Stammzellenspender für Osnabrücker Baby Carolin gesucht 442 Menschen lassen sich typisieren

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Osnabrück. 442 Bürger, darunter viele Schüler der Berufsbildenden Schulen (BBS) am Schölerberg, haben sich am Montag für die Deutsche Knochenmarkspender-Datei (DKMS) registrieren lassen. Sie wollten damit dem Osnabrücker Baby Carolin helfen, das vor rund zwei Monaten mit einer schweren Immunerkrankung auf die Welt kam und dringend einen Stammzellenspender braucht.

Das am Freitag von der Stadtverwaltung veröffentlichte Foto von Carolin, die mit großen Kulleraugen in die Kamera des Fotografen schaut, hatte viele Osnabrücker tief berührt. Die Kleine leide an Hämophagozytischer Lymphohistiozytose (HLH), einer außerordentlich schwer verlaufenden Erkrankung des Immunsystems, hieß es im Aufruf zu der eilig einberufenen Typisierungsaktion. Diese wurde nicht zuletzt von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert unterstützt, dem Chef von Carolins Mutter, die in der Stadtverwaltung arbeitet.

Entsprechend groß war der Andrang: Schon nach einer knappen Stunde hatten sich über 150 volljährige Schüler und externe Gäste registrieren lassen. Nach einer kurzen Aufklärung über den Ablauf einer möglichen Stammzellenspende wurden von allen Teilnehmern Wangenabstriche mit Speichelproben genommen und zusammen mit ihren Stammdaten erfasst.

Stiftung „Hilfe für Petra“ mit an Bord

„Das läuft hier wie am Schnürchen“, freute sich Studiendirektor Manfred Lamping. Die Auszubildenden aus den Bereichen Verwaltung, Polizei und Krankenkassen hatten die Organisation übernommen. Die Stiftung „Hilfe für Petra“ aus Georgsmarienhütte unterstützte sie dabei zusätzlich.

Auch die 18-jährigen Schülerinnen Ilka Hörnschemeyer und Louisa Laimer vom Wirtschaftsgymnasium der BBS gaben bei der Typisierungsaktion ihre Speichelproben ab. „Ich habe in der Zeitung und auf Facebook von der Aktion erfahren und mich spontan entschieden hier mitzumachen“, erzählte Louisa Laimer. Ihr Lehrer Heinz Kötter habe am Morgen alle Klassen über den Ablauf der Aktion aufgeklärt.

Schon einmal wurde an der BBS ein Spender gefunden

„Wenn man helfen kann, macht man es gern“, bekräftigte Ilka Hörnschemeyer. „Eine ähnliche Aktion war vor einigen Jahren ja schon einmal erfolgreich.“ Damals wurde bei einer Typisierungsaktion in den BBS am Schölerberg ein passender Spender für einen erkrankten Lehrer gefunden.

„Spender und Empfänger stammen häufig aus der gleichen Region, da dann die Chancen verhältnismäßig groß sind, dass die genetischen Merkmale übereinstimmen“, erläuterte Benjamin Lieb von der DKMS, der die Aktion begleitete. Dennoch gleiche die Suche nach dem „genetischen Zwilling“ der sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Besonders schwer sei es, passende Spender für „Mischlingskinder“ mit Eltern aus ganz verschiedenen Regionen der Erde zu finden, da diese einen zahlenmäßig sehr seltenen Genpool aufweisen. „Aber natürlich gibt es auch den anderen Fall, dass es für einen Erkrankten gleich drei oder vier passende Spender gibt.“

Neue Chance

Wer den Typisierungstermin verpasst hat, der kleinen Carolin oder einem anderen Betroffenen aber trotzdem gerne helfen möchte, kann sich auch direkt bei der DKMS registrieren. Unter www.dkms.de/fbregistrierung kann ein Registrierungsset nach Hause bestellt werden. Diesem liegt ein Wattestäbchen bei, mit dem schnell und einfach selbst ein Wangenabstrich gemacht werden kann. Anschließend wird alles wieder zurück an die DKMS geschickt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN