Komposition von Peter Witte Euregio Musikfestival endet mit einer Uraufführung

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Klassischer Komponist mit hoher Jazz-Affinität: Peter Witte. Foto: Jörn MartensKlassischer Komponist mit hoher Jazz-Affinität: Peter Witte. Foto: Jörn Martens

Zum Abschluss bietet das Euregio Musikfestival das große Besteck auf: Die Junge Philharmonie Osnabrück spielt, zusammen mit dem Solisten Alexey Semenenko, das Violinkonzert von Jean Sibelius und die Italienische Symphonie von Felix Mendelssohn Bartholdy. Los geht es aber mit einer Uraufführung: Dem Concertino für Orchester von Peter Witte.

Die ersten Reaktionen waren durchaus nicht ermutigend. „Darf ich mich noch abmelden?“, fragte ein Geiger der Jungen Philharmonie Osnabrück nach den ersten Erfahrungen mit dem Concertino für Orchester von Peter Witte. Leiter Christopher Wasmuth erzählt die Anekdote mit einem Lächeln, denn der Wind hat sich in dem Laienorchester deutlich gedreht. Anfang April, nach der ersten Probe mit dem gesamten Orchester hieß es, „wow, tolles Stück“.

Besondere Rolle für Tuba und Kontrafagott

Die Idee dazu hatte Wasmuth. Er hat Witte beauftragt, für das Abschlusskonzert des Euregio Musikfestivals ein Werk zu schreiben, und auch der Leiter des Festivals, Timo Maschmann war begeistert von der Idee, das Konzert am Samstag mit einer Uraufführung zu eröffnen. Dem Komponisten haben sie dabei sämtliche Freiheiten zugestanden, nur ein paar Parameter sollte das Werk erfüllen: Die Orchesterbesetzung orientiert sich am Violinkonzert von Jean Sibelius, und Tuba und Kontrafagott sollten eine besondere Rolle einnehmen – beide Instrumente sind hervorragend besetzt. Weiterlesen: Das Euregio-Abschlusskonzert im letzten Jahr mit der Jungen Philharmonie Osnabrück

Nun hat sich Peter Witte einen guten Namen gemacht als Leiter der Uni Big Band, des Jazzchors der Uni, als Bandleader – und als Komponist für all diese Formationen. Doch auch auf dem Feld der sogenannten ernsten Musik bewegt er sich seit längerer Zeit; „größere Werke habe ich 15 bis 20 geschrieben“, sagt er. Das neueste nun orientiert sich, allein durch den Titel, an zwei wichtigen Vorbildern. „Concertino für Ochester“ steht oben auf der Orchesterpartitur, eine Referenz an Béla Bartók und Witold Lutosławski, zwei wichtigen Vorbildern Wittes. Über Bartók hat er seine Examensarbeit geschrieben, und von dem ungarischen Komponisten führte ein recht kurzer Weg zu dem polnischen Kollegen. „Auch heute ist das noch die Musik, die ich am häufigsten höre“, sagt Witte. Und sie haben ihm mit je einem Konzert für Orchester gewissermaßen die Vorbilder geliefert. Wobei Witte aber sehr eigene Wege geht. Weiterlesen: Peter Wittes Komposition zum 30-Jährigen Bestehen des Uni-Kammerchores

Wittes Weg durch die Moderne

Wenn er über klassische Musik und speziell über die Moderne spricht, tritt eine sehr dezidierte Haltung zutage: Mit der Experimentierwut der Avantgarde hat er sich auseinandergesetzt – er aber geht andere Wege. Die Orchestermusikerinnen und -musiker spielen ihre Instrumente ganz konventionell, vor tonalen Zentren fürchtet er sich ebenso wenig wie vor jazzigen Rhythmen, ja, der elegische Mittelteil seines Concertino „darf ruhig ins Schnulzige gehen“, sagt er. Auf der anderen Seite sind die Strukturen komplex genug, um die Spannung beim Orchester hoch zu halten. Und letztendlich hoffen Peter Witte und Christopher Wasmuth natürlich, das Publikum zu erreichen. Nach diesem Wochenende wissen die beiden mehr.


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