NOZ Monatsrückblick Mai 2016 Viel Musik und neue Ortszentren – der Mai 2016 in der Region

Von Frank Riehemann


Osnabrück. Lyrasingen und Maiwoche in Osnabrück, Internationales Musikfest in Hagen – der Mai 2016 hatte musikalisch einiges zu bieten. Daneben stand die Frage der Zentrumsgestaltung in Osnabrück, Wallenhorst, Hasbergen und Bad Rothenfelde auf der Tagesordnung. Ein Großbrand, eine wilde Verfolgungsjagd und eine Bombendrohung sorgten zusätzlich für Aufsehen.

Der Mai ist in Osnabrück auch in diesem Jahr der Monat der Musik. Am 1. Mai findet das traditionelle Lyrasingen statt. Zum ersten Mal begrüßen die Sänger den Wonnemonat nicht um Mitternacht, sondern zur Mittagszeit auf dem Markt.

Auch die Maiwoche bringt Veränderungen. Die neuen Bühnenstandorte auf dem Ledenhof und dem Neumarkt ziehen zahlreiche Musikfans an. Insgesamt besuchen etwa 700000 Menschen die 44. Auflage des Stadtfestes.

Für etwa 500 Besucher der Maiwoche endet die Heimfahrt mit der Nordwestbahn im Chaos. Der völlig überfüllte Zug muss kurz hinter dem Bahnhof Achmer einen Nothalt einlegen. Passagiere drücken die Zugtüren auf und laufen über das Gleisbett.

Bei einem Großbrand in der Müllrecycling-Anlage Helector (früher Herhof) am Fürstenauer Weg entsteht ein Sachschaden von rund einer Million Euro. Im Anlieferungsbunker hatte sich der eingelagerte Restmüll selbst entzündet. Die Reparaturmaßnahmen werden voraussichtlich drei bis vier Monate dauern.

Auf der Kreuzung Möserstraße/Wittekindstraße endet eine spektakuläre Verfolgungsjagd, an der elf Polizeiautos beteiligt sind. 30 Minuten hatte die Polizei einen Mann verfolgt, der in Lübbecke (Nordrhein-Westfalen) eine Tankstelle überfallen haben soll und vor einer Polizeikontrolle auf der B 51 in Richtung Osnabrück flüchtete.

Die Diskussion um die Reinigung der Innenstadt und des Schlossgartens am Wochenende geht weiter. Der Rat stimmt für den Antrag des Osnabrücker Servicebetriebs, die Reinigung am Samstag und Sonntag so bald wie möglich wieder aufzunehmen. Das Gewerbeaufsichtsamt ist jedoch der Auffassung, dass die Arbeit am Wochenende nur in Ausnahmefällen erlaubt ist. Dieser Meinung schließt sich auch der OSB-Personalrat an.

Die Entscheidung, ob der Neumarkt eine Fußgängerzone wird, liegt jetzt beim niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius. Nachdem der Rat seine Entscheidung vom April 2016 nach einer hitzigen Debatte noch einmal bestätigt hat, will Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, der das Verfahren für rechtswidrig hält, jetzt die Kommunalaufsicht einschalten.

Auch der Beschluss des Rates, den Güterbahnhof in ein Gewerbegebiet umzuwandeln, sorgt für Streit. Die Freikirche Lebensquelle als Eigentümerin des Geländes wirft der Stadt Enteignung, Diskriminierung und Bruch des Grundrechts der freien Religionsausübung vor und schließt Schadensersatzforderungen nicht aus.

Eine Einigung gibt es dagegen im Streit mit dem neuen Restaurant Nokta im Güterbahnhof. Nachdem die Stadt die Gaststätte zunächst wegen einer ungültigen Baugenehmigung schließen wollte, ist sie jetzt bereit, den Betreibern eine unbefristete Genehmigung zu erteilen, wenn ein Bauantrag mit allen erforderliche Unterlagen eingereicht wird.

Derweil wird der Geschäftsführer der Zion GmbH, Ralf Gervelmeyer, zu einer Geldstrafe und zu einer Ersatzleistung für einen finanziellen Vorteil verurteilt, weil er 2014 auf dem Güterbahnhof hochgiftige Fußbodenkleber unsachgemäß entsorgt hat.

