50 Flüchtlinge sollen kommen Trotz Räumung: Osnabrücker Idomeni-Initiative macht weiter

Das Flüchtlingslager in Idomeni wird geräumt. Für die Osnabrücker Initiative ändert sich damit nichts an der Zielsetzung. Foto: dpaDas Flüchtlingslager in Idomeni wird geräumt. Für die Osnabrücker Initiative ändert sich damit nichts an der Zielsetzung. Foto: dpa

Osnabrück. Die griechischen Behörden räumen das Flüchtlingslager Idomeni an der mazedonischen Grenze. Für die Initiative „50 Menschen aus Idomeni nach Osnabrück bringen“ ändert das nichts an der Zielsetzung. Inzwischen hat sie ein Gespräch mit Innenminister Boris Pistorius geführt.

Es sei ein „sehr konstruktives Gespräch“, gewesen, ließ Innenminister Pistorius nach der Zusammenkunft mitteilen. Er habe der Initiative Wege aufzeigen können, wie sie ihr Vorhaben umsetzen könne. Die Idee, 50 in Griechenland gestrandete Menschen aufzunehmen, kommt von der Flüchtlingsinitiative Rosenplatz. Idomeni sei lediglich ein Synonym, sagt Renate Vestner-Heise, die Initiatorin der Kampagne.

Angehörige gesucht

Ziel sei es, die Willkommenskultur fortzusetzen, auch wenn die Grenzen auf dem Balkan geschlossen sind. Das Osnabrücker Beispiel solle auch andere Städte ermutigen, Flüchtlinge aufzunehmen, die in einem Land wie Griechenland in Internierungslager gesteckt und nur unzureichend versorgt werden könnten. Nach dem Plan der Initiative, die von Generalvikar Theo Paul, dem Verein Exil und anderen Organisationen unterstützt wird, soll vor allem Angehörigen von Flüchtlingen in Osnabrück die Reise nach Deutschland ermöglicht werden.

„Es sollten Menschen sein, die eine gute Aussicht auf Anerkennung eines Schutzstatus in Deutschland haben“, schreibt Renate Vestner-Heise in einem Rundbrief. Den Kontakt zu den Geflüchteten wollen die Aktivisten nach Rücksprache mit Pistorius über das EASO (european asyleum support office) herstellen. Dabei soll nicht gewartet werden, bis 50 Personen zusammengestellt sind. „Es kann losgehen, sobald ein kleines Grüppchen gefunden wurde“, fasst die Initiatorin zusammen.

Auch im Landkreis aktiv

Inzwischen besteht die Absicht, nicht nur Angehörige von Menschen aus Osnabrück zu finden, sondern auch von Flüchtlingen aus dem Landkreis. Theoretisch seien in diesem Jahr für Osnabrück noch 500 bis 600 Geflüchtete über den Königsteiner Schlüssel vorgemerkt. Es sei aber fraglich, ob tatsächlich so viele kommen.

Die Initiative hofft auf weitere Unterzeichner der Petition und auf ein positives Votum des Rates.


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