„Next Stop Rock“ in Osnabrück Bandklassen-Meeting in der Lagerhalle


Osnabrück. Fünf Schülerbands, die von Lehrern der Musikschule Osnabrück gecoacht werden, präsentierten in der Lagerhalle Songs, die sie im vergangenen Schuljahr an ihrer jeweiligen Schule geprobt haben.

Freitagmorgen, 11 Uhr. Vor der Lagerhalle steht eine junge Frau – und singt. „This Girl Is On Fire“ schallte es gekonnt durch die Häuserflucht. Was der zufällige Passant nicht weiß: Jessica, so der Name der jungen Sängerin, probt noch einmal schnell den Alicia Keys-Song, den sie einige Minuten später mit ihrer Band vor Publikum im Saal der Lagerhalle vortragen wird.

„Next Stop Rock“ heißt das Motto des Bandklassen-Meetings, das jetzt zum zweiten Mal in dem Soziokulturellen Zentrum stattfand. Es handelt sich um eine Art Leistungsschau der Bands, die von Coaches der Musikschule an fünf Haupt- und Realschulen betreut werden. „Mit unserem Bandklassen-Projekt erreichen wir vor Ort die Schüler, die nicht zu uns kommen“, erklärt Sigrid Neugebauer-Schettler , Leiterin der städtischen Musik- und Kunstschule. Die Resonanz auf ihr Projekt sei ausgesprochen positiv, sagt sie. Da gebe es Schüler, die nicht die größte Motivation hätten, den „normalen“ Unterricht zu besuchen. „Aber beim Bandklassen-Unterricht sind sie mit großem Engagement dabei“, so Neugebauer-Schettler.

Tolle Bestätigung

Damit die Bands auch mal außerhalb der Schule vor Publikum auftreten könnten, habe man das Meeting in der Lagerhalle ins Leben gerufen. „Die jungen Leute bekommen einen Eindruck davon, was es bedeutet, live zu spielen. Außerdem ist es für sie eine tolle Bestätigung, hinterher den Applaus des Publikums einheimsen zu können“, sagt Claas Henning-Dörries, einer der Bandcoaches. Ein Jahr lang hat er den Schüler mit seinen Kollegen instrumentale Fähigkeiten und das Spielen in einer Band vermittelt.

„Zum Teil haben die Teilnehmer zum ersten Mal ein Instrument in der Hand gehalten“, erklärt Thomas Wilker, ebenfalls im Team der Musikschule. Daher sind die Ergebnisse auch ganz unterschiedlich. Während sich die einen noch zaghaft ausprobieren und bemüht sind, ihren Stil zu finden, kommen andere ganz selbstbewusst und mit erstaunlicher musikalischer Qualität daher.

An der Hauptschule Innenstadt probt die Band Optic. „Love Yourself“, die gefühlvolle Ballade von Justin Bieber , haben sich die beiden Sängerinnen und ihre Mitmusiker für den Auftritt ausgesucht, der jetzt einen gelungenen Auftakt für den musikalischen Vormittag liefert. J´No Group heißt derweil die Band mit der eingangs erwähnten Sängerin Jessica, die bereits sehr versiert daherkommt. „Wir haben das Coaching der Musikschule in der 8. und 9. Klasse mitgemacht und uns danach entschlossen, mit der Band selbstständig weiterzumachen“, sagt die 17-Jährige, die schon als Kind den Wunsch verspürte, Sängerin zu werden.

Gekonnte Kleinchoreografien

Gekonnte Kleinchoreografien und das gewinnende Lachen über eigene kleine Fehler werden vom Publikum der Band Almaz bejubelt, die erst seit einem halben Jahr an der Felix-Nussbaum-Schule probt. Punktual von der Wittekind Realschule interpretieren den Titel „Mama Said“ von Lukas Graham zweistimmig und Anna-Lena, Frontfrau der Band Burn von der Möser Realschule bringt Rock ins Spiel: Songs von Green Day und den Cranberries, die sie mit kräftiger Stimme singt, runden das Bandmeeting auch stilistisch ab.

„Wir wollen bei den Schülern ein Wir-Gefühl erzeugen und dafür ist der Auftritt enorm wichtig“, sagt Coach Henning-Doerries. Der Live-Gig bildet das Highlight nach dem vielen konzentrierten Proben. Der Spaß, den Musiker und Zuschauer während des Konzerts haben, geben dem Konzept recht.


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