Student für einen Tag „Mint-Sommerakademie“ an den Osnabrücker Hochschulen

Von Louisa Riepe

Präpariert man den Geldschein richtig, verbrennt er nicht. Marianne Klekamp probierte es aus. Foto: Egmont SeilerPräpariert man den Geldschein richtig, verbrennt er nicht. Marianne Klekamp probierte es aus. Foto: Egmont Seiler

Osnabrück. Elefantenzahnpasta herstellen, einem Kohlenstoffturm beim Wachsen zusehen und Geldscheine in Brand setzen – für rund 60 Gymnasiasten aus Stadt und Landkreis Osnabrück standen kurz vor den Ferien einige ungewöhnliche Aufgaben auf dem Lehrplan. Bei der ersten „Mint-Sommerakademie“ schnupperten sie für zwei Tage in die verschiedensten Studiengänge an Universität und Hochschule Osnabrück hinein.

Und zum Riechen gab es tatsächlich so einiges, etwa beim Kurs „Verfahrenstechnik – Chemie mit Spannung, Spaß und Überraschungen“. Ingenieurin Silvia Ott zeigte den Schülern dabei zum Beispiel, wie man Zucker mithilfe von Schwefelsäure in Kohlenstoff verwandeln kann. Und während die schwarze Masse im Reagenzglas noch zu einem Turm heranwuchs, breitete sich im Labor ein faulig-stechender Geruch aus. „Das ist die Schwefelsäure“, erklärte Ott, „so eine 100-prozentige Lösung hat es schon in sich.“

Andere Versuche sprachen dagegen eher die Augen an als die Nase: Bei der „Indigo-Ampel“ verfärbte sich eine blaue Glucose-Lösung durch Zugabe von Natronlauge zunächst grün, später rot und schließlich gelb. Ein Paradebeispiel für den chemischen Vorgang der Redoxreaktion, den viele der Teilnehmer schon aus dem Schulunterricht kannten. „Aber hier ist das Lernen spannender“, befand Marianne Klekamp von der Ursulaschule, „man kann mehr selbst machen. Unsere Lehrer machen nur ganz wenige Versuche und wenn, dann wird meistens nur irgendein Metall schwarz. Das ist nicht so interessant.“

Schüler in die spannende Welt der Naturwissenschaften einzuführen, das ist das erklärte Ziel der Sommerakademie. Als Pendant zur „Herbstakademie“, die seit Jahren in Kooperation der Hochschulen und Gymnasien stattfindet, richtet sie sich an Schüler der achten Klasse. „Es ist wichtig, dass die Jugendlichen schon in relativ jungen Jahren einen Einblick in mögliche Studienfächer bekommen“, so Reinhard Fulge vom Verein „Schüler-Forschung-Zentrum Osnabrück“, der das Programm organisiert hat. Insgesamt acht Gymnasien haben zur ersten Auflage bis zu sechs ihrer Jahrgangsbesten für das Programm entsandt. Neun Kursangebote standen den Schülern zur Auswahl.

Teilnehmerin Marianne Klekamp hatte sich bewusst für einen Einblick in die Verfahrenstechnik entschieden. Medizin oder Jura seien bekannte Studiengänge, „aber mit Verfahrenstechnik kommt man sonst nicht in Berührung. Deshalb ist es toll, auch in so spezielle Studiengänge reinzuschauen“, sagte die Achtklässlerin. Für den zweiten Projekttag hatte sie sich einen Kurs zum Thema „Thermodynamik“ ausgesucht. Aber einen konkreten Berufswunsch habe sie noch nicht, sagte die 14-Jährige – schließlich sind es ja auch noch fünf Jahre bis zum Abi.