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Osnabrücker Forum Vielfalt und Teilhabe Integrationspreis für Hamelner Anlaufstelle für Ex-Häftlinge

Von Beate Nakamura

Der Integrationspreis geht an „Resohelp“ aus Hameln. Das Foto zeigt Hans Ulrich Schneider, Heike Vierks, Michael Karin und Innenminister Boris Pistorius in der Lagerhalle. Foto: Hermann PentermannDer Integrationspreis geht an „Resohelp“ aus Hameln. Das Foto zeigt Hans Ulrich Schneider, Heike Vierks, Michael Karin und Innenminister Boris Pistorius in der Lagerhalle. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Jetzt sei die Zeit für Willkommenskultur gekommen, sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) beim zweiten Forum „Vielfalt und Teilhabe“ in der Lagerhalle. Bei der Veranstaltung der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung ging es nicht nur um die Integration von Flüchtlingen. Der Integrationspreis der Stiftung ging an „Resohelp“ aus Hameln, eine Beratungsstelle zur Reintegration inhaftierter Jugendlicher.

Seit ihrer Gründung im Jahr 2009 fördert die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung nicht nur den Sport: „Im vergangenen Jahr hat sich gezeigt, wie gut es ist, dass wir Integration als Stiftungszweck in unserer Satzung haben“, sagte der Vorstandsvorsitzende Hans Ulrich Schneider bei der Eröffnung. 25 Prozent der Stiftungsgelder fließen in Integrationsprojekte. Einerseits in eigene Initiativen, wie Feriensprachcamps, die Erstellung eines Deutsch-Arabischen Sprach- und Migrationsführers oder das Projekt „Stiftungen helfen“, mit dem Ehrenamtliche schnell und unbürokratisch unterstützt werden. Zum anderen gehen Gelder an Initiativen und Vereine vor Ort.

Vernetzung wichtig

Die Vernetzung von Haupt- und Ehrenamt sei hier besonders wichtig, unterstrich Innenminister Boris Pistorius, der auch Vorsitzender des Stiftungsrates ist: „Die Zusammenarbeit von Politik, Verwaltungen, Hilfsorganisationen und Ehrenamtlichen hat sich bewährt.“ Der Sport spiele bei der Integration eine besondere Rolle: „Hier zählen Talent, Spaß und Begeisterung“, so Pistorius. Wer in einem Team gemeinsam mit anderen Siege gefeiert und Niederlagen beweint habe, gehöre schnell dazu. Dies gelte insbesondere für Kinder und Jugendliche. (Weiterlesen: Innenminister spricht mit Schülern über Flüchtlinge)

Zweite Stufe: Willkommenskultur

In der folgenden Podiumsdiskussion gingen Badreldeen Babiker, Flüchtling aus dem Sudan, Boris Pistorius und Andreas Neuhoff, Vorstandsvorsitzender des Osnabrücker Vereins Exil, unter der Moderation von Seda Rass-Turgut, Osnabrücker Integrationsbeauftragte und Vorstandsmitglied der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung der Frage nach, wie sich Ehrenamtliche sinnvoll und gezielt in die Flüchtlingsarbeit einbringen können – und wie nicht. Nachdem im Herbst noch die Grundversorgung im Fokus stand, gehe es nun um Integration: „Jetzt ist die Zeit für Willkommenskultur“, betonte der Innenminister. Sprachkenntnisse seien die Basis. Auch die Vermittlung kultureller Kenntnisse sei wichtig. In beiden Bereichen könnten sich Ehrenamtliche einbringen. Rechtsberatung aber auch die Koordination der Ehrenamtlichen sei dagegen durch Hauptamtliche zu leisten. Inzwischen hätten viele Menschen ihre Aufgabe in der Flüchtlingsarbeit gefunden: „Wir haben Kontakt zu 1000 Menschen, die zeitweise, und zu 300, die regelmäßig bei uns ehrenamtlich tätig sind“, sagte Andreas Neuhoff.

Integrationspreis an „Resohelp“ aus Hameln

Im Anschluss an die Diskussion stand ein Integrationsprojekt mit völlig anderem Schwerpunkt im Fokus: Der Innenminister überreichte den Integrationspreis der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung an „Resohelp“ aus Hameln. Unter dem Motto: „Und morgen sind sie wieder unsere Nachbarn…“ veranstaltet die Beratungsstelle Vorbereitungskurse für Inhaftierte der Jugendanstalt Hameln, Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund, die nach der Haft einen Neuanfang machen möchten. „Wir hätten nie mit dem Preis gerechnet, zumal wir nicht im Bereich Flüchtlingsarbeit tätig sind“, sagte Michael Karin, von Resohelp. Seine Botschaft teilen aber wohl auch die übrigen 130 Forums-Teilnehmer: „Öffnen Sie Ihre Türen und Ihre Herzen!“