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10.000 Gläubige unterwegs Wallfahrt nach Telgte bei optimalem Pilgerwetter

Von Stefan Buchholz


Osnabrück/Telgte. Die Osnabrücker Wallfahrt nach Telgte bleibt ein Dauerläufer: Trotz Ferienzeit in Niedersachsen und NRW pilgerten am Samstag über 10.000 Gläubige und Eventsucher zum Gnadenbild der Maria in die westfälische Wallfahrtmetropole.

Diese Zahl gab der Technische Leiter des traditionellen Pilgerzuges, Karlheinz Schomaker, nach der Ankunft in Telgte bekannt. Damit bleibt der Wallfahrerstrom der zahlenmäßig Größte, der Telgte im Laufe eines Jahres erreicht. Überdies gibt es in Deutschland kein Pilgerevent, bei dem sich so viele Menschen zu Fuß auf den Weg machen, so Schomaker.

(Weiterlesen: Liebe in Glandorf – Es funkte bei der Telgter Wallfahrt)

Vom Johannisfriedhof aus sollen sich um drei Uhr am frühen Samstagmorgen schon 800 Pilger auf den Weg gemacht haben. Darunter bereits eine Menge Telgter Gläubige, die mit vier Bussen nach Osnabrück angereist waren. Sie wollten die 164. Auflage des Glaubensmarathons von Beginn an erleben.

Entlang der Bundesstraße 51 über Oesede war der Teutoburger Wald am Herrenrest um fünf Uhr überschritten. Auf den Flachetappen ab Bad Iburg schlossen sich immer mehr Wallfahrer dem Zug an. Viele nutzten auch die Einstiegsmöglichkeit ab Glandorf, der Hälfte der rund 43 Kilometer langen Strecke.

Gemeinsam mit der Clique unterwegs

„Für mich sind es drei Dinge, warum ich immer wieder mitgehe: Das gemeinsame Ziel von so vielen Menschen, das Wahrnehmen der Natur und weil ich viele wichtige Lebensentscheidungen auf der Wallfahrt getroffen habe“, verriet Dirk Gausmann aus GM-Hütte. Normalerweise pilgere er mit seiner Familie. „Sie ist aber noch im Urlaub, so dass ich in diesem Jahr mit den Kumpels aus meiner Clique gehe.“

Das „optimale Pilgerwetter“ (Schomaker) griff Weihbischof Johannes Wübbe beim liturgischen Stopp in der Klause Oedingberge auf. Er rief die Pilger dazu auf, segensreich Schatten in der Gesellschaft zu spenden. „Wir dürfen uns dabei nicht auf andere verlassen. Nein, wir machen das vor und mit: In der Schule des Lebens und des Glaubens Vorbild sein“, sagte Wübbe.

Fast im Windschatten des kilometerlangen Zuges aus Pilgern und Begleitfahrzeugen erreichten auch 200 Radfahrer Telgte. Sie waren von Osnabrück aus über fahrradtaugliche Nebenstrecken ans Ziel gelangt.

Mit der Wallfahrt zur Pieta aus dem 14. Jahrhundert ist die sogenannte Telgter Wallfahrt noch nicht beendet. Am Sonntag früh pilgern – allerdings deutlich weniger – Menschen wieder zurück in ihre Heimatorte.