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Ein Gang durch die Innenstadt So spielen die Osnabrücker Pokémon Go

Von Johannes Zenker

Die virtuelle Karte der Osnabrücker Großen Straße zeigt die zahlreichen Interaktionsmöglichkeiten für Pokémon-Spieler in Richtung Dom. Foto: David EbenerDie virtuelle Karte der Osnabrücker Großen Straße zeigt die zahlreichen Interaktionsmöglichkeiten für Pokémon-Spieler in Richtung Dom. Foto: David Ebener

Osnabrück. Auch in der Osnabrücker Innenstadt ist das Jagdfieber ausgebrochen: Überall starren Personen auf ihre Smartphones und spielen Pokémon Go. Wir haben uns auf der Großen Straße umgesehen und geschaut, was die Spieler dort erwartet. Zudem haben wir mit den Nutzern gesprochen und gefragt, was sie an der Pokémon-App fasziniert.


Sie wollen der Allerbeste sein, wollen Arenen besetzen oder einfach nur ihre Pokémon-Sammlung vervollständigen: Auch die Osnabrücker Innenstadt ist nach der Veröffentlichung der Smartphone-App Pokémon Go zum Mekka der Pokémon-Freunde geworden. Wir haben uns rund um die Große Straße umgesehen und geschaut, was die Spieler dort erwartet. Zudem haben uns Nutzer verraten, was sie an der App begeistert.

 Die virtuelle Karte der Osnabrücker Innenstadt in Pokémon Go. Foto: David Ebener 

Treffpunkt H&M: Eine virtuelle Karte der Osnabrücker Innenstadt in der Smartphone-App zeigt die zahlreichen Interaktionsmöglichkeiten für Pokémon-Spieler in Richtung Dom (der hohe Turm am Horizont). Auf dem Weg dorthin erwarten die Nutzer jede Menge PokéStops, bei denen sie an jedem einzelnen Standort im Fünf-Minuten-Rhythmus wichtige Gegenstände abgreifen können - wie Pokébälle, Tränke oder Beeren. Zudem zeigt die Karte zwei Arenen, zum einen an der Georgstraße vor L+T, zum anderen am Dom. Der Weg in die Innenstadt ist vor allem für Pokémon-Fans aus dem Landkreis wichtig: Dort sind die PokéStops in den meisten Gemeinden nämlich rar gesät.

Eine Gruppe Pokémon Go-Spieler auf der Großen Straße. Foto: David Ebener 
Solche Bilder sind in der Innenstadt derzeit gang und gäbe: Plötzlich versammeln sich mehrere Menschen an bestimmten Orten und starren auf ihr Smartphone. Meistens treffen sie sich in der Nähe von PokéStops, an denen jemand ein Lockmodul aktiviert hat. Wie der Name schon andeutet, werden an diese Orte eine halbe Stunde lang besonders viele Pokémon gelockt. Für viele ist mit dem Start der App ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen, wie für Natalie Rechul: "Meine Schwester und ich haben uns früher schon vorgestellt, dass irgendwo Pokémon versteckt sind und wir die suchen können. Jetzt ist das Realität geworden, das ist einfach supercool. Ich finde es toll, dass man die Kamera einschalten kann und das Pokémon dann tatsächlich auf der Straße sitzt."

Oliver (26): "Ich finde es toll, dass man zusammen mit seinen Freunden loszieht, die Pokémon sucht und fängt. Außerdem bewegt man sich und tut was gegen die Kilos."
Im Video erzählt Nicolas Bartling unter anderem, warum er und andere Spieler wegen Pokémon Go aus einem Kaufhaus geworfen wurden. Insgesamt habe er eine Menge Spaß mit der App: „Als die App rausgekommen ist, habe ich sie direkt installiert. Seitdem bin ich schon 35 Kilometer gelaufen. Ich glaube, das Spiel macht mich sogar fit.“ Video: Annalena Klein
Foto: David Ebener 
Bewacht hier etwa ein Tauboga die Supermülltonne Big Belly? Oder sucht es darin nach weggeworfenen Leckereien? Man weiß es nicht ... Fest steht: Wenn Spieler ein Pokémon in der App fangen wollen, können sie die Kamera ihres Smartphones einschalten und die possierlichen Monster scheinbar in der realen Welt jagen. In der Mülltonne soll gerüchteweise übrigens ein Rattikarl sein Unwesen treiben.

So sehen Sieger aus! Felix Huesers (Mitte) ist soeben neuer Arenaleiter an der Georgstraße zwischen L+T und Cup&Cino geworden. Er hat mit seinem Golbat im entscheidenden Kampf Hypno besiegt."Das ist unbeschreiblich.Arenaleiter wollte ich schon immer werden", sagt Huesers. Er und seine Freunde gehören dem Team Gelb an. Weitere Pokémon-Spieler des Teams Gelb können nun in der Arena trainieren und sie verstärken. Mitglieder der anderen beiden in der App existierenden Teams - Team Blau und Team Rot - können versuchen, die Arena einzunehmen, sofern sie sich an die Georgstraße begeben. Erste Erfahrungen zeigen: Die Bank vor Kolkmeyer ist momentan stets von Pokémon-Spielern besetzt.
Felix Huesers (Mitte) freut sich über den Sieg in der Arena. Foto: David Ebener 

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Der Tränenbrunnen. Foto: David Ebener 
Pokemon Go ist nebenbei auch noch richtig lehrreich. Die PokéStops sind in der Regel an Denkmälern, Skulpturen und anderen kulturellen Objekten platziert. Möchte ein Nutzer sein Arsenal an nützlichen Gegenständen vergrößern, sieht er ein Bild des jeweiligen Objekts auf seinem Display. So lernen die Spieler im Vorbeigehen ein Stück Osnabrücker Kultur und Geschichte kennen. Denn wer wüsste schon auf Anhieb, dass die Wasserskulptur an der Ecke Große Straße/Georgstraße Tränenbrunnen genannt wird und im Jahre 1973 von Walter Mellmann geschaffen wurde? Oder wer könnte schon sagen, an welche Personen die zahlreichen Stolpersteine in der Stadt erinnern?

Im Video verrät Laura Götze, was sie an Pokémon Go mag. Sie schätzt zum Beispiel die Verknüpfung von virtueller und realer Welt. Außerdem möchte sie alle Pokémon fangen, die es gibt. Video: Annalena Klein
Jan Hörnschemeyer: "Pokémon Go ist quasi die Verkörperung eines Kindheitstraums. Jeder, der früher einmal Pokémon gespielt oder geguckt hat, wollte selbst Pokémon-Trainer werden. Jetzt ist das möglich."


Auch am Osnabrücker Dom gibt es eine Arena. Foto: David Ebener


Zum Abschluss ein kleiner Abstecher: Eine Menschenansammlung vor der Osnabrückhalle – wann hat es das zuletzt gegeben? Knapp 30 Menschen halten sich dort im Eingangsbereich auf und spielen Pokémon Go. Attraktiv ist der Ort, weil gleich drei PokéStops in der Nähe sind und mit hilfreichen Gegenständen locken, die der Spieler dort erhalten kann. Wenn zusätzlich an allen drei PokéStops Lockmodule aktiviert werden, erscheinen die Taschenmonster in Scharen.

Spieler vor der Osnabrückhalle. Foto: Johannes Zenker