Chemie-Experimente in Kneipen „Pub Science“ in Osnabrück: Dann macht es bumm


Osnabrück. Warum nicht zum Bierchen eine kleine Explosion? Beim „Pub Science“ sind am Donnerstagabend zahlreiche Schüler durch Osnabrücker Kneipen und Gaststätten gezogen und haben den Gästen chemische Experimente vorgeführt. 

Dass Köstritzer gegenüber Veltins einen Vorteil haben soll, mag man kaum glauben – doch für die Nutzung als Batterie erweist sich die Dose der Altbiermarke tatsächlich als tauglicher.

„Mit der Köstritzer-Dose hat die Bierdosenbatterie jedenfalls funktioniert, wahrscheinlich fehlt den Veltins-Dosen die Aluminium-Beschichtung“, sagte Linus Kreutzfeld zu Joschua Meyer und Marvin Rottmann, allesamt von der Angelaschule. 

Bei einem Pressetermin zur Vorstellung des „Pub Science“ hatten Linus Kreutzfeld und sein Experimentalpartner Nicolas Riedel mit der „Bierdosenbatterie“ noch erfolgreich einen kleinen Propeller angetrieben.

Kochsalzlösung statt Bier

In die beiden Bierdosen hatten die Schüler Kochsalzlösung gefüllt und Grafitelektroden getaucht. Die Chlorid-Ionen aus der Lösung hatten die Aluminiumoberfläche angegriffen, die Aluminium-Ionen gingen in Lösung, es gab eine Redox-Reaktion, der Strom floss ... Ganz normale Chemie eben – wenn man denn die richtige Bierdose hat. 

Gelohnt hatte sich der Veltins-Kauf aber allemal. „Einige der Bierdosen wurden heute auch getrunken ... Im Unterricht“, sagte Marvin Rottmann. Und mit der Anmerkung „Das wirkt ja auch sehr gut einer akuten Unterhopfung entgegen“ bewies Nicolas Riedel, dass der Gymnasiasten-Humor auch noch nicht ausgestorben ist.

Fernsehen im „Grünen Jäger“

Ob erfolgreich oder nicht: Ganz grundsätzlich passte das Experiment „Bierdosenbatterie“ sicher am besten zum „Pub Science“, bei dem auf Initiative des Osnabrücker Chemie-Professors Marco Beeken zahlreiche Schülergruppen durch Osnabrücker Kneipen zogen und die Elemente zum Tanzen brachten. 

Auch das Fernsehen war vor Ort, der NDR berichtete in „Hallo Niedersachsen“ live vom “Grünen Jäger“. Drinnen ließ sich Reporterin Kathrin Kampmann von den Angela-Alkohol-Spezialisten Linus Kreutzfeld und Nicolas Riedel das Experiment „Weinprobe“ zeigen, bei dem sich eine Flüssigkeit nach jedem Umschütten in ein Weinglas durch die Mischung mit einem anderen Stoff neu verfärbt. 

Schaum auf der Hand abgebrannt

Vor dem „Grünen Jäger“ standen dann wieder Angelaschüler, die der Reporterin den Versuch „Methanmamba“ vorführten. Dabei wird Methan in eine Glasschale mit Spülmittel eingeleitet, den dabei entstehenden Schaum kann man sich dann gefahrlos auf der Hand abfackeln, was NDR-Reporterin Kampmann auch an sich vorführen ließ.

Ein paar Meter weiter vor dem „Bottled“ erfreuten derweil drei jüngere Schüler vom Gymnasium Oesede die Gäste. Emily Gabriel, Florim Kasumi und Felix Weiss zeigten unter anderem, wie man mit einer Pringles-Dose, Brennspiritus und Streichhölzern einen Ottomotor simulieren kann.

Die „Bottled“-Besucher seien bislang alle sehr freundlich und geduldig gewesen, auch als der Versuch einmal nicht geklappt habe, weil sich in der Chipsdose zu wenig Gas gebildet hatte. 

Auf die Frage, warum sie sich für dieses Experiment entschieden hatten, gab Emily schließlich eine sehr nachvollziehbare Antwort: „Da explodiert was, das fanden wir gut.“ 


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