Schwellenängste abbauen helfen Schnuppertag für Berufsschüler an der Uni Osnabrück

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Informierte die Schüler auf Augenhöhe: Die Studentin Laura Kupke (rechts). Foto: Egmont SeilerInformierte die Schüler auf Augenhöhe: Die Studentin Laura Kupke (rechts). Foto: Egmont Seiler

Mehr als 60 Schüler des 12. Jahrgangs der Berufsbildenden Schulen (BBS) Haste konnten sich jetzt im Rahmen der Uni-Initiative „Hochschulperspektiven für alle“ (HoPe) Einblicke in Inhalte und Atmosphäre einen Studiums verschaffen.

Seit zwei Jahren ermöglicht das vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur geförderte Projekt an der Universität Osnabrück einen Austausch zwischen Studierenden und Schülern, der diesen nicht nur Studienmöglichkeiten aufzeigen, sondern auch „auf Augenhöhe“ und atmosphärisch vermitteln soll, „wie so ein Tag als Student aussieht“, erläutert Miriam Lotze, die gemeinsam mit Janika Grunau für die wissenschaftliche Begleitforschung etwa in Form der Erstellung und Auswertung von Fragebögen und Stimmungsbildern zuständig ist.

So kamen die Schüler der Beruflichen Gymnasien, die im nächsten Jahr vor ihrem Abschluss stehen, nach einem fachlichen Informationsgespräch mit Studierenden aus dem Bachelorstudiengang Berufliche Bildung über Studienverläufe und -inhalte zur räumlichen Orientierung auch in den Genuss einer fachkundigen Campusführung – diejenigen mit dem Schwerpunkt Gesundheit und Pflege am Standort Westerberg und diejenigen mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik in der Innenstadt, wo der Campus ungleich zerstreuter angelegt ist. Im Anschluss an einen gemeinsamen Besuch einer Vorlesung zu Grundlagen der Psychologie kehrte man schließlich in die Mensa am Schlossgarten ein.

Nachhaltige Bildungsgerechtigkeit

Im Sinne einer nachhaltigen Bildungsgerechtigkeit sollen durch das HoPe-Projekt vor allem auch solche studieninteressierte Schüler angesprochen werden, die aus Familien mit Migrationshintergrund oder ohne akademischen Hintergrund stammen, aus denen bislang lediglich etwa ein Viertel den Schritt an die Hochschule wagen.

Auf ihrem möglichen Weg zu „Studierenden der ersten Generation“ sollen hemmende Unsicherheiten, Motivationsblockaden und Schwellenängste auch dadurch abgebaut werden, dass den potenziellen Nachwuchsakademikern geschulte Mentoren zur Seite stehen, die selbst auf ein entsprechendes Erfahrungswissen zurückgreifen können – wie etwa Saskia Perkuhn, die als Mitglied der lokalen Osnabrücker Ortsgruppe des vor acht Jahren gegründeten bundesweiten Netzwerks „ArbeiterKind.de“ gemeinsam mit Nadine Lauterbach das Projekt ehrenamtlich unterstützt und begleitet.

Haben sich interessierte Schüler für ein Studium entschieden, ermöglicht ihnen das HoPe-Projekt im nahtlosen Übergang über die Einstiegshilfe hinaus auch in den ersten Semestern eine Begleitung durch Masterstudierende, die zur Fortsetzung des Studiums ermutigen und somit helfen sollen, Studienabbrüche zu vermeiden. Die Aktivitäten an Schulen und für Schüler sollen zudem als allgemeiner Bestandteil der Lehrerausbildung „verstetigt“ werden, wünscht sich Projektleiter Professor Thomas Bals. Schon jetzt profitierten einige in Begleitseminaren als Mentoren ausgebildete Studierende von den „Hochschulperspektiven für alle“.


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