Erste Ausstellung mit 55 Bildern Osnabrücker Galerie „hase29“ zeigt junge Kunst

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Osnabrück. Start mit „start55“: Die Osnabrücker Gesellschaft für zeitgenössische Kunst beginnt ihr Ausstellungsprogramm mit junger Kunst von deutschen Akademien.

Was ist Kunst? „Öl auf Leinwand“ zum Beispiel. Daniel Homann bringt die Buchstaben auf sein Bild im Format 40 mal 30 und liefert so eine herrliche Persiflage auf die Selbstbezüglichkeit der Kunst. Ob Rainer Robben und Jürgen Schomakers aus Nordhorn genau diese Ironie gefallen hat? Das Bild von Homann ist jedenfalls eines jener 55 Bilder, mit denen eine Fördergesellschaft startet, die auf den Kunstnamen „Gopea“ (gallery of pre-established art“) hört. Start mit „start“? Ja, die frisch gegründete Gesellschaft für zeitgenössische Kunst e.V. in Osnabrück steigt mit den 55 Bildern der Nordhorner Kunstförderer in ihr Ausstellungsprogramm ein. Die Bilder hängen nun dicht an dicht in der nach ihrer Adresse benannten Galerie „hase29“. Hier weiterlesen: Neuer Kunstverein für Osnabrück.

Fördergesellschaft mit 35 Mitgliedern

Wie Jürgen Schomakers berichtet, haben sich bislang 35 Mitglieder in der Fördergesellschaft Gopea zusammengefunden. Für einen Beitrag von 999 Euro im Jahr hat das Mitglied unter anderem das Recht, an der Auktion der 55 eingekauften Bilder im nächsten Jahr teilzunehmen. Robben und Schomakers haben die Bilder an 13 deutschen Kunsthochschulen eingekauft - für sage und schreibe gerade einmal 333 Euro pro Werk. Die Auswahl haben sie noch dazu den Professoren und Studierenden selbst überlassen. Aber ist das nicht die pure Willkür? Robben und Schomakers wollen den unbefangenen Blick auf die Kunst der noch nicht etablierten Maler, aber ihre Gesellschaft besitzt zugleich den profihaften Charme einer klug eingefädelten Kunsthandlung, die auf die Wertsteigerung noch unentdeckter Kunst setzt. Hier weiterlesen: Das ist die Gesellschaft für zeitgenössische Kunst .

Zufallsauswahl von 55 Bildern

Elisabeth Lumme, Vorsitzende der Osnabrücker Gesellschaft für zeitgenössische Kunst, hebt den Aspekt der Förderung hervor. Die Zufallsauswahl als kuratorische Haltung? Das macht Lumme kaum Probleme. Die Gesellschaft, die sich als frischer Osnabrücker Kunstverein versteht, startet mit einem beliebig erscheinenden Querschnitt, kann dank der Vorarbeit der Gopea-Leute gleich eine komplette Ausstellung vorweisen. Die Bilder kommen von jungen Leuten, die immerhin an so renommierten Hochschulen wie der Bauhaus-Universität Weimar, der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, der Akademie der Bildenden Künste in München oder der Hochschule für Künste in Bremen studieren. Was garantiert das? Zunächst einmal nichts. Hier weiterlesen: Kulturausschuss berät über Kürzungen am Kulturetat .

Themen der sozialen Wirklichkeit

Das aus Einsendungen zusammengefügte Bilderkonvolut gibt dennoch Aufschluss über Themen, die junge Malerinnen und Maler bewegen. Auffällig viele Bilder reagieren auf Themen der gesellschaftlichen und medialen Wirklichkeit. Ästhetische Fragen der Malerei selbst treten in den Hintergrund - folgt man der Aussage dieses Querschnitts. Hye Kyoung Kwon etwa macht aus einem Glascontainer ein malerisches Motiv im Großformat, Adreana Dobreva zeigt ausländische Billiglöhner in der Restaurantküche. Charlene Hahne bringt eine Familie im Stil der unscharfen Fotobilder Gerhard Richters auf ihre Malfläche. Und Tonio Mundry verarbeitet Selfie-Funde aus dem Netz, indem er die Bilder mit feinen Strichen aus Lackstiften in kunterbunten Pixelschnee verwandelt. Wer will, kann die ganze Ausstellung als Schnappschuss verstehen, als Momentaufnahme einer Künstlergeneration im Aufbruch. Hier weiterlesen: Osnabrücker Kunstszene streitet über die Stadtgalerie.

Sponsoren für die Galerie

Nach der Bilderschau macht die Gesellschaft für zeitgenössische Kunst im Jahr 2016 mit einem Ahnen-Projekt von Renate Hansen, einer Installationen-Ausstellung der Klasse Henk Visch von der Akademie in Münster, einer Langzeitperformance „Canto Ostinato“ und schließlich einer Lichtinstallation von Harald Fuchs weiter. Die Stadt Osnabrück unterstützt das Ausstellungsprogramm ebenso wie die Stiftung der Sparkasse, die für 2016 die Mietkosten trägt und dem Osnabrücker Unternehmen Maleki, das der Galerie einen neuen Belag auf den Boden gezaubert hat. Wer spitzfindig urteilt, könnte die Startausstellung für diPreview einer Auktion halten. Immerhin soll der Erlös komplett an die beteiligten Künstler gehen. Hier weiterlesen: Konkret mehr Raum - Kunst im Osnabrücker Stadtraum.

Osnabrück, Galerie hase 29: Start 55. Junge Kunst aus deutschen Kunsthochschulen. Eröffnung: Freitag, 27. Mai 2016, 19.30 Uhr. Bis 18. Juni 2016. Di., Mi., Fr., 14-18 Uhr, Do., 16-20 Uhr, Sa., 11-15 Uhr. www.gzk-os.de ; www.gopea.de


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