Thöle Ehlhardt verlässt Partei Machtkampf bei den Grünen im Kreis Osnabrück

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Osnabrück. Die stellvertretende Fraktionschefin der Grünen im Kreis Osnabrück, Ursula Thöle Ehlhardt, ist aus der Partei ausgetreten. In dem neu zugeschnittenen Wahlbereich 9 konkurrierte sie mit Fraktionschef Rainer Kavermann um Listenplatz 1. Thöle Ehlhardt ärgerte offenbar, dass die Mitglieder Kavermann wählten.

Die Sozial- und Bildungsexpertin der Kreistagsgrünen war am Tag nach der Listenaufstellung für die Kreiswahl am 11. September nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Angesprochen auf die Aufstellung der grünen Liste am Mittwochabend in Bramsche sagte sie am Mittwochnachmittag nach dem Kreis-Sozialausschuss lediglich: „Ich bin vor einer Woche aus der Partei ausgetreten.“ Weitere Erklärungen wollte sie dazu noch nicht abgeben. Bereits bei der vorherigen Aufstellung der grünen Liste des Wahlbereichs 9 (Bissendorf, Hilter , Melle-Bruchmühlen, Melle-Buer, Melle-Oldendorf, Melle-Westerhausen) war sie Kavermann unterlegen.

Neuer Bananen-Wahlbereich 9 von Melle bis Hilter

Zu dem Duell Fraktionschef gegen seine Stellvertreterin war es gekommen, weil es eine neue Einteilung der Wahlbereiche gibt. Zuvor war Kavermann aus Hilter in Wahlkreis 8, nun ist er im von den Grünen wegen seiner Form als „Bananen-Wahlkreis“ verspotteten Wahlkreis 9 von Melle bis Hilter.

( Weiterlesen: Neuer Bananen-Wahlbereich 9 von Melle bis Hilter ärgert die Grünen )

Grünen-Parteivorstand kann Parteiaustritt nicht nachvollziehen

Der Sprecher des Parteivorstands der Grünen, Ralph Griesinger, kann Thöle Ehlhardts Parteiaustritt „nicht nachvollziehen. Das war eine demokratische Wahl, und sie war einstimmig für Kavermann.“ Platz 2 sei kein schlechter Platz. Auch bei der vergangenen Wahl sei es in manchen Wahlkreisen wie etwa in Bramsche vorgekommen, dass es nicht der Listenkandidat 1 in den Kreistag geschafft hat. Auch habe Thöle Ehlhardt die Möglichkeit gehabt, sich für Platz 1 vorschlagen lassen zu können und ihre Position darzulegen. „Das hat sie nicht getan, da sie vorher ausgetreten ist“, konstatiert Griesinger.

Acht von zehn Spitzenkandidaten sind Frauen

Zur besonderen Situation, dass bei den Grünen grundsätzlich einer Frau Listenplatz 1 vorbehalten ist, sagte Griesinger: „Bei acht von zehn Listen ist das der Fall, im Wahlbereich 9 und 10 nicht. Da fiel die Entscheidung, erfahreneren Männern unserer Partei den Vorzug zu geben.“ Nach einem Statut der Grünen sei es aber auch ausreichend, die Hälfte der aussichtsreichen Listenplätze mit Frauen zu besetzen.

Kavermann: Trotz meiner Unterstützung hat sie es nicht geschafft

Kavermann sagte: „Für Uschi ist es sehr bedauerlich gelaufen. Trotz meiner Unterstützung hat sie es nicht geschafft, sich auf den ersten Listenplatz wählen zu lassen.“ Kavermann hätte nach eigenen Angaben auf den ersten Listenplatz verzichtet, aber die Mitglieder hätten nach dem eindeutigen Votum für ihn gesagt: „Wenn du es nicht machst, dann wählen wir eine andere Frau auf Listenplatz 1.“

Joachim Lücht unterliegt in Kampfkandidatur

Im Wahlbereich 5 (Bad Essen, Bohmte, Ostercappeln) trat das Kreistagsmitglied Joachim Lücht in einer Kampfabstimmung gegen die in der Ortsverbandssitzung gewählte Spitzenkandidatin Petra Lucas an. Um Lücht gibt es parteinintern Diskussionen. Er hat laut Kreisvorstand Griesinger nicht die geforderten Anteile der Vergütungen aus seinem Mandat an den Verband abgeführt. Im Wahlbereich 7 (Bad Iburg, Hagen, Hasbergen) setzte sich Felicitas Exener gegen Karin Hehemann durch.

Neuer Grünen-Slogan: „Keinen Hass als Alternative für Deutschland“

Im Anschluss an die Wahl diskutierten die Mitglieder Wahlkampfthemen. Die Öko-Partei will mit mehr Energieeinsparungen auf 100 Prozent erneuerbare Energien kommen und fordert mehr Bus- und Bahnverkehr sowie ein Nein zur A33-Nord. Die Partei will mehr finanziellen Spielraum für die Gemeinden. Die Grünen einigten sich auf den Slogan „Keinen Hass als Alternative für Deutschland“ und fordern Teilhabe für alle, egal welcher Herkunft. Die genauen Forderungen sollen in den nächsten Wochen ausgearbeitet werden.


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