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In Ludwig-Windthorst-Schule EU-Abgeordnete beim Europatag in Ostercappeln

Von Hendrik Steinkuhl

Europatag in Ostercappeln: (von links) Moderator Ludger Abeln, Gesine Meißner und Europaabgeordnete Jens Gieseke. Foto: Elvira PartonEuropatag in Ostercappeln: (von links) Moderator Ludger Abeln, Gesine Meißner und Europaabgeordnete Jens Gieseke. Foto: Elvira Parton

Ostercappeln. Laut Ankündigung sollten die Europa-Abgeordneten Gesine Meißner (FDP) und Jens Gieseke (CDU) am Europatag in Ostercappeln zum VW-Abgasskandal Stellung beziehen. Dazu stellte Moderator Ludger Abeln allerdings keine einzige Frage. Stattdessen sprachen die beiden Parlamentarier vor allem über die Krise der EU.

Kein Wort zum VW-Skandal

„VW-Abgasmanipulationen als Thema beim Europatag“ hieß es in der Pressemitteilung des Landkreises Osnabrück. Doch Abeln, der nach seinem Ausstieg beim NDR und vor seiner aktuellen Tätigkeit bei der Osnabrücker Caritas Pressesprecher des VW-Werks in Emden war, berührte das eigentliche Hauptthema mit keinem Satz.

Das war schade, da seine beiden Gesprächspartner viel dazu hätten sagen können. Denn sowohl die FDP-Politikerin Gesine Meißner als auch CDU-Politiker Jens Gieseke gehören zum Untersuchungsausschuss der Abgasaffäre im EU-Parlament.

Leidenschaftlich für Europa

Trotz einiger mehr oder weniger gelungener Witze gab Abeln seinen beiden Gesprächspartnern noch ausreichend Gelegenheit, über ihre Arbeit im EU-Parlament zu berichten und für die Sache Europa zu werben. Das tat besonders der für die Region zuständige CDU-Abgeordnete Jens Gieseke – mit ehrlichen Worten und riesiger Leidenschaft.

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„In den letzten Jahren hat man sich am Europatag immer selbst auf die Schulter geklopft und nur die Frage gestellt, welche Länder noch alle in die Union kommen“, sagte der gebürtige Lingener, der heute in Sögel – und natürlich Straßburg – lebt.

„EU durch Populisten gefährdet“

Am Europatag in diesem Jahr könne man natürlich nicht daran vorbeigehen, dass die EU durch Populisten gefährdet sei. „In Holland sind mit Geert Wilders 30 Prozent dafür, die EU mit einem Fragezeichen zu versehen oder gleich abzuschaffen.“ Den Separatisten in allen EU-Staaten richtete Gieseke aus, dass sie mit dem Motto „Wir schaffen es alleine besser“ am Ende keinen Erfolg feiern werden.

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Den Besuchern in der Ludwig-Windthorst-Oberschule dankte Gieseke schließlich mit großer Verve dafür, dass sie die Veranstaltung zum Europatag besucht hätten und die europäische Sache in die Welt trügen.

Thema Mittellandkanal

Die FDP-Europaabgeordnete Gesine Meißner machte derweil Landrat Michael Lübbersmann eine Freude, indem sie betonte, dass sie sich – vergeblich – für eine Verbindung des Mittellandkanals mit dem Twentekanal starkgemacht habe. Lübbersmann hatte in seiner Ansprache herausgestellt, dass genau dieser „Lückenschluss“ ein großes Anliegen des Osnabrücker Landkreises sei.

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Meißner bedauerte anschließend, dass es vor 2014 nicht gelungen sei, die EU-Mitgliedsstaaten zu fixierten Aufnahmequoten von Flüchtlingen zu verpflichten. „Und gestern war ich bei einer Podiumsdiskussion, an der ein Pole teilgenommen hat, der sagte: ‚Wir sind voll.‘ Das ist aber einfach nicht so!“

Meißner und Gieseke waren sich einig, dass der Umgang mit den Flüchtlingsströmen wesentlich für die Zukunft der Europäischen Union sei.

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Schülerwettbewerb

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion wurden dann noch Schülergruppen ausgezeichnet, die an dem Wettbewerb „Gemeinsam in Frieden leben“ teilgenommen hatten.

Sieger waren die Klassen 8b und 9c des Osnabrücker Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums. Die Schüler hatten nach den Anschlägen von Paris eine Wäscheleine durch das Schulforum gespannt und dazu aufgefordert, Botschaften daran zu hängen.