Umfragen in ganz Niedersachsen Osnabrück sagt Ja zum landesweiten Semesterticket

Ab 2018 mit allen Nahverkehrszügen supergünstig durch ganz Niedersachsen, Bremen und noch weiter fahren: Das verspricht das geplante landesweite Semesterticket für Studenten. Foto: Jörn MartensAb 2018 mit allen Nahverkehrszügen supergünstig durch ganz Niedersachsen, Bremen und noch weiter fahren: Das verspricht das geplante landesweite Semesterticket für Studenten. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Studenten in ganz Niedersachsen sprechen sich für ein landesweit gültiges Semesterticket aus. Die größte Zustimmung bei Umfragen an mehr als einem Dutzend Universitäten und Hochschulen kommt aus Osnabrück.

Das landesweite Semesterticket soll die vielen verschiedenen Semestertickets im Land ersetzen und den gut 200.000 Studenten in Niedersachsen freie Bahnfahrt auf allen Nahverkehrsstrecken gewähren – teilweise auch in benachbarten Bundesländern. Es würde das Reisen mit dem Zug einfacher und billiger machen, außerdem die Eisenbahnunternehmen und ihre studentischen Kunden von bürokratischem Ballast befreien. Angestrebt wird eine Einführung des Superfahrscheins im Jahr 2018.

Alle Signale auf Grün

Um ihre Forderungen gegenüber den Vertragspartnern durchsetzen zu können, holt die Verkehrslandesastenkonferenz (VLAK) als studentische Verhandlungsführerin seit April ein Stimmungsbild bei niedersächsischen Studenten ein. Dabei zeichnet sich breite Unterstützung ab. Eine Universität und Hochschule nach der anderen stellt die Signale auf Grün.

Das klarste Ja zum landesweiten Semesterticket kommt bislang von der Hochschule Osnabrück. Dort lief die Umfrage von Ende Mai bis Anfang Juni. Am Ende stimmten 91,1 Prozent aller Teilnehmer dafür – so viele wie nirgends sonst. „Ein großartiges Ergebnis“, sagt Pascal Raynaud, VLAK-Mitglied aus Osnabrück und treibende Kraft bei der geplanten Semesterticket-Reform.

Uni skeptischer als FH

An der Universität Osnabrück, wo die Umfrage Mitte Juni zu Ende gegangen ist, erklärten sich 75 Prozent der teilnehmenden Studenten einverstanden. Auf den ersten Blick zwar deutlich weniger als bei der FH, und auch in der Gesamtschau ein Resultat weit unter Durchschnitt. Im Vergleich mit der großen Verkehrsumfrage an der Uni von 2014 bedeute die Dreiviertelquote allerdings eine Steigerung um acht Prozentpunkte, wie Raynaud feststellt. „Wir befinden uns auf einem guten Weg.“

Hauptkritikpunkt an der Uni Osnabrück sei „die Fixierung auf Niedersachsen und die nähere Umgebung“, so der Verkehrsexperte weiter. Viele Studenten würden sich eine Erweiterung des Semestertickets in Richtung Nordrhein-Westfalen wünschen, was sich bisher jedoch stets als schwierig herausstellte. „Das Ergebnis zeigt uns, dass die zusätzliche Erweiterbarkeit des landesweiten Semestertickets ein wichtiger Punkt ist.“ Auch andere Hochschulen hätten speziellen Bedarf angemeldet, zum Beispiel die Uni Oldenburg wegen eines gemeinsamen Studiengangs mit der holländischen Universität Groningen.

„Zustimmung verleiht Flügel“

Insgesamt könne die VLAK mit den bisherigen zehn Umfrageresultaten sehr zufrieden sein. Pascal Raynaud: „Eine solch hohe Zustimmung haben wir uns natürlich gewünscht, dennoch beflügeln uns all die positiven Ergebnisse für unsere nächste Verhandlungsrunde im Juli.“

Bedauerlich scheint in diesem Zusammenhang allenfalls die geringe Umfragebeteiligung. An der Universität Osnabrück lag sie den Angaben zufolge bei 6,7 Prozent (897 Teilnehmer), an der Hochschule Osnabrück bei 10,5 Prozent (1351 Teilnehmer). „Natürlich ist das sehr schade“, sagt Semesterticket-Vorkämpfer Raynaud. Überrascht sei er deswegen aber nicht. Bei Wahlen zum Studierendenparlament bzw. Studierendenrat sei die Beteiligung zuletzt nur geringfügig höher ausgefallen. Zudem habe die Semesterticket-Umfrage anders als diese Abstimmungen keinen „unmittelbaren Effekt“, sondern sei „eher als unverbindliches Meinungsbild zu werten“.


Das Semesterticket für Studenten von Universität und Hochschule Osnabrück wird aktuell in Gestalt einer Campuscard (Studentenausweis) ausgegeben. Der Erwerb ist verpflichtend. Das Semesterticket und berechtigt zu beliebig vielen Fahrten in den meisten Nahverkehrszügen in Niedersachsen sowie im angrenzenden Teil Westfalens. Fernzüge der Deutschen Bahn wie ICE und EC sind grundsätzlich tabu, eine IC-Nutzung ist allein Uni-Studenten auf der Strecke Bremen – Emden – Norddeich Mole vorbehalten. Auch der öffentliche Nahverkehr in anderen Städten und Landkreisen ist in der Regel ausgeschlossen.

In und um Osnabrück können Studenten jedoch auf die Busse der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) einschließlich Flughafenbus zugreifen, ohne dafür eigene Fahrscheine lösen zu müssen. Die Verkehrsgemeinschaft Münsterland (VGM) gewährt freie Fahrt für die Buslinien in Hörstel, Ibbenbüren, Lengerich, Lienen, Lotte, Mettingen, Recke, Tecklenburg und Westerkappeln. Weiteres Extra: Alle Studenten in Osnabrück dürfen samstags, sonntags und an Feiertagen in allen Bussen der VOS eine Person auf ihr Semesterticket mitnehmen. Für FH-Studenten in Lingen gilt dies nur auf den Osnabrücker Campuslinien 21 und 22.

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