Hilfsprojekt und Auszeichnung Pfarrei St. Johann engagiert sich vielseitig


Osnabrück. Auf ein ereignisreiches Wochenende kann die Pfarrei St. Johann zurück blicken: Am Samstag war Bischof Norman King‘ oo Wambua aus Kenia zu Gast in „Maria – Königin des Friedens“, um über den Bau einer Mädchenschule zu berichten, den die Gemeinde St. Johann unterstützt. Die Osnabrücker wiederum stellten ihm die Spendenaktion „Entenrennen“ vor, das sie gerade zugunsten der Schule vorbereiten. Außerdem begann am Sonntag das Pfarrfest der Gemeinde mit einem Gottesdienst in St Pius, in dem die drei Gemeindeorte von St Johann die Auszeichnung „Faire Gemeinde“ erhielten.

„Bildung ist der Schlüssel“, davon ist Bischof Norman King‘ oo Wambua überzeugt. Seine Diözese Bungoma, liegt in der Nähe der kenianisch-ugandischen Grenze. Dort lebt der Stamm Sabaot relativ isoliert von der Außenwelt am Rand des Mount Elgon. Zur Schule gehen hier nur die wenigsten Mädchen, denn mit 15 oder 16 Jahren werden sie verheiratet. Der heutige Bischof und ehemalige Lehrer will das ändern: Er will den Mädchen mittels Schulbildung helfen, dem Teufelskreis bestehend aus Armut und der Umsetzung traditioneller Bräuche wie der Beschneidung junger Mädchen und Zwangsverheiratung, zu entfliehen. Deshalb kam der Bischhof vor fünf Jahren auf die Idee, eine Mädchenschule zu bauen. Die Gemeinde St. Johann unterstützt ihn dabei seit zwei Jahren. Am vergangenen Samstag kam der kenianische Bischof nach Osnabrück, um über die Fortschritte des Baus zu berichten. „Im nächsten Jahr sollen die Gebäude fertig sein“, so Bischof Norman. In der Schule sollen dann 320 Mädchen in acht Klassenräumen unterrichtet werden.

Die Kirchengemeinde St Johann hat sich vorgenommen, das Mobiliar für den ersten Klassenraum dieser Schule zu spenden. Das kostet 2000 Euro, da stets 40 Schülerinnen in einer Klasse lernen werden, und jede von ihnen ein Pult im Wert von 50 Euro benötigt. Dechant Herrmann Wieh zeigte sich nach einer gemeinsamen Messe mit Bischof Norman optimistisch, das Geld zusammen zu bekommen. Seine Gemeinde sammelt nicht nur in Kollekten für ihr Pfarrprojekt, sondern veranstaltet auch am Sonntag, 29. September, auf der Düte ein Entenrennen, mit speziellen, durchnummerierten Enten. Diese können derzeit für fünf Euro unter anderem in den Pfarrbüros gekauft werden. „Wir möchten zeigen, dass Helfen auch Freude bereiten kann“, erklärte Christiane Lückemeyer, Vorsitzende des Pastoralrats „Maria – Königin des Friedens“. Eine Ente gesichert hatten sich unter anderem Rebecca (8), Noah (6), Sophie (8) und Niklas (10). „Ich habe auch schon einen Namen für meine Ente: Heilige Ente“, erklärte der Zehnjährige begeistert.

„Wo Menschen fair versammelt sind“, lautete am Sonntag das Motto des Pfarrfestes der Gemeinde St. Johann, das vor den Türen der St. Pius Kirche veranstaltet wurde. Zu Beginn feierte die Gemeinde eine Heilige Messe, in deren Verlauf sie offiziell vom Bistum als „Faire Gemeinde“ ausgezeichnet wurde. Die gleichnamige Aktion gibt es seit 2012 im Bistum Osnabrück. Ihr Ziel ist es, Gemeinden zu ermutigen und zu unterstützen, wenn sie ökologische und soziale Aspekte in ihrem Konsumverhalten und bei Aktivitäten berücksichtigen.

„Bisher sind wir sehr zufrieden mit dem Verlauf der Aktion“, berichtete Hubert Hoffmann, Bischöfliche Kommission für Mission, Entwicklung und Frieden. Denn 30 von 200 Gemeinden im Bistum wären schon ausgezeichnet worden oder würden die Urkunden bald erhalten. Und weitere 30 weitere würden überlegen, ob sie auch mitmachen wollen. Bei der Aktion „Faire Gemeinde“, verpflichten sich die Pfarreien aus jeweils sechs fairen und sechs ökologischen Kriterien mindestens fünf einzuhalten. St. Johann ist die erste, „Faire Gemeinde“ im Osnabrücker Stadtgebiet.


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