Präsentation der Hochschule Osnabrück Erfindungen, die das Leben schöner machen sollen

Von Marie-Luise Braun


Osnabrück. Zwei Fächer, ein offenes Haus: Aktuelle Arbeiten stellten Studierende der Fächer „Media & Interaction Design“ sowie „Industrial Design“ der Hochschule Osnabrück jetzt in der ehemaligen Von-Stein-Kaserne vor.

Es ist weiß, es sieht aus wie eine glatt gezogene Bohnendose, es blinkt grün, manchmal wackelt es – und seine wahren Werte stecken im Inneren. Denn bei diesem „Ding“ handelt es sich um einen interaktiven Lautsprecher. Er soll Menschen, die über eine große Entfernung miteinander kommunizieren, dabei helfen, sich besser zu verstehen. „Bei der Kommunikation über Skype oder Hang out geht die Emotionalität verloren“, sagt Hannes Nehls, Designer und Professor für Interaction Design.

Mit 13 Studierenden hat er vor Kurzem für zwei Wochen die Universität von Sharjah in den Vereinigten Arabischen Emiraten besucht. Gemeinsam mit Studierenden von dort entwickelten seine Schützlinge Anwendungen, die das modernde Leben erleichtern sollen – wie eben den Lautsprecher mit dem Namen „Here“.

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Missverständnisse vermeiden

Dabei half der Besuch, das Problem zu verdeutlichen. Denn Menschen aus anderen Kulturkreisen kommunizieren anders, wodurch Missverständnisse entstehen können. Und zwar vor allem dann, wenn man bestimmte Feinheiten nicht wahrnehmen kann. „Beim Skypen fehlt jede Räumlichkeit“, erläutert Robert Schnüll, der „Here“ mitentwickelt hat. Der Lautsprecher lässt bei der Kommunikation an Computer oder Tablet erkennen, aus welcher Richtung jemand spricht, er wackelt, wenn jemand nervös oder angespannt wird – und zeigt durch Farben, um wen es sich dabei jeweils handelt. Per App wird diese Art der Kommunikation in Gang gesetzt. „Die Prototypen sollen Ende des Sommers fertig sein“, erläutert Robert Schnüll im Getümmel der Ausstellung, die sich so genannten „Calm Technologies“ widmet. Das sind innovative Spielkonzepte, Visualisierungen von Information sowie Geräte und Dienstleistungen, die mit den Nutzern unaufdringlich kommunizieren.

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Dazu zählt auch die intelligente Sonnenbrille, die Linnea Helms, Joy Moorkamp und Tobias Düser entwickelt haben. „Sie warnt vor Sonnenbrand“, sagt Linnea Helms. Über eine App trägt der Nutzer zunächst Informationen ein, beispielsweise welchen Hauttyp er hat, wie empfindlich er auf Sonne reagiert und welchen Lichtschutzfaktor seine Sonnencreme hat. Dann legt er sich mit „Maluvi“ in die Sonne – in dem Namen steckt „Malu“, das hawaiianische Wort für Schatten, und „UV“, das die Sonnenstrahlung bezeichnet. Das Innenleben der Brille berechnet, wie lange sich ihr Träger in der Sonne aufhalten darf. Droht Sonnenbrand, warnt die Brille durch das rote Aufleuchten ihrer Gläser.

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Welcher Film darf es heute sein?

Mit einem Spiel möchten Ricardo Köhne, Lennart Borstermann und Marcel Tebbe ein Alltagsproblem lösen: Die Auswahl des Films als Abendunterhaltung für Gruppen oder Pärchen. Aus einer Liste der möglichen Filme wählt jeder Teilnehmer bei ihrer Entwicklung „Movie Clash“ seine Favoriten aus. Auf dem Tablet spielen sie dann eine Art Quartett miteinander: Wie viele Preise hat der Film gewonnen? Wie lang ist er? Wie viel hat er eingespielt? „Derjenige, der verliert, darf sich aus der Liste der anderen das geringste Übel aussuchen, erläutert Lennart Borstermann die Regeln.

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Für Hannes Nehls ist die Präsentation mehr als eine Übersicht über das, was seine Studierenden im vergangenen Semester geleistet haben. „Unsere Fächer gibt es jetzt seit fünf Jahren. Hier wird jetzt die Vielschichtigkeit der Hochschule als Designstandort abgebildet.“