Navigationsgürtel gewinnt Prototypenparty im Innovationscentrum in Osnabrück

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Osnabrück. Nach der erfolgreichen Premiere der ersten Prototypenparty im Herbst, ging das sogenannte „Matching-Event“ für Produktentwickler, Designer und Startups im ICO jetzt in die zweite Runde. Von den sieben Ausstellern machten bei der Schlussabstimmung die Zwillingsschwestern Susan und Julia Wache (29) aus Osnabrück das Rennen. Ihre Innovation eines Gürtels, der per Vibration den Weg weist, überzeugte die Gäste.

Auf Platz zwei kam Filmproduzent Janik Schlarmann aus Osnabrück, der eine Software entwickelt hat, mit der man dreidimensionale Architektenzeichnungen virtuell erlebbar machen kann. Dritte wurden die Osnabrücker Michael Mai und Florian Hagedorn mit ihrem abschließbaren Alu-Fahrradanhänger, der das Fahrrad zu einer echten Alternative zum Auto machen soll. 

Präsentation und Feedback

„Viele tolle Ideen landen in der Schublade, weil Designer und Produktentwickler nicht wissen, wie sie sie weiterentwickeln können“, erklärte Veranstalter Mario Leupold aus Hannover, der das Veranstaltungsformat zusammen mit Dörte Roloff und Industriedesign-Professor Gunnar Spellmeyer entwickelt hat. Die Prototypenparty habe deshalb den Zweck, den Entwicklern eine Möglichkeit zur Präsentation ihrer Ideen zu geben und Feedback dafür einzuholen. (Weiterlesen: Junge Entwickler stellen in Osnabrück Innovationen vor ).

Zwei Designvarianten

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde aller Aussteller, der sogenannten „Prototyper“, hatten die Gäste, die „Feedbacker“, Gelegenheit, sich ihre drei Lieblingsideen näher anzuschauen und Fragen zu stellen. (Weiterlesen: Innovationscentrum Osnabrück greift Start-ups unter die Arme )

Der Stand von Susan und Julia Wache von der frisch gegründeten feelSpace GmbH war gleich in der ersten Feedback-Runde dicht umlagert. Die beiden Kognitionswissenschaftlerinnen aus Osnabrück hatten einen Forschungsprototyp ihres „feelSpace“-Navigationsgürtels, zwei Designvarianten und eine „Virtual Reality“-Brille mitgebracht. „Damit kann man einmal ausprobieren, wie es sich anfühlt, wenn man in der Stadt unterwegs ist und der Gürtel einem den Weg weist“, erklärte Susan Wache. Zielgruppe ihres Produkts seien zum einen blinde oder sehbehinderte Menschen, zum anderen aber auch Sportler oder zum Beispiel Geocacher, die bei ihren Freizeitaktivitäten nicht ständig auf ihr Smartphone schauen möchten, um sich zu orientieren. 

Unbefangenheit und Dynamik

Die Entwicklung des „feelSpace“-Navigationsgürtels finanzieren die beiden Schwestern zum Teil per Crowdfunding über die Plattform Indiegogo. Erste Modelle seinen aber auch schon verkauft worden, so Julia Wache. „Mit dem Produkt kann man so viel spielen und machen, das ist absolut genial“, urteilte Unternehmensberater und „Feedbacker“ Uwe Brehl. Außerdem begeistere ihn die Unbefangenheit und Dynamik der beiden jungen Frauen. „Das brauchen Gründer.“ 

App erkennt Pflanzenschäden

Weitere Aussteller auf der Prototypenparty waren Alexander Kennepohl und Charlotte Schumann von der Firma Peat UG aus Hannover, die ihre App „Plantix“ vorstellten, die hilft Pflanzenschäden zu erkennen. Maike Seidel, Julian Fiegenbaum und Lutz Biemann von Sonicview aus Hilden stellten einen Stift vor, der auf einen Code auf Lebensmittelverpackungen reagiert, indem er Informationen über Inhaltsstoffe liefert. „Damit ist es blinden Menschen möglich, allein einzukaufen zu gehen“, erklärte Seidel. 

Fahrrad mit Cocktailstand

Britta Kokemper und Andre Schulte-Südhoff von der Schuko H. Schulte-Südhoff GmbH präsentierten zwei mobile Geräte, den „Airmentor“ und den „Pierre Track“, zur Messung von Luftverschmutzungen vor. Tilo Hergarten und sein Team aus Nordwalde sorgten mit ihrer Idee, dem „Cocktail-Fiets“, einem Fahrrad mit Cocktailstand ähnlich dem „Coffee Bike“ , und Probedrinks für Stimmung unter den Gästen.


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