Kritik auf Facebook „Zur Sekte mutiert“: Streit zwischen Osnabrücker Grünen und DMD

Michael Florysiak, Gründer der Partei „Demokratische Mitte Deutschlands“ (DMD). Foto: David EbenerMichael Florysiak, Gründer der Partei „Demokratische Mitte Deutschlands“ (DMD). Foto: David Ebener

Osnabrück. Die Partei Demokratische Mitte Deutschlands (DMD) des Osnabrücker Ex-Grünen Michael Florysiak hat ihre Kandidatenliste für die Kommunalwahl 2016 veröffentlicht. Michael Hagedorn, von den Osnabrücker Grünen griff die DMD daraufhin öffentlich auf Facebook an.

Mit zehn Personen wird die DMD in allen acht Wahlbereichen der Stadt Osnabrück antreten, verkündet die Partei in einer Pressemitteilung. Der Kandidat Nikolai Zutz im Wahlbereich 4 erregte dabei besondere Aufmerksamkeit bei Hagedorn. Der grüne Fraktionsvorsitzende schreibt auf Facebook: „Toller Kandidat für die Kommunalwahlen auf der Liste des Parteiversuchs DMD unseres Ex-Mitglieds Florysiak. Solche Ratsmitglieder hätten uns gerade noch gefehlt“. Dazu verlinkte Hagedorn auf einen vier Jahre alten Text über Zutz auf einer IT-Nachrichten-Webseite.

Nachfolger von Osnabrücker Skandal-Anwalt

Hintergrund ist die ehemalige Tätigkeit von Zutz als Inkassoanwalt. Als Nachfolger des Osnabrücker Skandal-Anwalts Olaf Tank habe sich Zutz laut Polizeimeldungen als Geldeintreiber für dubiose Internetfirmen betätigt, heißt es auf der Webseite. Tatsächliche hatte die Polizei 2012 vor dem „polizeibekannten Rechtsanwalt Nikolai Fedor Zutz“ als Geschäftsführer der „Kanzlei KFZ – Kanzlei für Forderungsmanagement“ und deren Forderungsschreiben gewarnt.

„Sicherlich interessant, wer zur Wahl antritt“

„Für den ein- oder anderen ist es sicherlich interessant, wer zur Wahl antritt“, sagt Hagedorn auf Nachfrage unserer Redaktion. So etwas auf Facebook zu teilen, halte er für „nichts Ungewöhnliches“. Auch wenn der verlinkte Artikel ein paar Jahre alt sei, habe es den Sachverhalt dennoch gegeben. Die DMD hat derweil auf ihrer Facebook-Seite und Webseite ein öffentliches Statement veröffentlicht.

Wichtigere Dinge zu tun

„Wenn die zur Sekte mutierte Osnabrücker Partei ‚Die Grünen‘ (sicherheitshalber der Zusatz – in meinen Augen) nicht mehr weiter weiß, dann kommt die Klamottenkiste“, schreibt darin Florysiak. Das Parteimitglied Nikolai Zutz sei in der erwähnten Sache als Anwalt tätig gewesen. Er sei aber weder verklagt noch angeklagt worden. „Das ist kein Stil, wir haben wichtigere Dinge in Osnabrück zu tun“, sagt der DMD-Gründer auf Nachfrage. Hagedorn solle sachlich bleiben und nicht die Person angehen.

Anwalt der Zion GmbH

„Was eine Sekte wirklich ist, sollte er bei dem Umfeld, in dem er sich offensichtlich auch bewegt, eigentlich inzwischen wissen“, sagt Hagedorn. Zutz ist Rechtsanwalt der Zion GmbH, die wiederum der evangelischen Freikirche Lebensquelle nahe steht. Zutz sei Anwalt, sagt Florysiak. Mit der Kirche habe er nichts zu tun.

Kein erstrebenswerter Umgang

Zutz weist die Vorwürfe Hagedorns entschieden zurück. Alle Verfahren gegen ihn seien eingestellt worden. Die Aussagen Hagedorns würden ihn als Person diffamieren. „Das eine ist mein Beruf, das andere ist mein persönliches, politisches Engagement“, so der Anwalt. Dieses Verhalten sei kein erstrebenswerter Umgang miteinander, sagt Zutz.

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Die Kandidaten der Demokratischen Mitte Deutschlands (DMD) zur Kommunalwahl 2016:

Wahlbereich 1: Karin Wege; Wahlbereich 2: Withold Harff, Ulrike Bubinger; Wahlbereich 3: Swetlana Berger-Kindermann, Andrè Kröger; Wahlbereich 4: Nikolai Zutz; Wahlbereich 5: Michael Florysiak; Wahlbereich 6: Heidemarie Gehre; Wahlbereich 7: Lydia Hartwich; Wahlbereich 8: Wilfried Kley.

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