Serie über Klimabotschafter Ein Bauplatz in Osnabrück – wegen der kurzen Wege

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Den Blick aufs große Ganze gerichtet: Klimabotschafter Detlef Vagelpohl baut ein Sonnenhaus im Widukindland. Mehr über Klimabotschafter gibt’s im Internet auf www.klimabotschafter-os.de. Foto: Lahmann-LammertDen Blick aufs große Ganze gerichtet: Klimabotschafter Detlef Vagelpohl baut ein Sonnenhaus im Widukindland. Mehr über Klimabotschafter gibt’s im Internet auf www.klimabotschafter-os.de. Foto: Lahmann-Lammert

Osnabrück. Ein sparsames Auto ist schon mal ein Zeichen des guten Willens. Aber wer etwas bewegen will für den Klimaschutz, setzt auf kurze Wege. Für Detlef Vagelpohl und seine Familie musste es deshalb ein Bauplatz in Osnabrück sein. So lassen sich die meisten Wege mit dem Rad zurücklegen.

Ein Sonnenhaus bauen die Vagelpohls im Widukindland. Für den Vater, die Mutter und die achtjährige Tochter geht damit ein Traum in Erfüllung. „Fast zwei Jahre haben wir ein Grundstück gesucht“, berichtet der 55-Jährige, der von der Stadt und dem Landkreis Osnabrück zum Klimabotschafter berufen wurde. Schließlich bot sich die Gelegenheit, in einem großen Garten als Hinterlieger die eigenen vier Wände zu errichten, aus Holz, in nachhaltiger Bauweise. Ende Mai will die Kleinfamilie einziehen, auch wenn ein Teil der neuen Wohnung dann noch Baustelle ist.

Beim Sonnenhaus sorgt eine Kollektoranlage nicht nur fürs Warmwasser, sondern auch für die Heizung. Die Wärmeisolierung ist ebenso effizient ausgelegt wie beim Passivhaus, aber im Gegensatz dazu lassen großflächige Fenster jeden Sonnenstrahl ins Innere. Auf einen großen Wärmespeicher hat Detlef Vagelpohl aber verzichtet – weil der im Haus so viel Fläche wegnehmen würde, wie er sagt. Falls die Solarheizung im Winter nicht genug Wärme liefert, hilft ein Kaminfeuer nach. Heizschlangen sorgen dafür, dass auch das Duschwasser nicht kalt wird.

Das muss funktionieren, Vagelpohl ist Energiemanager und hat die Anlagen selbst berechnet. „Ich habe meine Leidenschaft zum Beruf gemacht“, erzählt der Bauherr, der im Hauptberuf Energiekonzepte für Krankenhäuser und Masterpläne für Kommunen entwickelt. Der gelernte Elektriker baute mit, als bei Enercon die erste Windkraftanlage entstand. Er bildete sich weiter und entwickelte den Blick für das große Ganze.

Dazu gehört natürlich auch das eigene Verhalten. „Ich versuche, viel Rad zu fahren und aufs Auto zu verzichten“, sagt Detlef Vagelpohl, und korrigiert sich gleich. Nein, eigentlich sei das kein Verzicht, im Gegenteil: „Ich merke, dass mir das richtig guttut“. Wenn er morgens zur Arbeit radelt, dann genießt er die erste frische Luft am Tag und freut sich, dass er unbelastet vom Konsumstress vorwärtskommt.

Dienstreisen absolviert der Energiemanager mit der Bahn. Beim Einkauf setzt Familie Vagelpohl auf regionale Produkte, möglichst Bio. Und wie ist das mit Flugreisen? Die passen nicht ins Energiekonzept, schon wegen der CO2-Bilanz. Das könnte aber noch schwierig werden, denn die Schwägerin ist gerade nach Mallorca gezogen.


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