen Straße, auf dem Neumarkt und vor dem Bahnhof abgeschafft. Das Gewerbeaufsichtsamt hatte Anfang 2015 auf eine entsprechende Anfrage des OSB-Personalrates Wilhelm Koppelmann geantwortet, die Straßenreinigung könne nicht den Ausnahmetatbeständen des Arbeitszeitgesetzes zugeordnet werden, sie unterliege deshalb der Sonn- und Feiertagsruhe. Für jede Sonntagsreinigung hätte der OSB daher eine Genehmigung einholen müssen. Später öffnete die Gewerbeaufsicht dann doch wieder die Tür: In einem „Feststellungsbescheid“ erklärte die Behörde die Sonntagsarbeit der Reinigungskräfte für zulässig, wenn sie der Gefahrenabwehr und zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung diene.

Gegen Rattenbefall

An dieser Stelle kommen die Ratten ins Spiel. Wie OSB-Chef Axel Raue am Dienstag sagte, ist das Rechtsamt der Stadt in Übereinstimmung mit dem Gesundheitsamt zu der Überzeugung gelangt, dass der OSB sogar in der Pflicht steht, den Müll zeitnah zu entsorgen, um einen gewissen Hygienestandard zu halten und zum Beispiel einen Rattenbefall zu vermeiden. „Wir können gar nicht anders, wir müssen vorbeugend reinigen“, sagte Axel Raue. Das Rechtsamt beschränkt die Reinigungspflicht nach Raues Angaben nicht auf die Innenstadt, sondern blickt auch auf andere Müll-Schwerpunkte an sonnigen Wochenenden wie den Schlossgarten oder den Rubbenbruchsee.

Raue will nach der Sommerpause zu einer regelmäßigen Sonntagsreinigung zurückkehren, wie sie der Stadtrat schon im Mai einstimmig eingefordert hatte . Ein entsprechendes Konzept will er möglichst bald mit dem Personalrat beraten, der sich zuletzt kritisch über die Sonntagsarbeit geäußert hatte. Der Personalratsvorsitzende Wilhelm Koppelmann war wegen der Urlaubszeit nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

In den vergangenen Wochen hat das sonntägliche Müllproblem nachgelassen – aber nicht, weil die Menschen umweltbewusster geworden wären. Axel Raue nennt den wahren Grund: Wegen der vielen Sonderveranstaltungen im Sommer wie Wein- und Bierfeste, hat der OSB-Chef eine Handhabe, sonntags reinigen zu lassen. Die Trupps fegen dann nicht nur den Marktplatz, sondern auch die Fußgängerzone gleich mit.


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