Für Cannabis-Legalisierung Hanffreunde beteiligen sich am „Global Marijuana March“

Von Bent Freiwald

Unter dem Motto „Zeiten ändern sich“ demonstrierten 150 Menschen für eine Freigabe von Cannabis. Foto: Elvira PartonUnter dem Motto „Zeiten ändern sich“ demonstrierten 150 Menschen für eine Freigabe von Cannabis. Foto: Elvira Parton

bfr Osnabrück. 150 Teilnehmer forderten bei einer Demonstration in der Osnabrücker Innenstadt am Samstagnachmittag die Legalisierung von Cannabis. In 23 weiteren Städten in Deutschland rief der Deutsche Hanfverband zum „Global Marijuana March“ auf. Mit dem Motto „Zeiten ändern sich“ standen die Demonstrationen für eine Trendwende der Drogenpolitik.

„Hanf ist Medizin“, „Hanf ist Natur“, oder „High sein heißt frei sein“ – Pappschilder und Sprechgesänge der Demonstranten machten die Forderung deutlich: Das Verbot aufheben und Cannabis-Konsumenten nicht mehr verfolgen.

Für Daniel Schubert, Sprecher der Hanffreunde Osnabrück, ist das Verbot schlecht für die Allgemeinheit und für jeden Einzelnen. Viele Konsumenten würden durch die Rechtslage in die Illegalität gedrängt. „Andere Länder sind da schon deutlich weiter“, so Schubert.

Wir sind friedlich

Cannabis sei zwar nicht harmlos, aber kein Grund, jemanden zu verhaften oder ihm den Führerschein zu entziehen. Auch Timon Reichl, Gastredner von den Hanffreunden Münster, fragte: „Warum sind wir kriminell? Wir sind friedliche Leute.“

Die Zustimmung in der Gesellschaft nehme laut Schubert stark zu. Die Gründe dafür sieht er auch in der höheren Sicherheit des Konsums, die eine Legalisierung mit sich bringen würde. „Gras kann zur Zeit gefährlich sein. Nicht durch die Substanz an sich, sondern durch die Verunreinigung auf dem Schwarzmarkt“, erklärte Schubert. Ein Verkauf in lizensierten Geschäften führe zu besseren Kontrollen und besserem Jugendschutz.

Mehr Steuereinnahmen

Beim legalen Kauf von Cannabis könne man dem Zweck entsprechend kaufen: „Ob als Medizin oder zum Genuss, ob gegen Depression oder Schmerzen. All das kann beachtet werden.“ Außerdem: „In Ländern, die Cannabis erlaubt haben, sind die Steuereinnahmen stark angestiegen.“

Das Verbot von Cannabis habe laut Schubert wirtschaftliche und politische Gründe, nicht aber gesundheitliche. „Viele fragen, warum wir es legalisieren wollen. Ich aber frage: Warum nicht?“ Die neue Regelung der Bundesregierung, dass Cannabis für Schwerkranke von der Krankenkasse übernommen werden soll , ist für Schubert „ein Schritt in die richtige Richtung.“ Er bleibe optimistisch: „In zwei bis drei Jahren dürfen wir Cannabis auch zuhause anbauen.“