Vogelsang investierte 6000 Euro Osnabrücker Malermeister setzt auf E-Lastenrad statt Auto


Osnabrück/Georgsmarienhütte. Der Osnabrücker Maltermeister Jürgen Vogelsang hat umgesattelt: Statt mit dem Auto fährt er mit seinem neuen E-Lastenrad zu seinen Kunden. Sehr zur Freude seiner Frau – wegen des „Bauchansatzes“, wie er sagt.

Seit März dieses Jahres legte der 53-Jährige rund 1700 Kilometer mit seinem Rad in Osnabrück und dem Landkreis zurück. „Eigentlich wollte ich mir ein E-Auto kaufen“, erzählt Vogelsang, der einen Malerbetrieb in Georgsmarienhütte hat. Aber dann fragte seine Frau – eine Bewegungspädagogin –, was mit seiner Gesundheit und seinem Bauchansatz wäre.

50 Kilometer täglich

Also entschied sich Vogelsang für ein E-Lastenrad. „Als Autofahrer habe ich mich vorher kaum bewegt, jetzt tue ich das regelmäßig, ohne verschwitzt beim Kunden anzukommen.“ Täglich legt er rund 50 Kilometer mit seinem Rad zurück. Der Elektroantrieb seines S-Pedelecs unterstützt den 53-Jährigen bis zu einer Geschwindigkeit von 45 Stundenkilometern. Damit ist es offiziell ein Kleinkraftrad, das Versicherungskennzeichen und Helm erfordert. Radwege darf er damit nicht mehr befahren. Das sei kein Problem: Ärger mit Autofahrern habe es bislang kaum gegeben, versichert Vogelsang.

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Kunden finden es gut

Für seine Utensilien wie Musterkoffer und Tapetenmuster sei ausreichend Platz, sagt der Malermeister. Das alles hatte seinen Preis: „Knapp 6000 Euro habe ich bezahlt, aber das war es mir wert.“ Immerhin: Für das Geld ist kein neues Auto zu kriegen. Und den Kunden würde das Rad gefallen. „Die sind neugierig, teilweise überrascht – aber die meisten finden es gut“, sagt er.

Viele Vorteile – wenige Nachteile

Seine Mitarbeiter hingegen sind weiterhin mit dem Auto unterwegs. „Für Farben und Leiter ist das Rad zu klein“, sagt der 53-Jährige. Denkbar sei, sie künftig mit E-Autos auszustatten.

Dabei habe das Rad viele Vorteile gegenüber dem Auto: keine nervige Parkplatzsuche mehr, Steigerung der Fitness, weniger Kosten für Unterhalt und Wartung, kein Schadstoffausstoß mit den negativen Folgen, zählt Vogelsang auf. „Und wenn der Stress zu viel wird, kann ich ihn abradeln“, ergänzt er.

Nachteile gebe es auch. Bei Regenwetter helfe zwar die Regenhose. „Bei Glatteis würde ich damit aber nicht mehr fahren.“ Zudem könne er nun manchmal einen Termin weniger pro Tag wahrnehmen, wenn er mehrere weite Strecken zurücklegen müsse. Der Akku reicht bis zu 70 Kilometer weit. Ein paar Mal habe Vogelsang schon seinen Ersatzakku benötigt – also mehr als 70 Kilometer am Tag zurückgelegt.

Und was ist aus dem Bauchansatz geworden? Eine konkrete Antwort darauf bleibt aus. „Aber konditionell hat es sich schon bemerkbar gemacht“, versichert der Malermeister.


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