BUND-Garten am Gertrudenberg Ein Paradies für Tiere, Pflanzen und Gärtner in Osnabrück


Osnabrück. Beim „Tag des offenen Gartentores“ gab die BUND-Kreisgruppe Osnabrück am Sonntag Einblicke in ihre Anlage am Gertrudenberg. Sie bot Fachkundiges zum Naturgarten, Wissenswertes zur Imkerei und Köstliches aus der Backstube. Zudem waren Vertreter seltener Tierrassen aus dem Archehof Krüger in Melle-Buer zu Gast.

Es ist so eine Sache mit dem Image und dem Namen. Bienen zum Beispiel gelten gemeinhin als fleißig. Dass sie bei Gefahr stechen, gibt ihr Name nicht wieder. Ohrenkneifer hingegen kneifen uns Menschen gar nicht. Sie sorgen vielmehr – bienenfleißig – dafür, dass Schädlinge aus Gärten verschwinden. Dennoch reichte das nicht, um sich als Maskottchen für den „Tag des Offen Gartentores“ beim BUND Osnabrück zu qualifizieren.

„Sie sehen einfach nicht schön aus“, stellt Jens Gellermann fest, der seinen Bundesfreiwilligen-Dienst beim BUND absolviert und mit seinem Kollegen Rudi Kononenko bei der Veranstaltung am Gertrudenberg Nisthilfen für Ohrenkneifer und Vögel verkauft. Dafür haben die beiden einen Text verfasst, der die Vorzüge des Ohrenkneifers hervorheben und mit dem Vorurteil aufräumen soll, dass das kleine Insekt nachts in menschliche Ohren krabbelt, um dort zuzukneifen.

Seit zwei ältere Damen 1988 der Kreisgruppe des BUND in Osnabrück die 2800 Quadratmeter grünes Paradies vermacht haben mit der Auflage, es ökologisch zu bewirtschaften, gibt es auf dem Grundstück zwischen Ziegelstraße und Senator-Wagner-Weg nicht nur Obst- und Gemüsebeete. Hier finden auch diverse Tiere einen Lebensraum, was die Helfer im Garten mit Nisthilfen und Insektenhotels unterstützen.

Ganz vertieft in ein Fachgespräch über Wildbienen ist die Gartenbetreuerin Ursula Feldmann mit zwei Besucherinnen vor dem Bienenhotel. Grund sind kleine gelbe Häufchen aus bröseligem Substrat, in dem auch tote Bienenlarven zu sehen sind. Am Ende stellt sich heraus: Hier hat eine Biene kurzerhand die Larven einer anderen Art aus dem geschützten Gelege befördert, um dem eigenen Nachwuchs Platz zu verschaffen. Auch bei Insekten ist Wohnraum begehrt.

Etwas friedlicher, wenn auch ein wenig ruppig geht es zu, wenn Ziegenbock Oskar sich nähert und versucht, alles anzuknabbern, was er erreichen kann: Erdbeerblätter, Jacken oder auch Blöcke von Journalistinnen. Am anderen Ende der Leine der Thüringer Waldziege folgt Kathleen Pinkert, die ihren Bundesfreiwilligendienst beim Archehof Krüger in Melle-Buer absolviert. Dort haben vom Aussterben bedrohte Haustierrassen einen geschützten Lebensraum, in dem sie sich auch fortpflanzen sollen. Nur bei Oskar wird das nicht gelingen. „Er ist kastriert“, sagt Kathleen Pinkert achselzuckend.

Immer mehr Besucher strömen in den Garten, bestaunen die üppig bepflanzten Beete, informieren sich bei der Bienen-AG des Gymnasium Carolinum über die Imkerei und entspannen sich am Kuchenbuffet. Für Besucher geöffnet ist der Garten übrigens nicht nur beim Tag des offenen Gartentores. Wenn die Anlage besetzt ist, hängt am Eingang eine Glocke. Wer eingelassen werden möchte, braucht nur zu läuten.


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