„Nicht artgerechte Haltung von Wildtieren“ Tierschützer protestieren gegen Zirkus Probst

Von Luca Kleine-Heitmeyer

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Vor der Halle Gartlage haben rund 50 Aktivisten der Tierrechtsorganisation Peta gegen den Zirkus Probst protestiert, der noch bis Montag in Osnabrück mit zahlreichen Wildtieren gastiert. Foto: Jörn MartensVor der Halle Gartlage haben rund 50 Aktivisten der Tierrechtsorganisation Peta gegen den Zirkus Probst protestiert, der noch bis Montag in Osnabrück mit zahlreichen Wildtieren gastiert. Foto: Jörn Martens

khl Osnabrück. Noch bis einschließlich Montag gastiert der Wildtierzirkus Probst an der Halle Gartlage in Osnabrück. Knapp 90 Tiere, darunter Exoten wie weiße Löwen und Zebras, sind Teil der Show. Gegen die Tierhaltung in dem Zirkus protestierten rund 50 Aktivisten der Tierrechtsorganisation Peta.

„Unter den Guten einer der Besten“. Mit diesem Spruch wirbt der Zirkus Probst auf seiner Internetseite. „Zumindest beim Thema artgerechte Haltung der Zirkustiere ist das nicht der Fall“, sagte Kai Seidel. Er ist Leiter des „Peta Zwei Streetteams Osnabrück“, das die Demonstration an der Halle Gartlage organisiert hatte. „Eine ethisch korrekte Haltung von Zirkustieren ist nämlich generell nicht möglich“. Die Tiere litten unter den ständigen Reisestrapazen und den viel zu engen Käfigen, so Seidel.

In 40 deutschen Großstädten gibt es „Peta Zwei Streetteams“ . Sie sind im weitesten Sinne die Jugendaktivisten der Tierschutzorganisation Peta. Mit verschiedensten Aktionen setzen sich die Mitglieder für den Tierschutz ein. Unter anderem sprechen sie sich für ein generelles Verbot von Tieren im Zirkus aus, ganz besonders liegen ihnen dabei aber die Wildtiere am Herzen. „Sie sind einfach nicht für das Zirkusleben geschaffen“, erklärte Kai Seidel. „Sie brauchen die Natur als Rückzugsort.“

Ein Leben auf Sparflamme?

Vor der Protestaktion hatte sich Seidel auf dem frei zugänglichen Gelände rund um das Zirkuszelt an der Halle Gartlage ein Bild von den Gehegen gemacht. „Die Ausläufe sind deutlich zu klein. Die Tiere können nicht einmal rennen oder toben“, berichtete er. „Es ist im Prinzip ein Leben auf Sparflamme.“ Zwar gebe es Zirkusse, in denen die Lebensumstände der Tiere weitaus schlechter sind, „trotzdem ist die Haltung auch im Zirkus Probst nicht artgerecht“, meinte Seidel.

Auch Mitglieder anderer Tierschutzorganisationen nahmen am Samstag an der Demonstration teil. Achim Betticher vom deutschlandweit agierenden Verein „Animals United“ war eigens aus Düsseldorf angereist, um die Osnabrücker Peta-Aktivisten bei ihrem Protest zu unterstützen. Er schilderte seine Erfahrungen bei Protestaktionen gegen den Zirkus Probst in anderen Städten. „Wir wurden beschuldigt, Autoreifen zerstochen zu haben“, so Betticher. Zudem seien Mitglieder von „Animals United“ von Verantwortlichen des Zirkus als „Pack“ beleidigt worden.

Zirkustiere werden „gründlich kontrolliert“

Mitarbeiter des Zirkus Probst waren während der Demonstration nicht anwesend . Raubtierlehrer Tom Dieck äußerte sich im Gespräch mit unserer Redaktion vor wenigen Tagen allerdings zu einem möglichen Wildtierverbot in Zirkussen: „Kein Tier wird so oft und gründlich kontrolliert wie ein Zirkustier.“


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