Nach Typisierung an der Hochschule Studentin Stefanie Mesch spendete Stammzellen

Von Regine Hoffmeister

Stefanie Mesch (21) ist die 50. Spenderin, die aus den DSD-Schultypisierungen hervorgegangen ist. Foto: Puls PRStefanie Mesch (21) ist die 50. Spenderin, die aus den DSD-Schultypisierungen hervorgegangen ist. Foto: Puls PR

Osnabrück. Erst im Oktober 2015 hatte sich die Osnabrücker Studentin Stefanie Mesch (21) bei einer Blutspendeaktion an der Hochschule Osnabrück für die Deutsche Stammzellspender Datei (DSD) typisieren lassen. Schon knapp ein halbes Jahr später wurden ihre Stammzellen gebraucht. Mit ihrer Spende ist sie die fünfzigste Spenderin aus den DSD-Schultypisierungsaktionen.

Stefanie Mesch lebt und arbeitet in Münster. Am Osnabrücker Hochschulstandort in Lingen absolviert sie ein duales Studium im Fach Wirtschaftsinformatik. Aktuell schreibt sie ihre Bachelorarbeit. Als im vergangenen Herbst eine Blutspendeaktion mit Typisierung für die Deutsche Stammzellspender Datei an der Hochschule angeboten wurde, ließ sich Mesch gleich registrieren. „Ich hatte das sowieso vor, und da bot die Blutspende eine gute Gelegenheit.“ 

Alles ging ganz schnell

Dass sie so schnell als Spenderin angefragt werden würde, damit habe sie aber nicht gerechnet. „Normalerweise macht man nach einer gewissen Zeit noch eine Bestätigungstypisierung, damit man auch sicher sein kann, dass die erfassten Daten stimmen“, erklärte Mesch. Diese habe bei ihr noch nicht einmal stattgefunden, da hatte sie schon ein Schreiben der DSD im Briefkasten, dass ihre Stammzellen benötigt würden. 

Das war Mitte März, und danach musste es schnell gehen. Nach einem weiteren Bluttest bei ihrem Hausarzt wurde sie an der Uniklinik Münster auf ihre Spende vorbereitet. „Vier Tage vorher musste ich mir morgens und abends ein Aufbaupräparat spritzen, damit sich die Stammzellen in meinem Blut vermehren“, berichtete die 21-Jährige.

Sie habe dabei leichte Knochenschmerzen gehabt, aber sonst nicht viel davon gemerkt. Auch die Spende Anfang Mai, bei der die angereicherten Stammzellen aus ihrem Blut herausgefiltert wurden, sei ohne Probleme verlaufen. 

Empfängerin ist eine junge Frau

Über die Empfängerin ihrer Stammzellen hat Mesch derzeit nur anonymisierte Daten: „Ich weiß, dass es sich um eine junge Frau aus Deutschland handelt.“ Sie habe ihr über die DSD auch schon geschrieben und sei gespannt auf die Antwort und natürlich, ob sie der Frau mit ihrer Spende habe helfen können.

Namen und Wohnort der Empfängerin werde sie aber erst in zwei Jahren erfahren, denn Spender und Empfänger sollen sich nach den geltenden Richtlinien nicht näher kennenlernen und eine emotionale Beziehung zueinander aufbauen, bevor nicht klar ist, dass der Empfänger auch langfristig gesund bleibt. 

Die DSD-Schultypisierungen sind laut Statistik mehr als fünfmal so erfolgreich wie reguläre Typisierungen. Unter tausend registrierten Spendern findet sich nämlich lediglich eine Person, die tatsächlich einmal ihren ihrem Leben Stammzellen spendet. Bei den jungen Leuten aus den Schultypisierungsaktionen ist es dagegen einer von 190 typisierten Spendern. Bis zu einhundert verschiedene Krankheiten, darunter viele Formen der Leukämie, können heute mit Stammzellen behandelt werden. 

Weiterführende Informationen zu den DSD-Schultypisierungen gibt es auf www.deutsche-stammzellspenderdatei.de.