Stammzellen für Carolin Spender für krankes Baby aus Osnabrück gefunden

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Gute Nachricht für das schwer kranke Baby Carolin: Ein Stammzellenspender wurde gefunden. Am Freitag konnte bereits eine Transplantation vorgenommen werden. Foto: Stadt OSGute Nachricht für das schwer kranke Baby Carolin: Ein Stammzellenspender wurde gefunden. Am Freitag konnte bereits eine Transplantation vorgenommen werden. Foto: Stadt OS

Osnabrück. Gute Nachricht für Carolin: Ein Stammzellenspender für das an einer schweren Krankheit leidende Baby aus Osnabrück ist gefunden. Am Freitag konnte eine Transplantation vorgenommen werden, wie der Vater des kleinen Mädchens unserer Redaktion mitteilte.

Baby Carolin leidet an Hämophagozytischer Lymphohistiozytose (HLH), einer außerordentlich schwer verlaufenden Erkrankung des Immunsystems. Mit der Übertragung von passenden Stammzellen hoffen Mediziner, die Krankheit in den Griff zu bekommen.

Carolins Familie ist glücklich, dass ein Stammzellenspender gefunden wurde. Obwohl mehr als sechs Millionen Menschen in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registriert sind, warten viele Patienten vergeblich auf einen passenden Spender. Auch für Carolins Eltern – Frank und Melanie – war die Zeit des Wartens schwer. Das Gefühl, nichts tun zu können, sei bedrückend gewesen, sagt ihr Vater. Er weiß, dass noch ein langer Weg vor seiner zwölf Wochen alten Tochter liegt, doch die Transplantation gibt der Familie neuen Mut. „Carolin hat mit einigen Nebenwirkungen zu kämpfen, erst in einigen Monaten wird man sagen können, ob die Transplantation ihr hilft“, sagt er und möchte im Namen der Familie allen danken, die bei der Organisation einer Typisierungsaktion geholfen haben.

Anfang Juni hatten die Eltern des Mädchens alle Osnabrücker um Hilfe gebeten. In den Berufsbildenden Schulen am Schölerberg gab es eine Typisierungsaktion, um einen passenden Stammzellenspender zu finden. „Oft dachten wir: Schon wieder ein neues Patientengesicht, das dringend einen Stammzellspender sucht! Wir konnten uns nicht vorstellen, dass uns dieses Thema kurze Zeit später schon selbst betreffen würde“, sagten die Eltern vor der Aktion. Die Chancen einen Spender mit den passenden Merkmalen in der gleichen Region zu finden, in der auch der Empfänger lebt, sind größer, sagte der Benjamin Lieb, der die Aktion von der DKMS begleitete. Dennoch gleiche die Suche nach dem „genetischen Zwilling“ der sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Auch Oberbürgermeister Wolfgang Griesert hatte zu der Typisierungsaktion aufgerufen, bei der sich 442 Menschen registrieren ließen. „Es war wirklich Wahnsinn, was da so kurzfristig auf die Beine gestellt wurde“, sagt Carolins Vater, der seine Dankbarkeit kaum in Worte fassen kann. Der Spender wurde offenbar nicht bei der Aktion in Osnabrück gefunden, seinen Namen erfahren Carolins Eltern allerdings frühestens nach zwei Jahren. Der Vater des Mädchens hofft, dass die vielen neuen Registrierungen auch anderen Patienten helfen: „So schlimm die ganze Sache ist, unsere kleine Maus hat so vielleicht auch für andere etwas erreicht.“


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