Kulinarik in Weiß Dîner en blanc im Osnabrücker Schlossgarten


Osnabrück. Paris, New York, Osnabrück — das Dîner en blanc findet mittlerweile auf allen Kontinenten und in vielen Städten Deutschlands statt. Zum sechsten Mal traf sich auch eine Osnabrücker Gruppe zum Flash-Mob. Rund 50 Teilnehmer dinierten im Osnabrücker Schlossgarten, natürlich mit weißer Kleidung.

Ledenhof, 19.20 Uhr: Eine unübersehbare Gruppe weißgekleideter Personen sammelt sich. Stühle, Tische und Bollerwagen mit Lebensmitteln hat jeder mitgebracht. Das ein oder andere Autohupen quittieren sie mit einem Lächeln. Punkt 19.30 Uhr schrillt die Trillerpfeife, eine Person setzt sich in Bewegung und der Tross folgt. Der Initiator des Dîner en blanc bleibt geheim, es ist schließlich ein Flash Mob und keine Veranstaltung.

Geheimer Ort

„Ein Picknick mit Stil“, so nennt Gaby Primmer den Flash-Mob. Ein Dîner en blanc entsteht immer aus einer Privatinitiative heraus und wurde in diesem Fall über das Netzwerk Facebook verbreitet. Das Picknick an bekannten städtischen Orten geht zurück auf eine Veranstaltung des Franzosen Francois Pasquier, der im Sommer 1988 spontan seine überfüllte Privatparty in den angrenzenden Park Bois de Boulogne verlegte. Daraus entstand ein jährliches, nicht angemeldetes Treffen an einem geheim gehaltenen Ort.

In Osnabrück erreichten die Teilnehmer den geheimen Ort nach wenigen Gehminuten: Im Schlossgarten bauten sie eine lange Tafel mit weißen Tischtüchern auf, dekorierten die Tische und servierten das Essen.

„Wir haben Tomate-Mozzarella, mediterranen Nudelsalat und Schawarma vorbereitet“, erzählte Gunilla Mutert, die zusammen mit einer Freundin und Tochter Lilly zum Dîner en blanc gekommen war. Bevor die Köstlichkeiten verputzt wurden, prosteten sich die Teilnehmer zu — Prosecco, Sekt oder Champagner, das Dîner kannte keine Einschränkungen. Nur das Drumherum und die Teilnehmer müssen in Weiß gehüllt sein.

Pflücksalat mit Mango

An einem Tisch wurde ein kaltes, rotes Süppchen mit grüner Creme aufgehübscht, ein anderer Tisch ließ den Korken knallen, am nächsten Tisch aß man Langostinos an Pflücksalat mit Mango. Neben den festlich in Weiß gekleideten Frauen, putzte sich besonders Jochen Lengerke für das Abendessen heraus. „Die weiße Fliege habe ich mir vor ein paar Jahren extra für das Dîner en blanc gekauft“, erzählte er. Weiße Kleidung von Kopf bis Fuß zu tragen, ist Jochen Lengerke aber nicht ganz unbekannt. Die Hose sei seine Arbeitshose, aber frisch gewaschen, gab der Orthopäde offen zu.

Um 23 Uhr endete das Dinner, jeder Teilnehmer des Dîner en blanc ging seines Weges.


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