Während der Güterbahnhof ein Bahn-Relikt aus längst vergangenen Zeiten ist, werden in der Gartlage die Weichen für den Bahnverkehr der Zukunft gestellt. An der Bohmter Straße beginnt die Deutsche Bahn mit dem Bau eines elektronischen Stellwerks. In fünf Jahren werden die Züge rund um Osnabrück vom Computer aus gesteuert.

Drei Prozesse sorgen im Mai 2016 für Aufsehen. Vor dem Landgericht beginnt das Verfahren gegen den früheren Verleger der „Osnabrücker Sonntagszeitung“, Norbert Fuhs. An 48 Verhandlungstagen soll geklärt werden, ob Fuhs zahlreiche Anleger mit der Herausgabe von Medienbriefen betrogen hat.

Das Osnabrücker Arbeitsgericht urteilt, das die fristlose Kündigung der früheren Chefin des Osnabrücker Cinestar-Kinos, unwirksam ist. Der Kinobetreiber hatte der 37-Jährigen vorgeworfen, nach einem Kakerlaken-Befall Lebensmittel, Verbrauchsartikel und Einweggeschirr unterschlagen zu haben. Inzwischen hat die Frau erneut eine fristlose Kündigung erhalten, diesmal wegen angeblichen Prozessbetrugs.

Der Hochstapler Dr. Drucksache wird erneut wegen Missbrauchs von Titeln verurteilt und gleich im Gerichtssaal verhaftet. Trotz seiner Verurteilung sandte er Dutzende weiterer Schreiben mit dem beanstandeten „Dr. jur“ im Briefkopf an Behörden wie die Staatsanwalt Dortmund oder das Landgericht Osnabrück.

Rund um Osnabrück

In Bissendorf wird ein neuer Bauabschnitt der Reha-Klinik Werscherberg eröffnet. Auf einer Grundfläche von 3.600 Quadratmetern entstand ein großzügiges Haupt- und Empfangshaus mit verschiedenen Nutzbereichen.

In Wallenhorst sorgen die Pläne für die „Neue Mitte“ für einen Eklat im Rat. Eine breite Mehrheit der Ratsmitglieder (SPD, CDW, Grüne, WWG und der Bürgermeister) stimmen dafür, das Projekt weiter zu verfolgen und die Bürger am 11. September 2016 darüber abstimmen zu lassen. Die CDU verlässt schon vor der Abstimmung den Saal. Sie sieht die Geschäftsordnung des Rates verletzt, weil über den Antrag vorher nicht öffentlich beraten worden sei und sie deshalb keine Chancen hatte, wichtige Fragen zu stellen.

Auch in Hasbergen soll es eine „Neue Mitte“ geben. Hier ist man allerdings schon deutlich weiter als in Wallenhorst. In einer Bürgerbefragung stimmen 50,5 Prozent der Hasberger für ein neues Rathaus in der „Neuen Mitte“. 56,8 Prozent votieren für den Abriss der Gaststätte Holzheide und 61,5 Prozent möchten, dass die Gemeinde die„Neue Mitte“ gestaltet.

Nach Horses & Dreams im vergangenen Monat findet im Mai 2016 die nächste Großveranstaltung in Hagen statt. Zum 25. Mal lädt der Musikverein Wiesental zu seinem Internationalen Musikfest ein. 50 Spielmannszüge, Blasorchester und Folkloregruppen aus zehn europäischen Ländern treten in der Alten Kirche und auf dem Festplatz am Schul- und Sportzentrum auf.

Südkreis

Die Themen Immobilien und Zentrumsgestaltung beherrschen im Mai 2016 auch die Kommunalpolitiker und Bürger in Bad Rothenfelde. Der Rat stimmt Anfang des Monats nach heftiger Diskussion einem Antrag der Firma Heristo zu, den Bebauungsplan so zu ändern, dass eine Fläche, die zum Landschaftsschutzgebiet gehört, zu einem Sondergebiet „Verwaltung“ wird. Heristo will dort ein Verwaltungsgebäude und einen Parkplatz bauen.

