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„Musiklehrer müssen auch Konzertpädagogen sein“ Universität Osnabrück; Symposium über musikdidaktische Anforderungen für Schulmusiker

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Osnabrück. Müssen Musiklehrer mehr können als andere Lehrer? Jedenfalls schreibt die Studienordnung für Musik an der Universität Osnabrück mehr Semesterwochenstunden vor als für alle anderen Fächer, so Prof. Dr. Dietrich Helms, Direktor des Instituts für Musikwissenschaft und Musikpädagogik, anlässlich der Eröffnung des Symposiums „Klasse(n)unimusik – Schülerkonzerte als Schnittstelle zwischen Studium und Schule“.

Bei der Podiumsdiskussion zum Abschluss wiederum meinte Simon Woltmann als Vertreter der Studenten, dass man als Musiklehrer heute auch Konzertpädagoge sein müsse. Und darum ging es in den insgesamt 24 Veranstaltungen: Wie können Lehrer Konzerte für Schüler interessant gestalten, wie mit Schülern Konzerte durchführen?

Da die Mehrzahl der Teilnehmer aus den Reihen der Musikstudenten kam, wurden Workshops wie der zur Chorleitung für fachfremd Unterrichtende nicht nachgefragt. Doch das Angebot war vielseitig und originell. So zeigte UMD Dr. Claudia Kayser-Kadereit, wie sie Schülern einer vierten Klasse ein Streichquartett nahe-bringt: Verschiedene Satzarten werden bestimmten Sportarten zugeordnet und sogar in der Partitur markiert. Das funktioniert sogar dann, wenn die Kinder keine Noten lesen können. Ein echtes Streichquartett aus Studierenden spielt kurze Abschnitte live vor. Das ist allein schon spannend. „Weniger als 10 Prozent haben vorher schon ein Streichquartett live erlebt“, so Claudia Kayser-Kadereit.

Mit großer Begeisterung erläuterte der Musikstudent Johannes Jazdzejewski in seiner Präsentation die besonderen konzertpädagogischen Aufgaben im Umgang mit blinden Schülern der ersten bis vierten Klasse.

Peter Witte zeigte in mehreren Workshops die Möglichkeiten schulpraktischen Arrangierens. Dass ein Symposium keineswegs trocken sein muss, zeigte sich auch in einem Workshop der Kölner Konzertpädagogin Anne Weber-Krüger über Rahmenhandlungen für Kinderkonzerte (erste bis sechste Klasse). Mit Aufgaben aus dem Theatersport hatten die Teilnehmer ähnlich viel Spaß wie in einem Workshop zur Konkreten Poesie. Vokalpädagoge Joachim Siegel zeigte hier, wie Schüler der neunten bis zwölften Klasse mit den zunächst sinnfrei aneinander-gefügten Silben der Gedichte von Hugo Ball oder Kurt Schwitters musikalische Ausdruckskraft erlernen können.


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