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Mehr als 1000 Demonstranten Menschen demonstrieren in Osnabrück gegen Rassismus


Osnabrück. In vielen deutschen Städten gingen die Menschen heute gegen Rassismus und für Toleranz auf die Straße – so auch in Osnabrück: Auf Initiative des „Bündnisses gegen Rassismus“ bildeten etwa 1200 Teilnehmer eine Menschenkette vom Dom bis kurz vor den Neumarkt.

Unter dem Motto „Hand in Hand gegen Rassismus – für Menschenrechte und Vielfalt“ formieren sich an diesem Wochenende Menschenketten in ganz Deutschland. In Osnabrück hatte das Anfang des Jahres gegründete „Bündnis gegen Rassismus“ dazu aufgerufen, sich die Hände zu reichen und so ein Zeichen für Toleranz zu setzen. Zum einen ging es den Veranstaltern darum, zu demonstrieren, dass es in Osnabrück viele Menschen gibt, die sich für Flüchtlinge einsetzen: „Wir wollen zeigen, wie breit die Unterstützung für Flüchtlinge in der Stadt ist“, erklärte Mitorganisator Stefan Wilker.

Organisatoren kritisieren Abschottung

Zum anderen nutzte das Bündnis die Aktion, um auf Flüchtlingsursachen aufmerksam zu machen und sich gegen Fremdenhass zu positionieren. „Wir sind gegen Abschottung, gegen die Schließung der Balkan-Route. Viele Flüchtlinge haben so keine Chance, nach Europa zu kommen“, kritisierte Wilker. Daneben befürchtet das Bündnis, dass die AfD im Herbst in Osnabrück bei den Kommunalwahlen antreten könne. Die Menschenkette sei auch ein Versuch, ihr das Wasser abzugraben, so Wilker.

Friedliche Atmosphäre

Bereits vor dem offiziellen Startschuss um 12 Uhr hatten sich hunderte Menschen am Dom und vor dem Theater versammelt, um sich in die Menschenkette einzureihen. Ordner sorgten für eine gleichmäßige Verteilung der Teilnehmer. Nach etwa einer halben Stunde stand die Kette. Vom Dom bis kurz vor dem Neumarkt fassten sich Menschen aller Altersklassen an den Händen, darunter auch viele Flüchtlinge. Einige Teilnehmer riefen Passanten dazu auf, spontan mitzumachen. Viele folgten dem Aufruf – aber nicht jeder mochte sich einreihen. Auch wenn die meisten die Aktion prinzipiell für eine „gute Sache“ hielten. Diverse Teilnehmer hatten Schilder vorbereitet, in dem sie unter anderem Waffenexporte als Fluchtursache anprangerten. Die Atmosphäre entlang der Menschenkette war friedlich und ausgelassen.

Veranstalter zufrieden

Nach gut zehn Minuten war alles vorbei und Applaus hallte durch die Große Straße. Zum Abschied schüttelten sich die Teilnehmer noch einmal die Hände, bevor jeder seiner Wege ging. Stefan Wilker zeigte sich mit der Resonanz insgesamt zufrieden: „Ein paar mehr Leute hätten es vielleicht noch sein können.“ Im Anschluss luden die Organisatoren noch zum Gespräch am Nikolaiort ein. Auch wenn eine ähnlich große Aktion in Zukunft nicht geplant sei, werde man sich weiter für Flüchtlinge einsetzen und gegen Rassismus demonstrieren, so Wilker: „Solange sich das gesellschaftliche Klima nicht ändert, bleiben wir an dem Thema dran.“


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