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12.05.2016, 12:42 Uhr 50 FLÜCHTLINGE AUS IDOMENI

So kann Osnabrück als Friedensstadt vorangehen

Kommentar von Rainer Lahmann-Lammert

Warten auf bessere Gelegenheiten: Mehr als 10000 Flüchtlinge harren in einer Zeltstadt an der mazedonischen Grenze aus. Foto: Tobias Schwarz/AFPWarten auf bessere Gelegenheiten: Mehr als 10000 Flüchtlinge harren in einer Zeltstadt an der mazedonischen Grenze aus. Foto: Tobias Schwarz/AFP

Osnabrück. Eine Initiative will 50 Flüchtlinge aus Idomeni nach Osnabrück holen. Gemessen an den 10000, die dort unter unerträglichen Bedingungen ausharren, ist das wenig. Aber das Beispiel könnte Schule machen.

Es war abgemacht, dass Osnabrück hilft. Als im vergangenen Jahr immer mehr Flüchtlinge kamen, richtete sich die Stadt auf mehrere Tausend ein. Jetzt stehen manche Unterkünfte leer. Aber Menschen, die vor dem Krieg in Syrien geflüchtet sind, sitzen an der mazedonischen Grenze im Dreck und verzweifeln. Wenn sich Osnabrück als Friedensstadt versteht, ist das ein guter Grund, um helfend einzugreifen.

Nun gibt es auch hier Zeitgenossen, die mit stiller Genugtuung die Schließung der Balkanroute verfolgt haben. Und die sich auf die Formel zurückziehen, Griechenland sei ein sicherer Drittstaat. Wer genauer hinschaut, erkennt bald, dass es an allem mangelt, was zu einem würdigen Leben gehört.

Wenn Osnabrück ein Zeichen setzt für die Menschlichkeit, werden andere Städte vielleicht folgen. So könnte es gelingen, nicht nur 50, sondern 5000 oder noch mehr Menschen aus ihrer Notlage zu befreien.


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