Verkehrskonzept am Westerberg „Berliner Kissen“ für gemächliches Fahren in Osnabrück

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Osnabrück. Der Westerberg wird mit „Berliner Kissen“ gepflastert: 40 Doppelpack-Fahrbahnschwellen sollen der Anfang sein, um die Verkehrsbelastung auf den Durchgangsstraßen entschärfen. Weitere Schritte zur Verkehrsberuhigung plant die Stadt in den Folgejahren.

Nach der Absage an eine Westumgehung haben Planer, Bürger und Politiker in mehreren Sitzungen am runden Tisch das Verkehrskonzept Westerberg erarbeitet. Ziel ist es, auf verschiedenen Ebenen durch eine Verhaltensänderung die Zahl der Autofahrten zu reduzieren. Dazu gehört ein 15-Minuten-Takt für die Campus-Buslinie 22 über die Caprivistraße bis 20 Uhr, der auch in den Sommerferien eingehalten werden soll.

Es soll schnell gehen

Betrieben und Verwaltungen soll nahegelegt werden, das Mobilitätsverhalten ihrer Beschäftigten „zu optimieren und Fahrten vom Pkw auf umweltfreundlichere, effizientere Verkehrsträger zu verlagern“. Es gebe Erfahrungen, nach denen das bei 10 bis 20 Prozent der Fahrten gelungen sei. So ist es in der Vorlage für den Ausschuss für Stadtentwicklung formuliert, der das Verkehrskonzept einstimmig absegnete. Die Politiker forderten, dass es jetzt zügig an die Umsetzung der einzelnen Schritte gehen müsse. „Es ist wichtig, dass bald etwas zu sehen ist“, meinte CDU-Ratsfrau Katharina Pötter.

Für das Jahr 2016 sind 150000 Euro im Etat für Verkehrsberuhigung ausgewiesen. Das Geld soll vorrangig für Fahrbahnschwellen investiert werden, mit denen die Stadt das Tempo auf der „heimlichen Westumgehung“ von der Mozartstraße bis zur Gluckstraße und auf der Achse Albrechtstraße-Caprivistraße reduzieren will.

Mini-Kreisel und Zebrastreifen

Diese „Berliner Kissen“ sind jeweils paarweise in Fertigbauweise zu verlegen. Autofahrer werden zum Bremsen gezwungen – oder durchgeschüttelt, weil zumindest eine Spur über die Schwelle rollt. Radler, Busse, Krankenwagen und Lkw sollen dagegen ausweichen können. Ob das reibungslos funktioniert, ist allerdings noch nicht ganz sicher. Deshalb wollen die Planer zunächst nur eine kleine Zahl von Hindernissen installieren.

„Wenn die Probephase mit den ,Berliner Kissen‘ nicht funktioniert, was dann?“, wollte der SPD-Politiker Paul Meimberg wissen. Die Fachleute aus der Verwaltung zeigten sich zuversichtlich, dass es keine Komplikationen geben wird. Dabei sind die Fahrbahnschwellen auf den zwei Straßenzügen nur ein Ansatz von vielen, um das Tempo zu senken. Zum Verkehrskonzept Westerberg gehört außerdem die Einrichtung von Mini-Kreiseln, Mittelinseln und Zebrastreifen. Doch dafür steht in diesem Jahr kein Geld im Haushalt bereit.

Artilleriestraße wird Einbahnstraße

Jürgen Schmidt, der Leiter des Fachdienstes Straßenbau, machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass ein Zebrastreifen nicht nur weiße Farbe erfordert. Straßenleuchten müssten installiert und Bordsteine abgesenkt werden. Das mache die Sache teuer und lasse eine Realisierung erst ab 2017 wahrscheinlich werden.

Einen wichtigen Schritt haben sich die Planer aber schon für dieses Jahr vorgenommen: Die Artilleriestraße soll auf dem Abschnitt zwischen der Sedanstraße bis zur Sudetenstraße Einbahnstraße werden – mit vorgeschriebener Fahrtrichtung Sudetenstraße. Die bislang zweispurige Fahrbahn wollen sie auf vier Meter Breite einschränken, indem sie an einer Seite Stellplätze abmarkieren. Mit der Einbahnstraßenregelung soll auch die Schulwegsicherheit an der Heinrich-Schüren-Schule verbessert werden. Die dafür erforderlichen 10000 Euro sind schon reserviert.


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