Euregio Musik Festival Uraufführung zum Festivalabschluss

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Ausdruck und Wärme legte Geiger Alexey Semenenko in seine Lesart des Sibelius-Violinkonzertes. Foto: Thomas OsterfeldAusdruck und Wärme legte Geiger Alexey Semenenko in seine Lesart des Sibelius-Violinkonzertes. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Die Junge Philharmonie Osnabrück spielt als Uraufführung Peter Wittes Concertino, begleitet den jungen Alexey Semenenko im Violinkonzert von Sibelius und glänzt mit Bartholdys „Italienischer“.

Zu Anfang ein vermutlich einmaliges Duett von Kontrafagott und Tuba, später ein weiteres von Klarinette und Solocello, am Ende ein großes Paukensolo – charakteristische Episoden gibt es genug in Peter Wittes Concertino, dessen Uraufführung die Junge Philharmonie Osnabrück unter Christopher Wasmuth spielte. Und zwischen diesen Episoden entfaltet sich eine extrem bunte und abwechslungsreiche Palette an Themen und Klangfarben. Oft unheilvoll drohend, viele Cluster, dann perkussive, stark rhythmisch geprägte Passagen, humoristische Elemente, und kurz blitzen auch üppig-melodische Themen auf. Das alles untergebracht in nur einem Satz von etwa 15 Minuten. Für das Orchester sicher anspruchsvoll, aber das gilt für das ganze Programm zum Abschluss des Euregio Festivals.

Ein Ton voller Wärme

Als Solist war der junge Geiger Alexey Semenenko engagiert, und der versteht es, die Aufmerksamkeit gleich mit den ersten Tönen zu wecken. In Sibelius‘ Violinkonzert ist der Solist sofort dran, eine lange Orchester-Exposition gibt es nicht. Und Alexey Semenenko startet leiser als gewohnt, mit einem ganz feinen, ja dünnen Ton. Zart und geradezu zaghaft klingt das, doch nach ein paar Takten blüht der Ton dafür um so mehr, belebt durch ein großes und schnelles Vibrato, aber weich. Alexey Semenenko spielt das Konzert nicht ganz so scharf akzentuiert wie manche Kollegen, dennoch entschieden mit Ausdruck und mit einem Ton voller Wärme. Das steht dem Konzert gar nicht schlecht, dass ja im Orchestersatz eher fahl und nebelverhangen bleibt. Christopher Wasmuth hält sein Orchester ziemlich im Zaum, der Solist behält stets die Führung, erhält jede Freiheit, viele Stellen nach Lust auszukosten und kann sich ohne Mühe behaupten.

Spielfreude kam zur Geltung

Glänzen freilich kann das Orchester hier kaum, und es kommt auch deutlich besser mit Mendelssohn Bartholdys berühmter „Italienischer“ Symphonie zurecht, die nach der Pause das Konzert beschließt, und besonders gilt das für die schnellen Sätze. Auch wenn das Tempo grundsätzlich etwas ruhiger bleibt: Hier kommt die Spielfreude der jungen Musiker erst richtig zur Geltung und der Klang des überall gut besetzten Orchesters kann sich entfalten. So gelingt als Zugabe sogar das filigrane Scherzo aus Bartholdys „Sommernachtstraum“ leichter und beweglicher, als man hätte vermuten dürfen.


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