„Lariza“ gewinnt im Blue Note Osnabrücker Bands im Wettstreit um den Study up-Award Jazz

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Osnabrück. Vier junge Bands des Instituts für Musik in Osnabrück sind am Dienstagabend im Blue Note angetreten, um den Study Up-Award in der Kategorie Jazz zu gewinnen. Den Sieg trug die Gruppe Lariza davon.

Es hat seine Gründe, warum sich die Jury nach dem Auftritt der letzten Kandidaten ihre Zeit nimmt, um zu überlegen, welche der vier Gruppen den Preis verdient hat, der nicht nur mit einem Preisgeld, sondern auch mit einem Aufenthalt in einem Tonstudio dotiert ist. Die jungen Bands Sund, Loos, Kora Quartett und Lariza eint zwar ihre Verwurzelung im Jazz, doch ist diese bei den Gruppen auf so unterschiedliche Art ausgeprägt, dass man sie eigentlich nicht sinnvoll in Konkurrenz zueinander stellen kann.

Experimenteller Free-Jazz

Sund etwa spielen experimentellen Free-Jazz mit wilden Stücken zwischen laut und leise, die besonders durch Schlagzeuger Yo Beyer glänzen. Beyer trommelt äußerst progressiv und nutzt das Drumset in Gänze. So dienen nicht nur die Trommeln und Becken als Instrument, sondern auch die Schlagzeug-Stative selbst, gegen die er schlägt und in seine verqueren Rhythmen einbaut. Er ist das Rückgrat Sunds, auf das sich Saxofonist Christoph Klenner und Kontrabassist Yannik Tiemann verlassen können und auf das sie mit geschickten Kompositionen reagieren.

Gekonnte Soli

Die Gruppe Loos um die namensgebende Sängerin und Frontfrau Franziska Loos geht es da schon vergleichsweise konventioneller an und spielt einen Mix aus Jazz, Soul und Pop, der zwar vom Gesang dominiert wird aber auch genug Raum für gekonnte Soli der Mitmusiker lässt. Hier ist handwerklich alles auf hohem Niveau, Sängerin Loos traut sich hohe, tiefe und lang gezogene Töne zu, die zwar nicht immer hundertprozentig gut gehen aber von Ambition und Hingabe zeugen.

Perfekt aufeinander eingespielt

Einen Hauch Weltmusik bringt das Kora Quartett zunächst ins Blue Note, als Sänger und Pianist Brice Wilfried Seabright ans Mikrofon tritt und einen Acapella-Gesangsloop im Alleingang einsingt, der den Zuschauern noch lange im Ohr bleibt. Danach überzeugt das Quartett als die technisch versierteste Gruppe des Abends. Die Musiker sind perfekt aufeinander eingespielt, die Stücke zwar anspruchsvoll aber überaus eingängig und charmant vorgetragen. Ein Highlight des Abends.

Eingeschweißtes Team

Die Jury erkor jedoch eine andere Gruppe zum Sieger des Study Up-Awards. Larizas Jazz-Pop überzeugte die Juroren, und das nicht ohne Grund. Denn auch hier tritt ein eingeschweißtes Team um Sängerin Lena-Larissa Senge auf, das quasi eins mit der Musik geworden ist. Senge nimmt sich als Frontfrau zurück und nutzt ihre starke Stimme nicht zwangsläufig nur für Text, sondern auch als reines Instrument, indem sie häufig die Töne des Saxofons und des Basses mitsingt und ihren Gesang in den Hintergrund mischt. So schafft sie etwa Platz für die verzerrten Soli von Gitarrist Leon Plecity. Lariza dürfen den Study Up-Award mit nach Hause nehmen und den Abend mit einer Zugabe beenden.

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