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Frau im Neopren-Anzug zeigt Einsatz Rehbock aus Mittellandkanal bei Bramsche gerettet

Von Henning Stricker

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Bramsche. Dank der Umsicht einer Anwohnerin, einer couragierten Frau sowie den Penter Feuerwehrleuten ist am Pfingstsonntag ein Rehbock lebend aus dem Mittellandkanal gerettet worden.

Zum dritten Mal in diesem Jahr wurde die Ortsfeuerwehr Pente zu einer Tierrettung an den Mittellandkanal gerufen. Während eine Anwohnerin über den Notruf 112 die Feuerwehr alarmierte, zog sich eine Frau einen Neoprenanzug, der in ihrem Auto lag, an, um sich ebenfalls an der Rettung des Tieres zu beteiligen. Nach rund 20 Minuten retteten Feuerwehr und Frau den Rehbock aus dem Wasser. (Weiterlesen: Pärchen rettet Reh vor dem Ertrinken im Bramscher Kanal )

Bock schwamm Richtung Achmer

Das junge Tier hatte beim Eintreffen der Feuerwehr noch viel Kraft und wechselte mehrfach die Kanalseite. Eine Zeit lang schwamm der Bock sogar in der Kanalmitte Richtung Achmer. Erst nachdem sich einige Feuerwehrleute auf beiden Uferseiten ihrer orangefarbenen Schutzkleidung entledigt hatten und hinter den Grünstreifen in Deckung gingen, entschied sich der Rehbock dafür, das südliche Kanalufer anzusteuern.

Rehbock am Gehörn gepackt

Um einen erneuten Wechsel des Ufers zu verhindern, bot Susanne Weischer, die Frau im Neoprenanzug, den Feuerwehrkräften an, sich von der Nordseite her schwimmend dem Rehbock zu nähern. Nach dem sich der Rehbock bis auf wenige Meter der Spundwand genähert hatte, kam dann der Moment, an dem die ehemalige Engteranerin sich den Rehbock am Gehörn schnappte und Richtung Ufer schob, während die Feuerwehrleute aus der Deckung heraus an die Spundwand traten. Hier ergriffen sie den Bock und zogen ihn aus dem Wasser.

Sofortige Flucht

Eigentlich sollte der Rehbock nach seiner Rettung noch mit einer Wolldecke trocken gerieben werden und sich erholen. Doch das Tier war noch so gut bei Kräften, das es sofort in Richtung Zitterweg flüchtete.

Schiffe passierten Einsatzort

Dafür bedankten sich nach der erfolgreichen Rettung die Penter Feuerwehrkräfte bei der 49-jährigen Frau, ohne die die Rettung des Tieres vielleicht nicht so gut ausgegangen wäre, denn trotz des Feiertages passierten mehrere Binnenschiffer die Einsatzstelle. Die verringerten zwar ihre Geschwindigkeit, dennoch können Tiere und Menschen durch den Sog des Schiffes unter Wasser gezogen werden.

Neoprenanzug immer dabei

Einigen Engteraner Einwohnern dürfte Susanne Weischer noch bekannt sein. Sie praktizierte mehrere Jahre als Allgemeinmedizinerin in dem Bramscher Ortsteil und war nur zufällig mit Freunden am Kanal spazieren gegangen. „Den Neoprenanzug habe ich immer im Auto dabei“, so Weischer nach dem Bad im kühlen Kanalwasser.

Befürchtung ausgeräumt

Ebenso räumte die Feuerwehr nach dem Einsatz eine Befürchtung der Anwohnerin aus. Diese hatte zunächst befürchtet, dass sie nach dem Absetzen des Notrufs eventuell den Einsatz der Feuerwehr bezahlen müsse. Die Rettung von Tieren und Menschen aus Gefahrensituationen wie dieser sei jedoch kostenfrei, sagte die Feuerwehr. (Weiterlesen: Ihr Portal für Bramsche )


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