Zehn Kernziele zur Inklusion Neue Leitlinien für Inklusion im Landkreis Osnabrück

Von Jean-Charles Fays

Gemeinsam anders: Der Landkreis Osnabrück hat zehn Kernziele zur Inklusion formuliert. Der Vorsitzende des Behindertenbeirats des Landkreises Osnabrück, Thomas Täger, begrüßte die neuen Leitlinien am Rande der Sitzung: „Der Landkreis hat gute Arbeit geleistet, das nun auf den Weg zu bringen.“Symbolfoto: DPAGemeinsam anders: Der Landkreis Osnabrück hat zehn Kernziele zur Inklusion formuliert. Der Vorsitzende des Behindertenbeirats des Landkreises Osnabrück, Thomas Täger, begrüßte die neuen Leitlinien am Rande der Sitzung: „Der Landkreis hat gute Arbeit geleistet, das nun auf den Weg zu bringen.“Symbolfoto: DPA

Osnabrück. Der Sozialausschuss hat neue Leitlinien zur Inklusion im Landkreis Osnabrück beschlossen. Basis dieser 86-seitigen Leitlinien ist die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen.

Aus der Bestandsanalyse und den vorgeschlagenen Aktivitäten wurden zehn zentrale Kernbotschaften, die „zehn Kernziele zur Inklusion im Landkreis Osnabrück“ abgeleitet. Nach dem Beschluss des Kreistages zu den „Leitlinien Inklusion“ wird das Gesamtwerk in „einfache Sprache“ übersetzt und von einem Grafikbüro in ansprechender Form gestaltet.

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Den Leitlinien liegen die folgenden zehn Kernziele zugrunde:

1. Für eine optimale Bildung und Teilhabe aller Menschen wird es im Landkreis Osnabrück nach wie vor exklusive und inklusive Angebote geben. Allerdings muss die Transparenz in der Darstellung der Angebote erhöht und den Menschen damit eine Wahlmöglichkeit ermöglicht werden.

2. Menschen mit Behinderung erhalten individuelle, bedarfsgerechte Unterstützung.

3. Ein besonderes Ziel ist die Ermöglichung einer inklusiven Beschulung.

4. Die erforderliche sächliche Ausstattung an Schulen wird für Menschen mit Behinderung gewährleistet.

5. Entsprechend den Bedürfnissen und Notwendigkeiten der Menschen mit Behinderung erfolgen bauliche Veränderungen (Gebäude, Infrastrukturen).

6. Die Berufsorientierung der Menschen mit Behinderung wird zukünftig auf vielfältige Weise begleitet. Landkreis Osnabrück und Maßarbeit werden konkrete Angebote schaffen.

7. Landkreis Osnabrück und Maßarbeit intensivieren gemeinsam ihre Anstrengungen für einen inklusiven Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Sie verschaffen Menschen mit Behinderung einen uneingeschränkten Zugang zum ersten Arbeitsmarkt.

8. Menschen mit Behinderungen werden gezielt selbstständige Wohnformen angeboten und sie werden auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleitet.

9. Der Landkreis sorgt für eine gelingende Kommunikation bei Informationsmaterialien (Internet, Flyer, Broschüren etc., Übersetzung in „Leichte Sprache“).

10. Der Landkreis koordiniert die Fortentwicklung der Inklusion (Bewusstseinsbildung in der Öffentlichkeit) und forciert die Umsetzung seiner Leitlinien.

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Über das Erreichte und die Fortschreibung der Leitlinien wird der Fachdienst Soziales alle zwei Jahre berichten. Ein erster Bericht soll dem Kreistag Mitte 2018 vorgelegt werden.

Behindertenbeirat: „Der Landkreis hat gute Arbeit geleistet, das nun auf den Weg zu bringen“

Der Vorsitzende des Behindertenbeirats des Landkreises Osnabrück, Thomas Täger, begrüßte die neuen Leitlinien am Rande der Sitzung: „Der Landkreis hat gute Arbeit geleistet, das nun auf den Weg zu bringen. Wenn noch Veränderungen nötig sind und nachgesteuert werden muss, dann kann man das immer noch machen, aber das ist eine gute Basis.“ Im Sozialausschuss kritisierte der Meller jedoch die berufliche Integration. In Melle habe die berufliche Integration oft wenig mit Geld zu tun. „Es ist oft in den Köpfen der Unternehmer verankert, dass sie lieber die Ausgleichsabgabe bezahlen als Menschen mit Behinderung einzustellen.“

Maßarbeit soll Unternehmen für Integration von schwerbehinderten Menschen sensibilisieren

Eine Ausgleichsabgabe müssen Unternehmen bezahlen, die nicht die vorgeschriebene gesetzliche Zahl von schwerbehinderten Menschen beschäftigen. Täger regte an, dass das Jobcenter des Landkreises, die Maßarbeit, die Unternehmen verstärkt dafür sensibilisieren soll, es mit Menschen mit Behinderung zu versuchen.

CDU: Schwerbehinderten-Abgabe erhöhen

Anna Schwegmann (CDU) regte an, die Schwerbehinderten-Abgabe zu erhöhen, um mehr Druck auf die Wirtschaft aufzubauen. Sie forderte: „Es müssen von den Unternehmern auch Zugeständnisse an die Leistungsfähigkeit gemacht werden.“