Alter und variantenreicher Familienname Hof von Bischopink war direkt dem Bischof unterstellt

Von Winfried Breidbach

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Die Bischopinks führten eine direkt dem Bischof unterstellte Hofstelle. Foto: dpaDie Bischopinks führten eine direkt dem Bischof unterstellte Hofstelle. Foto: dpa

Osnabrück. Unser Leser Arndt von Bischopink aus Osnabrück meint, dass sein Familienname einen unfreien Bauern bezeichnete, der einem Bischof zugehörig war.

Der Nachname Bischopink wird von knapp 200 Personen getragen, die weit überwiegend im Bundesland Nordrhein-Westfalen leben. Ein starkes Nest des Namens zeichnet sich im südwestfälischen Landkreis Olpe ab, wo mehr als jeder zweite Namensträger lebt. Bei etwa zwei Dutzend Personen weist der Familienname die Form „von Bischopink“ auf, die in öffentlich zugänglichen Quellen in dieser Schreibung seit dem Anfang des 17. Jahrhunderts nachzuweisen ist: 1609 „Johann von Bischopink“ in Münster. Weitere Belege: 1656 „Johann Friedrich von Bischopink“ (Dorlar/Hochsauerlandkreis), 1676 „Johan Berndt von Bischopinck“ (Coesfeld), 1752 „Maria von Biscoping“ (Arnsberg).

Bei Bischopink ist eine eigentlich veraltete Schreibweise der häufigen Namenendung -ing erhalten geblieben und heute sogar häufiger als der Name in der Normalform „Bischoping“ (120 Namensträger). Als weitere, seltenere Schreibungen des Namens gibt es heute noch die Namensformen Bis(s)chopinck, Biskoping und Biscoping. „Bischoping“ ist ein Begriff, der bereits im 10. Jahrhundert in einem Besitzrechtsverzeichnis des Klosters Essen-Werden belegt ist, wo es heißt „in villa Biscopinchusun“ (Landgut Bischopinghausen).

Das alt- und mittelniederdeutsche Wort Biscoping bezeichnete den einem Bischof gehörenden Teil des Kirchenbesitzes. Ein Biscopinghof war also eine Hofstätte, die direkt dem Bischof unterstellt war und nicht dem Propst als Vertreter und Führer des Domkapitels. Insbesondere in Westfalen gab es zahlreiche Biscopinghöfe, auf die die heutigen Familiennamen Bispinghoff und Bispinghof direkt zurückzuführen sind. Das Bestimmungswort Bisping ist mit Schwund der mittleren Silbe aus Biscoping/Bischoping abgeschliffen. Eine ganz parallele Entwicklung nahm der Familienname Herschoping, der über Hersping zu Hesping vereinfacht wurde. Auch die einfachen Namen Bischoping, Bischopink, abgeschliffen Bisping und Bispin(c)k, gingen von einem Biscoping-/Bispinghof aus. Im Nordosten Niedersachsens können die Familiennamen Bischoping/Bisping usw. als Herkunftsnamen zum Ort Bispingen im Heidekreis gehören, dessen Name aus „Biscopinge“ verkürzt ist.

Einige ältere Belege: 1304 „Johannes de Bischopinge“, 1359 „Werneke de Bischopinghe“ = 1385 „Werner Bysping“ (alle in Lüneburg), 1412 „Hinricus Bischopinck“ (Dortmund), 1498 „Johannes Bischopinck“ (Münster).


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