Für Aufregung unter den Bürgern sorgen ebenfalls die Pläne des Investors Jens Kasselmann, der Turnhalle und Therapiebad des Kurmittelhauses abreißen möchte, um an ihrer Stelle einen neuen Trakt der Klinik am Kurpark zu errichten.

Auch im Bereich des Westfälischen Hofs wird es Veränderungen geben. Die neuen Eigentümer wollen dort neue Gewerbe- und Wohnflächen errichten. Im denkmalgeschützten Gebäude und einem sich anschließenden Neubau könnten außerdem das Rathaus und die Kommunalverwaltung untergebracht werden, die zurzeit Räume im Kurmittelhaus nutzen.

Keine Kritik gibt es dagegen an den verbesserten Entwürfen für ein 40 Meter langes Wohn- und Geschäftshaus, das Thomas Rabe auf dem Grundstück des früheren Kaufhauses Strickling errichten will.

Eine Bombendrohung beschert Dissen eine unruhige Nacht. Am 26. Mai 2016 geht gegen 19.30 Uhr eine Bombendrohung bei der Fleischfirma Schulte Fleisch- und Wurstwaren ein. Die Polizei evakuiert daraufhin das Gebäude, alle Mitarbeiter werden nach Hause geschickt. Auch die Bewohner, die in den Straßen rund um das Firmengelände wohnen, müssen ihre Häuser verlassen. Erst gegen 2.30 Uhr werden die Absperrungen aufgehoben, nachdem Polizei und Feuerwehr keine Bombe gefunden hatten.

In Bad Iburg sorgt eine Einbruchserie für Unruhe. Die Polizei verhaftet vier junge Männer, die für zahlreiche Einbrüche im Kurort und in Osnabrück verantwortlich sein sollen. Alle vier Verdächtigen wohnen im Bad Iburger Flüchtlingsheim. Als Reaktion auf die Einbruchserie gründet sich die Bürgerinitiative „Aktiv gegen Einbruch“, von denen einige Mitglieder regelmäßig auf Streife durch die Straßen gehen.

Auf dem Bad Iburger Urberg öffnet das Restaurant „Pfeffer und Minze“. Es ist Teil des Kulturhofs Festland, das der frühere Robin-Schulz-Manager Ryan Stephans in Sentrup plant.

Blick nach Westfalen

In Lotte dreht sich im Mai 2016 alles um den Fußball. Die Sportfreunde Lotte gewinnen die Meisterschaft in der Regionalliga West und schaffen nach einem Unentschieden und einem 2:0-Sieg gegen Waldhof Mannheim in den Relegationsspielen auch den Aufstieg in die 3. Fußball-Bundesliga.

Auch der Lotter Rat unterstützt die erfolgreiche Mannschaft. Er stimmt für ein Darlehen in Höhe von 315.000 Euro, mit dem die Infrastruktur des Stadions verbessert werden soll.

Das Jugendschöffengericht Ibbenbüren verurteilt einen 18-jährigen Feuerwehrmann , der im Sommer 2015 aus Langeweile und Sensationslust sieben Brände in Westerkappeln gelegt hat, zu zwei Jahren Jugendstrafe, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt sind und 100 Sozialstunden.

Persönlich

Rosa Friesen wird für ihr Engagement für Migranten mit dem Yilmaz-Akyürek-Preis 2016 ausgezeichnet.

Johannes Törner erhält für seine langjährige ehrenamtliche Förderung des Dionysiushauses in Holsten-Mündrup die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Susanne Kirchhoff ist neue Amtsgerichtsdirektorin in Bad Iburg. Sie folgt Dieter Haase, der in den Ruhestand geht.

Hartmut Lauxtermann wird nach 17 Jahren als Osnabrücker Stadtbrandmeister in den Ruhestand verabschiedet.


Hier fassen wir jeweils zum Ende eines Monats die wichtigsten Themen der vorangegangenen Wochen in Kurzform zusammen. Ähnlich wie in den beliebten Jahresrückblicken der Zeitung können Sie hier alles Wissenswerte des Monats aus Osnabrück und Umgebung Revue passieren lassen. Hyperlinks im Text führen Sie bequem zu vorheriger Berichterstattung.

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