US-Konzern kauft Unternehmen buw-Verkauf: Das meint die Belegschaft

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Das Osnabrücker Unternehmen buw geht nach dem Verkauf durch die Inhaber Karsten Wulf und Jens Bormann in amerikanischen Besitz über. Foto: buwDas Osnabrücker Unternehmen buw geht nach dem Verkauf durch die Inhaber Karsten Wulf und Jens Bormann in amerikanischen Besitz über. Foto: buw

apo Osnabrück. Der Verkauf des Osnabrücker Callcenter- und Outsourcing-Dienstleisters buw an den amerikanischen Konzern Convergys führt zu unterschiedlichen Reaktionen innerhalb der Belegschaft.

Bereits am 6. Juli hatten die US-Amerikaner die Rechte des niedersächsischen Unternehmens erworben und umgerechnet 123 Millionen Euro investiert. Die Übernahme ermöglicht Convergys nicht nur den Eintritt in den deutschen Markt, sondern ebenso den Ausbau der internationalen Unternehmensstruktur. Innerhalb der Belegschaft führte der Eigentümerwechsel erwartungsgemäß zu gemischten Gefühlen und sorgte vermehrt für Verunsicherung und Überraschung.

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Strategische Neuausrichtung notwendig

Für Daniela Kühlen (45 Jahre), seit 12 Jahren Empfangsdame der buw-Unternehmensgruppe, kam die Nachricht der Übernahme „völlig überraschend“. „Als ich heute Morgen von einer Kollegin die Nachricht erfahren habe, war ich völlig geschockt, ein wenig überfahren, da es keine Gerüchte oder Spekulationen gab.“ Die Kolleginnen und Kollegen hätten verunsichert auf die Neuigkeiten reagiert, „vor allem, weil die Übernahme zunächst über die Medien kommuniziert wurde.“

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Lars Brendler (28 Jahre), Mitarbeiter der Marketingabteilung, erwartet trotz des Verkaufs des Unternehmens keine direkten Konsequenzen für die 800 Mitarbeiter in Osnabrück. Allerdings sei die Übernahme „schade und bedauerlich, da die meisten Kollegen ein gutes Verhältnis zu den Inhabern hatten.“ Er erhofft sich eine Aufrechterhaltung des Arbeitsklimas, auch wenn die Übernahme des Unternehmens zu einer „ambivalenten Stimmungslage unter den Mitarbeitern beitragen dürfte.“

Für Oliver Hunsche (37 Jahre), seit 12 Jahren als Call-Center-Agent bei buw beschäftigt, ergäben sich nun „viele offene Fragen, weil wir nicht wissen, was jetzt passiert und ob wir möglicherweise noch weiterverkauft werden“. Er habe die Nachricht „von einem Kollegen erfahren“ und sei „überrascht gewesen, da es keine Hinweise auf einen möglichen Verkauf durch die Inhaber gegeben hätte.“

Emotionale Stimmung auf Betriebsversammlung

Eva-Maria Kampe (24 Jahre), Auszubildende als Kauffrau für Marketingkommunikation, berichtet, „dass die Inhaber auf der Betriebsversammlung den Verkauf bekannt gegeben“ hätten. Insbesondere für die bisherigen Inhaber Karsten Wulf und Jens Bormann sei die Bekanntmachung „keine einfache Situation“ gewesen, da sie „sehr emotional, sehr aufgewühlt“ reagiert hätten. Sorgen um die Zukunft und den Standort Osnabrück mache sie sich nicht. „Wir machen erstmal so weiter.“

Andre Brockschmidt (50 Jahre), seit 2004 in der IT-Abteilung tätig, habe „über die Website des Käufers und über die Betriebsversammlung“ von der Nachricht erfahren. „Überrascht bin ich, da ich mit einer Fusion oder einem Investor gerechnet habe und weniger mit einem Verkauf.“ Ob es Änderungen gebe würde könne er „noch nicht einschätzen. Ich bin aber positiv.“

Für Melanie Behrens (37 Jahre), Call-Center-Agentin und seit 2009 im Unternehmen, sei die Nachricht „überraschend“ gewesen. „Aber an erster Stelle steht die Frage, wie unsere Auftraggeber auf die Entwicklung reagieren werden“. Zudem hätte man gemerkt, dass „Karsten Wulf und Jens Bormann stolz darauf gewesen seien, ein inhabergeführtes Unternehmen repräsentiert zu haben.“

Tobias Reifurth (26 Jahre), Netzwerkadministrator und seit 2009 bei buw, habe am Donnerstagmorgen „übers Internet und durch die Betriebsversammlung“ von dem Verkauf des Unternehmens erfahren. Diese sei sehr emotional gewesen, „was man natürlich nachvollziehen kann, vor allem mit Blick auf die einzigartige Entwicklung des Unternehmens.“ Intern habe man jedoch schon länger „das Gefühl gehabt, dass sich an der strategischen Ausrichtung etwas ändern“ müsse. „Ein Teil der Belegschaft findet es auch spannend und positiv wie es nun weitergeht.“

Verärgerung über die interne Kommunikation

Unmut über die interne Kommunikation des Unternehmens gibt es insbesondere auch auf der Facebook-Seite der buw Unternehmensgruppe. Einige Mitarbeiter hätten gerne vor Bekanntmachung der Übernahme eine interne Mitteilung durch die Geschäftsführung erhalten.

Facebook-Auftritt der buw Unternehmensgruppe

Der Pressesprecher von buw, Gero Keunecke, hielt den Ablauf der Bekanntmachung über den Verkauf des Osnabrücker Unternehmens zwar für „unglücklich“, allerdings sei man „den Zwängen eines börsennotierten Unternehmens unterworfen.“ Zudem habe man nach der Vermeldung durch das US-amerikanische Unternehmen eine Nachricht an alle Mitarbeiter übermittelt und auf die bevorstehende Betriebsversammlung aufmerksam gemacht. Letztlich müssten jedoch zunächst „alle Gremien und der Betriebsrat über die Entwicklungen in Kenntnis gesetzt werden.“


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