Innovativer Swing im Blue Note Echoes of Swing zum sechsten Mal in Osnabrück

Ein guter Name verpflichtet: Die Echoes of Swing machen, was ihr Name impliziert: Sie swingen. Foto: Hermann PentermannEin guter Name verpflichtet: Die Echoes of Swing machen, was ihr Name impliziert: Sie swingen. Foto: Hermann Pentermann

Der Park Lane Jazz Club weiß, was gut ist. Deshalb hat er die Echoes of Swing nun bereits zum sechsten Mal nach Osnabrück verpflichtet. Am Donnerstag gastierte die Formation im Blue Note.

Konzerte des Park Lane Jazz Clubs haben oft etwas Familiäres. Man kennt sich, plaudert, freut sich, und zwar auf Basis der Musik. Die liefern am Donnerstag im Blue Note die Echoes of Swing – wie Clubsprecher Klaus D. Pott vermeldet, bereits zum sechsten Mal. Da wird man zumindest assoziierter Teil der Familie. Anders als manches Familientreffen prägt diesen Abend indes Zwanglosigkeit: Die Jazzfreunde wollen genau das hören, was die Echoes spielen wollen. „Innovativ“ nennt Pott die Musik des Quartetts in seiner Anmoderation – ein Widerspruch in sich? Dazu später mehr. Weiterlesen: Beim letzten Gastspiel in Osnabrück erhielten die Echoes den Preis Keeper of the flame

Ein guter Name verpflichtet

Zunächst einmal erfüllen die vier Musiker ein Grundgesetz des Jazz mit Leben: Sie swingen, weil ohne Swing eben alles nichts ist. Bei Pianist Bernd Lhotzky rollen die Bässe in der linken Hand, Drummer Oliver Mewes swingt fantastisch locker, und darüber spielen Colin Dawson und Chris Hopkins mit Trompete und Altsaxofon ihre Melodielinien und ihre Soli. Man versteht bereits nach wenigen Takten des Openers „Hipsters Hop“, welchen Fang Labelchef Siggi Loch mit dieser Band für sein renommiertes Jazz-Label Act gemacht hat. Die Vier wissen, dass ihr guter Name verpflichtet. Weiterlesen: Die IfM-Studentin Natalia Mateo erhielt für ihre erste Act-Produktion einen Echo

Im Laufe des Abends schreiten die vier die Swing-Ära ab, vom Stride Piano über sanft schwingende Balladen bis zum Bop mit seiner Einstimmigkeit. Auch auf den Ragtime Scott Joplins greifen die vier in einem raffinierten Arrangement zurück, und den „Charleston“ übertragen sie in den Walzermodus. Überhaupt arrangieren die vier mit viel Liebe zum Detail, mit Gespür für Klangfarben und mit Witz. Die beiden Bläser spielen einstimmig, gegenläufig, und wenn sich Melodielinien zusammen mit dem Klavier vielstimmig auffächern, hat das schon fast orchestrale Qualitäten – und in ihrer Raffinesse sind die Echoes tatsächlich innovativ.

Hochwertige Band

In den Soli setzt sich das fort: Colin Dawson kombiniert an der Trompete leise Sensibilität mit strahlendem Hochglanz, Chris Hopkins ist ein wendiger Saxofonist mit filigranem Ton. Bernd Lhotzky spielt nicht nur virtuos von Ragtime bis Swing, sondern weiß auch, welche Töne wirklich wichtig sind – entsprechend luftig und reduziert ist sein Spiel denn auch. Und Oliver Mewes rundet das mit seinem swingenden Schlagzeugspiel ab. Weiterlesen: Chris Hopkins in ungewohnter Rolle - als Pianist

All das präsentieren die Echoes of Swing ganz pur, nämlich unverstärkt. So erreichen die vier die höchste Stufe an Verdichtung und Intimität. Im zweiten Teil des Konzerts, etwa im Duett Lhotzky- Hopkins auch zusammen mit einem hoch konzentrierten Publikum.


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